Das aktuelle Wetter NRW 2°C
Politik

Islamrat für Korrektur der Vergabe der Presseplätze bei NSU-Prozess

27.03.2013 | 12:22 Uhr
Funktionen

Der Islamrat für die Bundesrepublik hat die Art der Vergabe der Presseplätze im Münchner NSU-Prozess kritisiert. Es sei nicht nachvollziehbar, dass kein einziger Vertreter türkischer Medien berücksichtigt werden solle, sagte der Islamrats-Vorsitzende Ali Kizilkaya am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Dieses Vorgehen des Oberlandesgerichts sei "sehr unsensibel".

Köln/München (dapd). Der Islamrat für die Bundesrepublik hat die Art der Vergabe der Presseplätze im Münchner NSU-Prozess kritisiert. Es sei nicht nachvollziehbar, dass kein einziger Vertreter türkischer Medien berücksichtigt werden solle, sagte der Islamrats-Vorsitzende Ali Kizilkaya am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Dieses Vorgehen des Oberlandesgerichts sei "sehr unsensibel".

Kizilkaya fügte hinzu: "Die Unabhängigkeit der Gerichte ist ein hohes Gut - und davor haben wir auch Respekt." Aber im vorliegenden Fall müsse an das Oberlandesgericht appelliert werden, die Vergabe der Presseplätze zu überdenken. Es müsse nach Möglichkeiten gesucht werden, dass auch türkische Medien bei dem Prozess vertreten sind. Kizilkaya warnte, sonst drohe ein "Vertrauensverlust".

Für den Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer der Terrorzelle NSU hatten Medien aus der Türkei und Griechenland keinen festen Platz bekommen, obwohl die meisten NSU-Opfer aus diesen Ländern stammen. Aus Platzgründen dürfen nur 50 Journalisten im Gerichtssaal sein. Das Gericht hatte jenen 50 Medienvertretern einen festen Platz gegeben, die sich als erstes angemeldet hatten.

dapd

dapd

Kommentare
Aus dem Ressort
Wie Griechenlands Premier Tsipras die EU-Oberen brüskiert
Europa-Politik
Die neue griechische Regierung irritiert die EU mit offener Widerspenstigkeit in der Wirtschafts- und Außenpolitik. Droht der Frontalzusammenstoß?
Lehrer nach fragwürdigem Auschwitz-Vergleich suspendiert
Holocaust-Gedenken
Ein Dortmunder Lehrer darf nach einer rechtsextremen Äußerung nicht länger unterrichten. Das gab jetzt Regierungspräsident Bollmann bekannt.
Kraft will digitalen Aufbruch - CDU wirft ihr Ablenkung vor
IT-Technik
Die Landesregierung will über 700 Millionen Euro in modernste Informationstechnologie stecken. Die Opposition moniert: Das klingt bloß schick.
Große Mehrheit für umstrittenen Irak-Einsatz im Bundestag
Bundeswehr
Die Bundesregierung schickt neben Waffen 100 Militärausbilder für den Kampf gegen die Terrormiliz IS in den Nordirak. Das ist rechtlich umstritten.
Kögida gibt auf - Demos in Köln sollen abgesagt werden
Demos
In Köln wird es vorerst keine weiteren Kögida-Demos geben. Stattdessen wollen sich die Organisatoren auf Demos in Düsseldorf konzentrieren.
Fotos und Videos
7773414
Islamrat für Korrektur der Vergabe der Presseplätze bei NSU-Prozess
Islamrat für Korrektur der Vergabe der Presseplätze bei NSU-Prozess
$description$
http://www.derwesten.de/politik/islamrat-fuer-korrektur-der-vergabe-der-presseplaetze-bei-nsu-prozess-id7773414.html
2013-03-27 12:22
TOP,Prozesse,Medien,NSU,Islamrat,
Politik