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Mali

Islamistische Geiselnehmer fordern von Frankreich Ende des Mali-Feldzugs

17.01.2013 | 10:43 Uhr
Islamistische Geiselnehmer fordern von Frankreich Ende des Mali-Feldzugs
Die islamistischen Geiselnehmer in Algerien fordern ein Ende des französischen Militäreinsatzes in Mali. Foto: dpa

Algier/Paris.  Eine Gruppe schwer bewaffneter islamistischer Terroristen hat in Algerien ein Gasfeld überfallen. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet. Laut Medienberichten sollen mehr als 20 Ausländer als Geiseln genommen worden sein. Die Täter sprechen von Rache für Mali.

Die islamistischen Geiselnehmer in Algerien fordern nach Informationen der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI ein Ende des französischen Militäreinsatzes in Mali. Ein Sprecher der Geiselnehmer sagte der Agentur, der Angriff sei die Strafe dafür, dass Algerien französischen Militärflugzeugen Überflugrechte eingeräumt habe.

Mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer hatten am Mittwoch im Osten Algeriens ein Gasfeld überfallen und zahlreiche Ausländer in ihre Gewalt gebracht. Mindestens zwei Menschen - ein Brite und ein Algerier - wurden getötet, mindestens sieben verletzt. Algerien lehnt Verhandlungen mit den Geiselnehmer ab.

Die Regierungen in den USA, Norwegen, Großbritannien, Irland und Japan bestätigten, dass sich Bürger ihrer Länder unter den Geiseln befinden. Die schwer bewaffneten Terroristen hatten die Siedlung der Ölarbeiter am frühen Mittwochmorgen in drei Fahrzeugen angriffen.

Islamisten haben Geiseln genommen

Nach Darstellung des algerischen Innenministeriums nahmen sie zunächst einen Bus ins Visier, der mit einer Gruppe von Ausländern zum Flughafen aufbrechen wollte. Dabei soll es Tote und Verletzte gegeben haben. Danach seien die Islamisten in den Industriekomplex eingedrungen und hätten eine "unbestimmte" Anzahl Geiseln genommen.

Die Terrorgruppe wird nach Angaben des algerischen Innenministers Dahou Ould Kablia von dem einäugigen Islamisten Moktar Belmoktar angeführt. Es handele sich um etwa 20 bewaffnete Männer, die aus Algerien stammten, sagte der Innenminister am Mittwochabend. Sicherheitskräfte hätten das Gasfeld In Amenas, das die Islamisten am Morgen überfallen hatten, inzwischen umstellt. Die Geiseln seien in einem Teil des Geländes zusammengetrieben worden.

Algerische Quellen sprechen von etwas mehr als 20 Geiseln

Das Gasfeld In Amenas, das unter anderem von den Mineralölkonzernen BP und Statoil betrieben wird, liegt im Osten Algeriens nahe der Grenze zu Libyen mitten in der Wüste Sahara. Am Abend behauptete die Brigade der Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI), sie halte 41 Ausländer als Geiseln fest, darunter sieben US-Bürger, zwei Franzosen und zwei Briten. Algerische Quellen sprechen von etwas mehr als 20 Geiseln.

"Unsere gesegnete Expedition ist Teil eines internationalen Feldzugs zur Bekämpfung der Juden und Kreuzritter", erklärte die AQMI. "Wir machen die Regierungen Algeriens und Frankreichs und der Geiseln voll verantwortlich für jede Verzögerung bei der Erfüllung unserer Forderungen, deren wichtigste die sofortige Einstellung des Angriffs auf unser Volk in Mali ist."

Al-Kaida hatte Rache für die französische Offensive gedroht

Innenminister Dahou Ould Kablia lehnte Verhandlungen mit den Terroristen strikt ab. Inzwischen seien Truppen zu dem Gasfeld entsandt worden, sagte er am Abend im örtlichen Fernsehen. Nach Angaben algerischer Medien sollen die Terroristen gedroht haben, das Gasfeld in die Luft zu sprengen, falls die Armee zur Befreiung der Geiseln ansetzen sollte. Das AQMI-Kommando nennt sich "Die mit Blut unterschreiben".

Frankreich kämpft zurzeit an der Seite von Regierungstruppen in Mali gegen islamistische Rebellen. Die Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) ist eine der drei Gruppen, gegen die die französischen Truppen vorgehen. Sie hatte schon zuvor Rache für die französische Offensive angedroht.

Das US-Außenministerium verurteilte die Attacke auf das Schärfste. Außenministerin Hillary Clinton habe bereits mit Algeriens Premierminister Abdelmalek Sellal gesprochen, sagte Sprecherin Victoria Nuland in Washington. Die einheimischen Arbeiter, die zunächst ebenfalls festgesetzt wurden, kamen nach Angaben örtlicher Medien im Laufe des Tages wieder frei.

Lage der Geiselnahme sei "äußerst unübersichtlich"

Die USA wollten sich nicht dazu äußern, wie viele US-Bürger sich in der Hand der Terroristen befinden, um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden. Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg teilte in Oslo mit, unter den Entführten seien 13 Norweger. Die Lage sei "äußerst unübersichtlich". Zwei Norweger seien bei der Stürmung leicht verletzt worden. Niemand könne derzeit mit Sicherheit sagen, wie viele Menschen insgesamt in der Gewalt der Terroristen seien.

Das britische Außenministerium bestätigte einen "fortdauernden terroristischen Vorfall" in der Anlage In Amenas. Auch britische Bürger seien betroffen. Der Ölkonzern BP teilte mit, dass das Feld am Mittwoch um 6.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit von einer Gruppe Bewaffneter angegriffen und besetzt wurde. Der Kontakt dorthin sei extrem schwierig. Das Gasfeld wird von der staatlichen algerischen Gesellschaft Sonatrach, BP und Statoil gemeinsam betrieben. (dpa)



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