Islamisten aus Dinslaken kämpfen in Syrien

Was wir bereits wissen
Zwei „Gotteskrieger“ haben sich mit Videos im Internet gemeldet. Sie drohen mit Terror und Gewalt gegen deutsche Einrichtungen. Nach dem 38-jährigen Denis Cuspert fahndet das Bundeskriminalamt seit Jahren. Philip B. aus Dinslaken ist 26 Jahre alt und war zuvor Pizzabote am Niederrhein.

Dinslaken/Essen.. Deutsche Sicherheitsbehörden erhalten immer mehr Hinweise, dass militante Islamisten aus Nordrhein-Westfalen nach Syrien in den „Heiligen Krieg“ ziehen.

Binnen weniger Tage hat sich jetzt ein zweiter Dschihadist, der zuvor an Rhein und Ruhr aktiv war, über ein Internet-Video gemeldet und versucht, Gesinnungsfreunde für den Einsatz im syrischen Bürgerkrieg zu werben.

Der 38-jährige Salafist Denis Cuspert, den das Bundeskriminalamt seit Langem zur Fahndung ausgeschrieben hat, ist der Polizei aus Bonn bekannt. Dort hatte er sich im Mai 2012 als Rädelsführer bei Ausschreitungen betätigt. Zuvor trat er als drogenkonsumierender Rapper Deso Dogg in Berlin auf.

"Ihr Ungläubigen habt einen Haftbefehl vom islamischen Staat"

Cuspert, der in Syrien offenbar schwer am Schädel verletzt worden ist, nach eigenen Angaben fünf Tage im Koma lag und wohl unter Lähmungen leidet, kündigt in seinem Video Gewalt gegen deutsche Behörden an: „Ihr Kuffar (Ungläubige) habt auch einen Haftbefehl vom islamischen Staat. Und den werden wir, so Allah will, durchführen.“

Denis Cuspert tritt für die „Globale Islamische Medienfront“ auf. Ein „Abu Osama aus Deutschland“ kämpft in dem arabischen Land mit großer Sicherheit für die Gruppe „Islamischer Staat im Irak und der Levante“, einen Zweig der Terrororganisation Al-Kaida.

Der Verfassungsschutz, so berichtet die „Welt“, hat den Mann inzwischen als Philip B., einen 26-jährigen Konvertiten aus Dinslaken, identifiziert. Er tritt in dem Internet-Video mit einem Sturmgewehr auf und berichtet: „Ich bin nach Syrien ausgewandert und habe mich der Karawane des Dschihads angeschlossen.“

Vierergruppe reiste vor wenigen Monaten aus

Offenbar haben sich gerade aus Dinslaken weitere Islamisten in der Gruppe um B., der sich am Niederrhein seine Brötchen als Pizzabote verdient hatte, versammelt. Alle zusammen sind erst vor wenigen Monaten nach Syrien ausgereist. Auch „Abu Osama“ fordert in dem Film „Ungläubige“ auf, sich anzuschließen, „sonst seid ihr unsere Feinde und wir werden euch bekämpfen“.

Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass mindestens 230 Islamisten aus Deutschland in Syrien kämpfen.