Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Ölembargo

Ischinger warnt vor Krieg mit dem Iran

30.01.2012 | 12:11 Uhr
Ischinger warnt vor Krieg mit dem Iran
Das Atomkraftwerk Buschehr im Süden des Iran. Foto: dapd

Berlin.   Der Konflikt des Westens mit dem Iran um den möglichen Bau einer Atombombe spitzt sich zu. Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz spricht bereits von einem möglichen Krieg. US-Verteidigungsminister Panetta hält es für möglich, dass der Iran innerhalb eines Jahres in der Lage sein könnte, eine Atombombe zu bauen.

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt vor einem Krieg mit dem Iran. „Man muss das Säbelrasseln des Iran ernst nehmen“, sagte Ischinger der Zeitung „Die Welt“ mit Blick auf die Konflikte um ein Ölembargo und die Straße von Hormus. Der Botschafter sprach sich dafür aus, eine Strategie für den Fall zu erarbeiten, dass Teheran in den Besitz der Atombombe gelangt. „Wir müssen in der Außenpolitik immer vom Worst Case ausgehen. Es darf am Ende nicht nur die Antwort Krieg geben“, sagte Ischinger.

Zwar sei die Sanktionspolitik der Europäischen Union im Grundsatz richtig. „Aber wir müssen auch realistisch sehen, dass die seit Jahren eskalierende Sanktionspolitik die iranische Führung nicht zum gewünschten Kurswechsel in der Atompolitik gebracht hat. Deshalb ist die Zeit gekommen, mit einem Tabu aufzuräumen“, sagte Ischinger wenige Tage vor Beginn der Sicherheitskonferenz vom 3. bis 5. Februar 2012 in München.

Warnungen aus den USA

Auch aus den USA kommen Warnungen: US-Verteidigungsminister Leon Panetta befürchtet, dass dem Iran in einem Jahr ausreichend Uran für den Bau einer Atombombe zur Verfügung stehen könnte. „Der Konsens ist, dass wenn sie sich dazu entscheiden, sie wahrscheinlich rund ein Jahr brauchen, um eine Bombe herstellen zu können“, sagte Panetta dem Fernsehsender CBS. Anschließend würden sie noch ein oder zwei Jahre brauchen, um sie auf einem Trägersystem wie einer Rakete zu installieren.

Panetta scheint also davon auszugehen, dass der Iran noch keine Entscheidung zum Bau einer Bombe getroffen hat. Anfang 2011 waren die 16 US-Nachrichtendienste zu dem Schluss gekommen, dass die iranische Führung in der Frage der Entwicklung einer Atombombe gespaltener Meinung ist. Auch wenn sie ihr umstrittenes Atomprogramm fortführe, habe sie noch keinen Entschluss für den Bau einer Bombe getroffen, hieß es damals in dem gemeinsamen Bericht der Nachrichtendienste.

Delegation der internationalen Atomenergiebehörde besucht Teheran

Am Sonntag traf eine ranghohe Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Teheran ein, um eine Reihe offener Fragen im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm zu klären. Zudem soll sie während ihres dreitägigen Besuch versuchen, die Gespräche über das Atomprogramm wieder in Gang zu bringen, die seit mehr als einem Jahr auf Eis liegen. Womöglich können die IAEA-Experten auch die neue unterirdische Urananreicherungsanlage Fordo bei der Stadt Ghom besuchen. dapd/rtr/afp

Facebook
 
Kommentare
31.01.2012
11:29
Ischinger warnt vor Krieg mit dem Iran
von kartoffel69 | #6

Der Iran ist hochgefährlich. Gerade, weil sich die Menschen dort auf ihre Religion beziehen und so Gewalt etc. rechtfertigen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article13842155/Die-Herzen-der-Schueler-sollen-von-Hass-erfuellt-sein.html

Wann wacht die westliche Welt endlich auf und versteht, dass der Islam und seine Ideologie nicht zur Demokratie und zur westlichen Lebenskultur passt?

30.01.2012
15:38
Ischinger warnt vor Krieg mit dem Iran
von foxtrott | #5

Die USA sind diejenigen, die ständig und überlaut mit dem Säbel rasseln, wäre das Geld statt in die Rüstung in Aufbauprogramme für hungernde Kinder und die Entwicklung von Frauen geflossen, hätten wir diese Probleme in der Art, wie wir sie haben, nicht.

30.01.2012
15:16
Ischinger warnt vor Krieg mit dem Iran
von michalek | #4

Ob das Öl-Embargo Wirkung zeigt und den Iran zur Einsicht bringt oder nicht muss einmal abgewartet werden und darf auch bezweifelt werden.
Das die westlich Welt sich aber ernsthaft mit dem Iran auseinander setzen muss bevor er im Besitz von Atombomben ist wird wohl niemand ernsthaft bestreiten. Sobald das Regime im Iran im Besitz von atomaren Waffen ist wird eine übergreifende und kriegerische Auseinandersetzung wohl nicht mehr zu vermeiden sein.

30.01.2012
13:38
geht nich um Atom und und Massen-vn-Waffen
von KFR001 | #3

sondern Rache für die Absetzung des Statthalters ( Shah ), Rückkehr exillierter Mullahs ( Komeni ), Geiselnahme einer Botschaft ( 2 jahre Peanuts-Präsident),
Aufdeckung von Deiecksgeschäften ( Reagan ), Blamage der Befreiung ( Airforce Army ), fortgesetzter Widerstand gegen eine Supermacht und deren abhängige Sats, etwas Öl-Resourcen und verweigerte Geschäfte natürlich.

30.01.2012
13:25
Ischinger warnt vor Krieg mit dem Iran
von derwolf80 | #2

Der Irak hat übrigens Massenvernichtungswaffen... Lügen aus den US-Ministerien sind ein Ziel, dessen Embargo ich mehr als begrüßen würde - und nicht die Öllieferungen aus dem Iran...

30.01.2012
12:47
Ischinger warnt vor Krieg mit dem Iran
von grundwissen | #1

Man wundert sich tatsächlich, dass regierungsamtliche Stellen aus den USA nicht befürchten, dass sich ihre Informationen abnutzen. So gleicht Panettas Panikmache aus dem US-Verteiligungsministerium der seines Vorgängers Rumsfeld, der angesichts gefälschter Behauptungen über eine Bio- und Chemiewaffenproduktion im Irak dieses Land mit einem Eroberungskrieg überzog. Bereits zuvor hatten die USA versucht durch einen Stellvertreterkrieg beide Länder (Irak und Iran) gegeneinander auszuspielen. Indem sie beide Länder bis an die Zähne aufrüsteten und damit die Regionalmachtansprüche beschleunigten. Da hatte nun nicht hingehauen. Der Iran ist als Machtfaktor übrig geblieben und der Weltmachtpolitik und den Industrieinteressen der USA ein Dorn im Auge. Wenn es jedoch tatsächlich so sein sollte, dass der Iran rüstungsfähiges Plutonium produzieren kann, um damit Kernwaffen zu produzieren, wäre ja noch als Verhandlungsbasis die Abrüstung Israels zu nennen. Die ebenfalls über Kernmaterial verfügen, durch das sie unter Beihilfe des Westens gelangen konnten. Abrüstung wäre des Gebot der Stunde. Doch das, was man vonseiten der USA-Militär-Doktrien hört, nimmt sich anders heraus: man will schlagkräftiger werden und könnte auch zwei Kriege auf einmal führen. Das Öl muss fließen - auch durch mehrere Fronten.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6297435/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat tagt in Krisensitzung zu Syrien-Massaker
Syrien
Der UN-Sicherheitsrat wird sich nach Angaben von Diplomaten noch am Sonntag treffen, um über das Massaker im syrischen Hula mit mindestens 109 Toten zu diskutieren. Das Gremium werde sich um 20.30 Uhr deutscher Zeit treffen, hieß es.
Foto 4 Kommentare 4
Bruder von chinesischem Bürgerrechtler Chen aufgetaucht
Menschenrechte
Der Bruder des blinden chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng ist nach Angaben eines Menschenrechtsanwalts in sein Dorf im Osten Chinas zurückgekehrt. Chen war in der vergangenen Woche nach Peking gereist. Kurz darauf verschwand er.