IS-Terrormiliz ist finanziell und militärisch geschwächt

Erbil/Kobane..  Internationale Luftangriffe und massive Angriffe kurdischer und irakischer Soldaten bringen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) militärisch und finanziell in Bedrängnis. Nach der Vertreibung der Dschihadisten aus der Sindschar-Region im Nordirak berichteten kurdische Beobachter am Wochenende von Fluchtbewegungen aus der nahe gelegenen und vom IS besetzten Millionenstadt Mossul.

Die USA sehen die Extremisten als Folge der wochenlangen Luftangriffe der Anti-IS-Koalition in finanziellen Schwierigkeiten. „Unsere Militäroffensive hat dazu geführt, dass die Einnahmen der Gruppe aus dem Ölgeschäft deutlich zurückgegangen sind“, sagte der Sonderbeauftragte von US-Präsident Barack Obama zur Koordinierung der internationalen Koalition gegen den IS, John Allen, im „Spiegel“-Interview. „Derzeit fällt es (dem IS) erkennbar schwerer, die Gehälter zu zahlen.“

In der symbolisch wie strategisch wichtigen syrischen Grenzstadt Kobane verloren die Dschihadisten weiter an Boden. Idris Nassan, ein Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, sagte gestern, die kurdischen Milizen hätten in den vergangenen Tagen deutliche Fortschritte erzielt. Seit September dauern die Gefechte um die Stadt an.

Vor etwa zehn Tagen erlitt der IS seine bislang größte Niederlage, als Kurden im irakischen Sindschar-Gebirge einen Belagerungsring der Dschihadisten durchbrachen. Das kurdische Nachrichtenportal „Rudaw“ berichtete unter Berufung auf Augenzeugen in Mossul, dass IS-Kämpfer ihre Familien aus Furcht vor einer Offensive in Richtung Syrien evakuierten. Das wichtigste IS-Rückzugsgebiet ist die nordsyrische Provinz Al-Rakka.