IS-Extremisten verschleppen in Syrien 90 Christen

Bestandsaufnahme in Kobane: Die lange von der IS-Miliz belagerte Stadt ist eine Trümmerlandschaft.
Bestandsaufnahme in Kobane: Die lange von der IS-Miliz belagerte Stadt ist eine Trümmerlandschaft.
Foto: Sedat Suna
Kurz nach dem UN-Vorwurf, systematisch religiöse Minderheiten anzugreifen, entführen IS-Extremisten in Syrien 90 Christen. Ihr Schicksal ist unklar.

Al-Hassaka.. Die Zahl der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entführten Christen im Nordosten Syriens ist auf 90 gestiegen. Die Opfer seien aus zwei Dörfern nordwestlich der Stadt Al-Hassaka verschleppt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrecht am Dienstag. Die assyrische Nachrichtenagentur Aina berichtete, der IS habe in der Region mehrere Kirchen angezündet.

Der IS kontrolliert in Syrien und im Irak riesige Gebiete, in denen er eine Gewaltherrschaft errichtet hat. Seine Bluttaten erfüllen nach Einschätzung von UN-Experten wahrscheinlich den Tatbestand des Völkermords. Der UN-Menschenrechtsrat warf den Extremisten am Montag vor, systematisch Angehörige bestimmter ethnischer und religiöser Gruppierungen anzugreifen, um sie zu vernichten. Dazu gehörten neben anderen Jesiden, Kurden, Turkmenen und Christen. Assyrische Christen machen etwa fünf Prozent der Bevölkerung Syriens aus.

IS-Terror Frankreich setzt Flugzeugträger gegen IS-Miliz ein

Zugleich gab es im Nordosten des Bürgerkriegslandes schwere Kämpfe zwischen IS-Extremisten und kurdischen Volksschutzeinheiten, die das Gebiet bislang beherrschen. Die Terrormiliz hatte am Montagmorgen nordwestlich von Al-Hassaka Dörfer angegriffen und einige Gebiete eingenommen, in denen mehrheitlich assyrische Christen wohnen. Zahlreiche Menschen seien geflohen, so die Menschenrechtler.

Die internationale Gemeinschaft verstärkt inzwischen ihren Kampf gegen die Terrormiliz. Frankreich setzt gegen die Dschihadisten im Irak jetzt auch den Flugzeugträger "Charles de Gaulle" ein. Das Schiff befindet sich etwa 200 Kilometer nördlich von Bahrain im Persischen Golf.

Eine internationale Koalition greift den IS seit mehreren Monaten in Syrien und im Irak aus der Luft an. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei allein in Syrien bislang mindestens 1600 Menschen getötet. (dpa)