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Saudi-Arabien bricht diplomatische Beziehungen zum Iran ab

03.01.2016 | 22:03 Uhr
Die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien hat weltweit zu Protesten geführt.
Die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien hat weltweit zu Protesten geführt.Foto: Shahzaib Akbar/dpa
Die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien hat weltweit zu Protesten geführt.
König Abdullah von Saudi-Arabien in Riad. Saudi-Arabien hat alle diplomatischen Beziehungen zum Iran eingestellt.
Der schiitische Geistliche Nimr al-Nimr wurde in Saudi-Arabien zum Tode verurteilt. Eine islamische Studentengemeinde im Iran hat zum Protest aufgerufen.
Aufgebrachte Demonstranten in der iranischen Hauptstadt Teheran.
Die Exekution eines einflussreichen Schiiten in Saudi Arabien sorgt auch in Kaschmir für Wut - und Gewalt.
Ein Demonstant in Bahrain zeigt ein Bild von Nimr al-Nimr.
Der saudische König Salman.

Riad.  Saudi-Arabien bricht nach dem eskalierten Streit um die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen seine diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Das kündigte Außenminister Adel al-Dschubair nach Angaben arabischer Medien in Riad an. Das Botschaftspersonal werde aus Teheran abgezogen.

Saudi-Arabien hatte im Zuge einer Massenhinrichtung von 47 Menschen wegen Terrorismusvorwürfen am Samstag auch den bekannten schiitischen Kleriker Nimr al-Nimr exekutiert. Dies verschärfte die Spannungen zwischen beiden Staaten massiv.

Der schiitische Iran, der mit dem sunnitisch geprägten Königreich um die Vormachtstellung in der Region ringt, hatte empört reagiert. Die saudischen Führer würden "die Rache Gottes spüren", drohte der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei. In der Nacht zum Sonntag stürmten iranische Demonstranten die saudische Botschaft in Teheran, setzten Teile des Gebäudes in Brand und verwüsteten Büros.

Dieser Angriff sei ein "schwerwiegender Bruch internationaler Konventionen", sagte al-Dschubair am Sonntagabend. Er warf Teheran vor, die Führer des Terrornetzwerkes Al-Kaida zu schützen und Waffen zu schmuggeln. "Saudi-Arabien wird seinen Weg, Terrorismus zu vernichten, weitergehen", kündigte al-Dschubair an.

Saudi-Arabien habe die diplomatische Mission des Iran aufgefordert, das Königreich innerhalb von 48 Stunden zu verlassen. "Wir lehnen es ab, mit einem Staat zu tun zu haben, der Terrorismus unterstützt und Chaos und sektiererische Spannungen in der islamischen Welt verbreitet."

Der Iran und Saudi-Arabien spielen eine Schlüsselrolle bei der Lösung des Konflikts in Syrien und dem Irak. Das internationale Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat hatte zuletzt zu einer leichten Annäherung beider Widersacher geführt. Sie sind zugleich auch die wirtschaftsstärksten Staaten im Mittleren Osten.

Nach der Hinrichtung Al-Nimrs, der lange Zeit im Iran lebte und in Saudi-Arabien die Unterdrückung der schiitischen Minderheit anprangerte, flammten Proteste unter Schiiten in anderen Ländern auf. Im Irak gingen in der Provinz Al-Wasit Hunderte auf die Straße und forderten die Schließung der saudischen Botschaft in Bagdad. Auch in Bahrain und dem indischen Teil Kaschmirs demonstrierten insgesamt Tausende gegen die Hinrichtung des 55-jährigen Geistlichen.

Trotz weiträumiger Absperrungen versuchten in Teheran auch am Sonntag Hunderte Demonstranten zur saudischen Botschaft vorzudringen. Es gab Zusammenstöße mit der Polizei und Rufe nach dem "Tod der saudischen Königsfamilie". Der iranische Präsident Hassan Ruhani verurteilte den nächtlichen Sturm auf die Auslandsvertretung. "Der Angriff von Extremisten auf die saudische Botschaft in Teheran ist in keiner Weise zu rechtfertigen und hatte negative Auswirkungen auf das Image des Iran", erklärte Ruhani am Sonntag. 

Die EU, UN und die USA hatten sich am Wochenende besorgt über die jüngste Entwicklung gezeigt. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zeigte sich "zutiefst bestürzt" und äußerte "ernsthafte Zweifel an der Art der Strafen und der Fairness der Verfahren" in Saudi-Arabien.

(dpa)

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2016-01-03 22:03
Justiz, Terrorismus, Menschenrechte, Saudi-Arabien, Iran
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