Iran dehnt Einflussbereich aus

Kairo/Teheran..  In der sunnitisch-arabischen Welt wird der Iran als die größte Bedrohung angesehen. Seit der Gründung 1979 liefert sich das Mullah-Regime einen erbitterten Kalten Krieg mit den Arabern am Golf und in Ägypten. Deren Staatsführungen fürchten nun, dass wegfallende Sanktionen den Macht­willen Irans weiter stärken werden.

Der Iran betrachtet sich als ­Führer der schiitischen Welt und versucht, seinen Einfluss auszu­dehnen. Schiitische Milizen und ­Revolutionäre Garden mischen auf allen Kriegsschauplätzen der ­Region mit. Mit der Offensive der Huthis im Jemen hat der Iran nun auch seinen Fuß auf die Arabische Halbinsel gesetzt. Die Rebellen erhalten Unterstützung aus Teheran.

Im syrischen Bürgerkrieg bewahrten iranische Waffenlieferungen und Hisbollah-Einheiten den Diktator Bashar al-Assad vor einem Zusammenbruch. Der iranische General Soleimani gilt als der wichtigste Militärplaner auf Seiten von Damaskus. Ähnlich groß ist der Einfluss auf die schiitische Regierung im Irak. Nach der Offensive der ­sunnitischen IS-Extremisten sorgten schiitische Milizen und iranische Berater dafür, dass Iraks Armee wieder erstarkte. Bei der Offensive, mit der Tikrit zurückerobert wurde, führt erneut der iranische General Soleimani das Kommando.

„Die Situation vor Tikrit ist ein Beispiel dafür, was uns gegen den Strich geht“, so der saudische Außenminister Saud al-Faisal. „Der Iran ist dabei, den Irak zu über­nehmen.“

Teherans konservative Kreise um Revolutionsführer Ali Khamenei laben sich an der arabischen Gereiztheit. „Drei arabische Hauptstädte haben wir bereits im Sack – Beirut, Damaskus und Bagdad“, brüstete sich der Abgeordnete Ali Reza Zakani. „Die nächste wird Sanaa sein.“ Die gemäßigte Führung unter Präsident Hassan Ruhani bemüht sich, die Bedenken zerstreuen: Sein Land strebe nach Frieden und wolle den Terrorismus ausrotten.