Irakische Regierung verkündet einen Sieg über IS-Terrormiliz

Tikrit..  Einen Monat nach Beginn einer Großoffensive haben die irakische Armee und Milizen die strategisch wichtige Stadt Tikrit aus den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreit. Irakische Kräfte hätten Tikrit vollständig unter Kontrolle gebracht, erklärte Ministerpräsident Haidar al-Abadi gestern nach Angaben der Nachrichtenseite Al-Sumaria. Auf dem Gebäude der Provinzregierung sei die irakische Flagge gehisst worden. Siegesmeldungen der Regierung sind allerdings immer mit Vorsicht zu genießen.

Armee und Freiwillige hatten zuvor im Zentrum der Stadt nach heftigen Kämpfen mehrere Regierungsgebäude und die Präsidentenpaläste erobert, wie es aus Militärquellen hieß. In den Straßen lägen Dutzende tote Extremisten.

IS-Extremisten hatten die Heimatstadt des früheren Langzeitherrschers Saddam Hussein im vergangenen Juni überrannt. Armee und schiitische Milizen begannen Anfang März eine Großoffensive mit 30 000 Mann. Die Stadt rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad liegt an einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt und der IS-Hochburg Mossul im Norden des Iraks. Die Schlacht um Tikrit gilt auch als Test für einen geplanten Angriff auf die Großstadt Mossul.

Die USA und ihre Verbündeten hätten den Kampf mit Luftangriffen unterstützt, hieß es weiter. Die internationale Koalition hatte sich zu Beginn nicht an der Offensive beteiligt. Erst nachdem der irakische Vormarsch ins Stocken geraten war, bat die Regierung des Landes um Luftunterstützung. Die beteiligten schiitischen Milizen kritisierten das Eingreifen der Koalition. Die bewaffneten Gruppen sind mit dem ebenfalls schiitischen Iran verbunden.