Innenminister wollen weniger Zuschauer bei Hochrisikospielen

Immer wieder zetteln gewalttätige Fans Krawalle in den Stadien an. Die Innenminister planen nun, dass bei Derbys weniger Tickets an die Gästefans verkauft werden.
Immer wieder zetteln gewalttätige Fans Krawalle in den Stadien an. Die Innenminister planen nun, dass bei Derbys weniger Tickets an die Gästefans verkauft werden.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Um für mehr Sicherheit zu sorgen, wollen die Innenminister der Länder in Zukunft im Fußball weniger Zuschauer bei Hochrisikospielen zulassen.

Berlin.. Um Gewaltausbrüche bei hoch riskanten Fußballspielen künftig wirksamer zu verhindern, wollen die Innenminister nach Informationen dieser Redaktion bei Derbys weniger Gästetickets verkaufen lassen. Als Hochrisikospiele gelten etwa die Begegnungen Schalke gegen Dortmund oder Köln gegen Gladbach. Es wird erwartet, dass die Innenminister auf ihrer Konferenz in Mainz am Freitag einstimmig für die Initiative von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) stimmen.

Anschließend wolle man „schnellstmöglich“, so Jäger, mit dem Deutschen Fußball-Bund und den Vereinen der ersten drei Fußball-Ligen sprechen.

„Weniger Gästefans – weniger Konflikte“

Jäger will vor allem die Sicherheit bei Fußballspielen verbessern. Die Reduzierung der Gästekarten sei „ein Mittel, um die Gewalt bei Hochrisikospielen einzudämmen“, sagte Jäger dieser Zeitung. „Weniger Gästefans bedeuten weniger Konflikte auf Anreisewegen und rund um die Stadien.“

Stadionverbote Bisher stehen Gästefans und Fans der Heimmannschaft nur durch einen Zaun getrennt direkt nebeneinander. Mit der Einrichtung einer Pufferzone, so der Plan, wäre es zum Beispiel schwerer, Gegenstände über den Zaun hinweg in den Block des Gegners zu werfen.

„Einmalige Fußballkultur“

Jäger betont, dass die meisten Fans nicht gewaltbereit seien. „Wir haben in Deutschland eine einmalige Fußballkultur und eine Superstimmung in den Stadien“, sagte Jäger. „Beides will ich als Fußballfan auch bei Hochrisikospielen erhalten.“

Bisher werden zehn Prozent der Tickets an die Fans der Gästemannschaft verkauft. Um wie viel Prozent das Kartenkontingent der Gäste schrumpfen soll, steht noch nicht fest. Hier sollen die Gespräche mit den Vereinen zu einem Konsens führen. Die finanziellen Ausfälle, die die Vereine dadurch hinnehmen müssten, dass sie weniger Karten verkaufen, sollen übrigens nicht vom Land oder vom Staat kompensiert werden.