Innenminister Friedrich plant ein Neonazi-Register
16.11.2011 | 07:30 Uhr 2011-11-16T07:30:00+0100
Berlin/Zwickau. Wie kann die braune Gefahr gebannt werden? Innenminister Friedrich schlägt eine Neonazi-Datei vor. Heute könnten zudem die Ermittler der rechten Mordserie einen Schritt weiter kommen. Das Mitglied des Terror-Trios Beate Zschäpe will aussagen.
Innenpolitiker von Union und FDP suchen nach einem Rezept gegen rechtsextremistische Gewalt. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sprach sich am Mittwoch für ein Zentralregister über gefährliche Neonazis aus. Sein niedersächsischer Kollege Uwe Schünemann (CDU) empfahl ein „Qualitätsmanagement“ für Verbindungsleute (V-Leute) des Verfassungsschutzes. FDP und CSU stritten darüber, ob rechte Gewalttaten mit einem NPD-Verbot oder mit einer neuen Vorratsdatenspeicherung verhindert werden könnten.
Hintergrund sind Ermittlungen zu den drei Jenaer Rechtsextremisten, die in einer Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ verantwortlich sein sollen für die Morde an acht Türken, einem Griechen und einer Heilbronner Polizistin sowie für einen Sprengstoffanschlag in Köln. Der Gruppe haben neben der in Haft sitzenden Beate Zschäpe die beiden tot aufgefundenen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt angehört. In Thüringen und Hessen gibt es Hinweise auf mögliche Verstrickungen von V-Leuten der Landesverfassungsschutzbehörden in die Mordserie.
Nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“ will Beate Zschäpe an diesem Mittwoch eine umfassende Aussage machen. „Sie will auspacken und berät sich deshalb mit ihrem Anwalt“, zitiert das Blatt einen Beamten aus Ermittlerkreisen.
Friedrich fordert Aufklärung von Thüringen
Friedrich forderte von den Thüringer Sicherheitsbehörden Aufklärung über die Ermittlungen zu dem Neonazi-Trio. „Die Thüringer Sicherheitsbehörden müssen schon erklären, warum 1998 das Trio etwa 13 Jahre lang abtauchen konnte“, sagte der CSU-Politiker dem „Bonner General-Anzeiger“.
Gefährliche Neonazis will Friedrich in einem neuen Zentralregister erfassen. Darin sollten „Daten über gewaltbereite Rechtsextremisten und politisch rechts motivierte Gewalttaten zusammengeführt werden“, sagte Friedrich der „Süddeutschen Zeitung“. Diese Datei solle ähnlich wie die Datensammlung über gefährliche Islamisten aufgebaut und vom Verfassungsschutz sowie Polizei in Bund und Ländern gespeist werden.
Schünemann sagte, er wolle auch künftig V-Leute zur Beobachtung der rechten Szene einsetzen. „Ein Abziehen der V-Leute würde bedeuten, dass wir kaum Informationen über das Tun und Handeln der rechtsextremen Szene erhalten würden, und das wäre fatal“, sagte Schünemann der „Rheinischen Post“. Vielmehr solle man „darüber nachdenken, ein Qualitätsmanagement für V-Leute bundesweit zu implementieren“.
Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sprach sich in der Zeitung gegen ein Zurückziehen der V-Leute aus.
Uhl plädiert für Vorratsspeicherung
Dagegen sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Ahrendt, der Einsatz von V-Leuten in der rechtsextremen Szene habe offenbar nichts gebracht und stehe einem NPD-Verbotsverfahren im Weg. „Es kann nicht richtig sein, dass ein Verbotsverfahren trotz klarer Verfassungsfeindlichkeit der NPD nicht in Gang kommt, weil der Verfassungsschutz mit seinen V-Leuten zur Bestandsgarantie für die Partei geworden ist“, sagte Ahrendt der „Passauer Neuen Presse“.
Der innenpolitische Sprecher der Union, Hans-Peter Uhl (CSU), wies hingegen Forderungen nach einem neuen NPD-Verbotsverfahren als Aktionismus zurück und forderte stattdessen wieder einmal eine rasche Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung. „Die ganze Republik rätselt, wie groß der braune Sumpf in Deutschland ist. Ohne Internet- und Telefonverbindungsdaten der Zwickauer Zelle dürfte das aber schwer zu klären sein“, sagte Uhl der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er forderte die FDP auf, ihren Widerstand gegen die Vorratsdatenspeicherung aufzugeben.
Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte dem Blatt: „Der Staat wirkt saft- und kraftlos, wenn Politiker alle drei Monate ein NPD-Verbot fordern, der Verbotsantrag dann aber doch nicht gestellt wird.“
Dagegen kündigte Friedrich an, einen neuen Versuch zu prüfen, die rechtsextreme NPD zu verbieten.
FDP-Generalsekretär Christian Lindner sagte der Zeitung „Die Welt“, ein neuerliches Verfahren zum Verbot der NPD könne nur erfolgreich sein, wenn Ungereimtheiten etwa beim Einsatz von V-Leuten, aufgeklärt seien. (dapd)

16:58
Hat das Bundesverfassungsgericht nicht klar gesagt - nix is mit Vorratspeichern....hat die Wahl in Berlin nicht schon gezeigt, wohin der Weg geht? Und jetzt zetert der Kerl schon wieder nach Vorrat? Ja dann warten wir mal die nächste Wahl ab... da hilft keine "Steuersenkung die keine ist" und kein Wendemanöver bei Mindestlöhnen mehr... Graben sie weiter ihr eigenes Grab....
15:50
Wenn in Berlin ein Auto brennt dann sind das organisierte Linksextreme;
wenn - mutmaßliche - Faschisten unter den Augen des VS verschwinden und anschließend mehrere Morde begehen dann sind das Einzeltäter, deren Taten zu einer Medienkampagne missbraucht werden? Das ist eine sehr interessante Sicht der Dinge...
Nebenbei hebelt der VS sich doch regelmässig selber aus; ich erinnere nur an das peinliche NPD-Verbotsverfahren. Oder war das auch eine Medienkampagne?
Beides sind Medienkampagnen ! Beides, wonko2.
Wäre ich ein Fan von Verschwörungstheorien, würde ich darauf spekulieren, dass beides aufgebauscht wird, um den elenden Wutbürgern endlich Bundestrojaner, Internetsperren, Vorratsspeicherung, ELENA und den ganzen stinkenden Rest, den wir aus 1984 kennen, schmackhaft zu machen.
Wird dann eigentlich beim nächsten gutbürgerlichen Straftäter dann über ein zentrales CDU-Wähler-Register diskutiert ?
13:16
rund um die "Rechtsterroristen" ist nichts anderes als ein Mittel zum Zweck um den Verfassungsschutz auszuhebeln.
12:41
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12:41
"Hans-Peter Uhl (CSU), wies hingegen Forderungen nach einem neuen NPD-Verbotsverfahren als Aktionismus zurück und forderte stattdessen wieder einmal eine rasche Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung."
Das hat ja schon ein Geschmäckle, daß ausgerechnet der Herr Uhl sich erdreistet, anderen Aktionismus vorzuwerfen.
Und daß er die Gelegenheit nutzt, um reflexhaft - mal wieder - die VDS zu fordern ist ja nicht weiter erstaunlich, dafür ist dem werten Herrn Uhl ja kein Vorwand zu blöd.
12:28
Solche strammen Forderungen nach einem totalen Überwachungsstaat vermisste man regelmässig bei mehreren tausend deutscher Opfer bei Mord- und Totschlag-Straftaten von Migranten in den letzten 10 Jahren und bei der erkennbar überbordenden organisierten Kriminalität, die sich überwiegend in ausländischer Hand befindet und zB durch Drogentote wöchentlich in der BRD mehr Todesopfer fordert als die rechte Terrorzelle in 10 Jahren.
Andererseits - man fragt sich wirklich wie effektiv dieser BRD-Sicherheitsapparat denn nun ist. Die Gestapo hat mit deutlich weniger Mitarbeitern das gesamte besetzte Europa unter Kriegsbedingungen überwacht als derzeit in der BRD eingesetzt sind. Irgendwie gibt auch das zu denken.
Die mehreren tausend deutschen Opfer von Migranten können Sie sicherlich belegen?
12:24
Welche Brand-/Sprengsätze am Berliner Hbf? Ach so, die! Ja, hab ich schon mal kurz was von gehört. Ich denke mal schon, dass man die geschnappt hat. Wird ja schließlich nicht mehr so viel drüber berichtet.
http://linksunten.indymedia.org/node/40279
12:15
Und wer entscheidet über die Gefährlichkeit des Einzelnen ? Die V-Männer haben sich ja eindeutig disqualifiziert. Will man die Betroffenen befragen ? " Auf einer Skala von 1-10, für wie gefährlich halten Sie sich ? Aber schön die Wahrheit sagen!"
Hat man eigentlich die Linken schon gefaßt die die Brand-/Sprengsätze am Berliner Hbf gelegt haben ?
12:07
ja, genau so wie jeder andere Kriminelle, der die innere Sicherheit bedroht.
12:05
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