Inklusion - Immer mehr Förderschüler besuchen Regelschulen
22.01.2013 | 17:17 Uhr 2013-01-22T17:17:00+0100
Düsseldorf. Nach massiver Kritik von Eltern, Lehrern und Kommunen bilanziert NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann: Bereits jeder dritte behinderte Grundschüler geht auf eine normale Gemeinschaftsschule. Im Städtevergleich liegen Dortmund und Bonn an der Spitze. Gelsenkirchen ist Schlusslicht.
Schon heute lernen in NRW immer mehr behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam. Jeder vierte Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besucht bereits eine Regelschule, im Primarbereich sogar jeder dritte. „Inzwischen arbeitet jede dritte Grundschule inklusiv“, bilanzierte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Sie reagierte damit auf Kritik von Städten und Lehrern, die vom Land mehr Geld für Inklusion wollen. Der Rechtsanspruch soll ab dem Schuljahr 2014/15 schrittweise umgesetzt werden.
Landesweit haben in der Primar- und Sekundarstufe I 6,7 Prozent der Kinder Förderbedarf. Doch beim Platzangebot an den allgemeinen Schulen gibt es vor Ort ein steiles Gefälle. Unter den Großstädten schneidet Gelsenkirchen laut Löhrmann mit einer Integrationsquote von 8,2 Prozent am schlechtesten ab. Oberhausen liegt mit 16,2 Prozent noch vor Düsseldorf (14,1). Besser sieht es in Duisburg aus, wo 18,1 Prozent der behinderten Kinder eine Regelschule besuchen, oder in Essen (20,5).
Städte fordern mehr Geld
Knapp hinter Spitzenreiter Bonn (37,4) rangiert Dortmund mit einer Quote von 35,4 Prozent. Auch Mülheim (30,0), Bochum (29,5) und Herne (26,8) übertreffen den Landesdurchschnitt. Bei den Kreisen liegen Unna (37,6) Kleve (29,2) und Wesel (26,7) an der Spitze.
Der Rechtsanspruch soll überall in NRW zunächst an Vorreiterschulen für die Eingangsklassen 1 und 5 greifen. Im Konflikt um die Finanzierung will Löhrmann Ausnahmen vom Rechtsanspruch zulassen, falls Kommunen den Elternwillen nicht erfüllen können. Dies soll im Gesetz abgesichert werden. Auch gestern forderten die Städte finanziellen Ersatz vom Land. Löhrmann warf ihnen vor, die angebliche Mehrbelastung nicht mit Zahlen zu belegen. Das Land werde keinen „Blankoscheck“ ausstellen.
Förderschulen wird es weiter geben
Auch nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs sollen Kinder weiter eine Förderschule besuchen können. „Elternwille und Bedarf entscheiden“, sagte Löhrmann. Sie erwarte aber einen „Konzentrationsprozess“. Schon heute erreichen 244 der 693 Förderschulen in NRW nicht die Mindestschülerzahl. Nach Schätzungen von Experten werden in zehn Jahren 65 Prozent der Kinder mit Förderbedarf eine Regelschule besuchen, darunter der weitaus größte Teil mit Lernstörungen.

16:21
Ich habe das zweifelhafte Vergnügen mit einer GU Klasse Bekanntschaft zu machen.In dieser Klasse finden sich Kinder mit diversen Handicaps, verhaltensaufällige und verhaltensgestörte Kinder, lernbehinderte Schüler und die "ganz normalen " Schüler, die zum Teil ihr Päckchen zu tragen haben, weil sie keine "richtigen" Eltern haben.
Dazu gesellen sich Integrationshelfer en masse, die zusätzlich die Klassenräume füllen. Es ist kein normales Arbeiten möglich und man kann weder zielgleich, noch zieldifferent unterrichten. Überdies bin ich für ein solches Unterrichten nicht ausgebildet worden.
Ich glaube, dass mit der Inklusion lediglich das Ego der Eltern bedient werden soll, die ihre Kinder stigmatisiert sehen. Das kann ich sogar in Ansätzen verstehen, nur hilft es den Kindern in vielen Fällen nicht; weder den Behinderten, noch den nicht behinderten Mitschülern.
05:56
Integration...Inklusion..Gleichberechtigung..blah blah blah.. ich kann es nicht mehr hören...
Ich habe eine Schwerbehinderte Tochter ( Microzephalie UND Lissenzephalie) ( anmerk a.d. Redaktion: Mit den Begriffen im Archiv suchen,dann wißt ihr wer sie ist..vor Jahren hattet ihr mal ein Artikel über sie)- ich bin froh das sie auf eine LB-Schule geht..weil auf einer Regelschule würd nicht nur sie untergehen,sondern auch die Mitschüler vom lernen abhalten. Ich habe auch einen leicht Lernbehinderten 14 Jährigen...wenn der auf eine Regelschule gehen würde, dann könnte ich den in die Kinder und Jugendpsychatrie einweisen weil solche Kinder doch für "Normalen" nur Mobbing-Opfer wären !
Nein- ich bin gegen die Inklusion: Behinderte /Lernbehinderte Kinder gehören in die dementsprechenden Schulen !
05:55
[Entfernt von Moderator: Doppelpost]
01:09
Meine Erfahrung aus vielen Jahren als Sonderschullehrerin, in denen ich aus Überzeugung lern- und entwicklungsgestörte Kinder sowohl in Regel- als auch in Förderschulen gefördert habe:
Wenn ein (lern)behindertes Kind
a) psychisch stark genug ist, es auszuhalten, dass die anderen Kinder in der Klasse schneller oder anders lernen und dass es selber nur in kleinen Schritten vorankommt
und wenn das Kind
b) in der Lage ist, sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren und eine Zeitlang selbständig zu arbeiten,
kann es im Unterricht einer Regelschule gefördert werden.
Die Erfahrung zeigt aber, dass bei den meisten dieser Kinder weder a) noch b) vorhanden ist. Sie leiden darunter, weniger zu schaffen als andere und benötigen viel mehr individuelle Betreuung als das System vorsieht.
In diesen Fällen ist die Förderschule der bessere Förderort, weil die Kinder dort oft nach vielen Misserfolgen wieder Selbstbewusstsein und Freude am Lernen entwickeln.
00:48
aber wieso ein behindertes Kind in einer Regelschule ohne oder mit eingeschränkter Betreuung beser gefördert werden soll als an einer darauf spezialisierten Förderschule, darauf konnte mir bisher noch niemand eine Antwort geben.
00:46
Es ist absolut unanständig, wie Sie argumentieren.
"Offenbar wäre es den meisten am liebsten, man würde allen Behinderten gleich das Recht auf Leben absprechen."
Mit so einem Satz machen Sie jede sachliche Diskussion über die beste Möglichkeit, behinderte Kinder zu fördern, unmöglich.
Und wie Sie die Arbeit, die derzeit an Förderschulen geleistet wird, verächtlich machen, ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die Tag für Tag versuchen, auch junge Menschen mit Handicap zu fördern.
Ich kenne auch Eltern, die heilfroh sind, dass ihre behinderten Kinder in einer Förderschule adäquat unterrichtet wurden bzw. werden . Die wollen gar nicht, dass ihre Kinder in einer Regelschule sitzen und zusehen, wie die anderen Dinge lernen, die sie selber nie verstehen werden. Für das gesellschaftliche Miteinander ist Inklusion sicher sinnvoll,
23:35
offenbar ist in den letzten 70 Jahren in Deutschland in diesem Bereich nicht allzuviel erreicht worden. Überall nur Vorurteile und Verallgemeinerungen.
Als Vater eines Kindes mit Down-Syndrom kann man echt nur den Kopf schütteln, wie Einseitig, Uninformiert und Verbohrt die Leute doch immer noch sind......
Offenbar wäre es den meisten am liebsten, man würde allen Behinderten gleich das Recht auf Leben absprechen.
Ich werde jedenfall weiter dafür kämpfen, dass mein Kind nicht den Rest seines Lebens in einer Behindertenwerkstatt fristen muss. Ob Ihr das nun wollt oder nicht !
Glückwunsch:
Goodwins Law bereits im sechsten Kommentar erfüllt, die eigene individuelle Erfahrungen verallgemeinert und anderer Leute individuelle Erfahrungen als Vorurteile und Verallgemeinerungen von einseitigen, uninformierten und verbohrten Leuten diskreditiert um dann nochmal der Allgemeinheit den Wunsch ein wenig Eugenik zu unterstellen.
Genau so müssen Diskussionen laufen, damit es im Leben klappt.
Bin dann mal direkt wieder raus. Bei Diskussionen mit Gleichgesinnten, sollte es leichter sein, einen Konsens zu finden. Viel Erfolg.
... machen Sie mit diesem Beitrag deutlich.
23:22
Wer mal einen Autisten in der Klasse hatte, der um acht Uhr morgens anfängt zu schreien und mit kleinen Unterbrechungen nachmittags noch nicht fertig ist, der weiß, dass in dem Zeitraum die 20-30 anderen Schüler auch dann nicht zu "normalem" Unterricht kommen, wenn es eine 1:1 Betreuung in Form eines Intergrationsherfers oder einer Sonderpädagogin gibt.
Was würden die Verfechter dazu sagen, wenn ein zweiter Schüler nebenbei während des Unterrichts regelmäßig ihrem Kind in den Nacken schlägt und im Klassenraum rumspuckt.
Und der Lehrer käme nicht dazu den restlichen Schülern das Rechnen beizubringen, weil der Lärm und das ewige rein- und rausschlörren der fehlverhaltenden Schüler zusammen mit dem Geschrei und dem Lärm aus dem angrenzenden Konfliktlösungsraum, in dem sich gerade der lauthals lachende T21 Schüler aus der Nachbarklasse nicht zum Snoozeln überreden lässt?
Hier meine Thesen:
Die aktuellen Vorzeigeinklusionsschulen sind (a) so teuer, dass man das nicht flächendeckend übernehmen kann und (b) Primarstufenschulen.
Inklusion hört spätestens mit der Mittelstufe auf. Kinder sind verdammt ehrlich, und das kann sehr hart sein. Die meisten Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden spüren, dass die anderen ihnen überlegen sind - und die anderen werden es sie spüren lassen.
Wenn Inklusion an Mittelstufenschulen tatsächlich fortgeführt wird, dann mit Erfolg nur für KB Schüler. Alles was auch nur in Ansätzen in Richtung GB geht, wird maximal zur Auffüllung der Klassenstärken in Hautschulen verheizt, um deren Bestand zu sichern.
In Einzelfällen mag Inklusion der richtige Weg sein. Das Recht darauf mag ich niemandem verwehren, nur sollte bisweilen das Glück und das seeliche Gleichgewicht eines Kindes, das auf einer Regelschule nicht mithalten kann, egal, wie niedrig man die Ziele setzt, vor das Ego der Eltern gestellt werden.
Sie haben meine 100%ige Zusrtimmung.
Ich habe das zweifelhafte Vergnügen mit einer GU Klasse Bekanntschaft zu machen.In dieser Klasse finden sich Kinder mit diversen Handicaps, verhaltensaufällige und verhaltensgestörte Kinder, lernbehinderte Schüler und die "ganz normalen " Schüler, die zum Teil ihr Päckchen zu tragen haben, weil sie keine "richtigen" Eltern haben.
Dazu gesellen sich Integrationshelfer en masse, die zusätzlich die Klassenräume füllen. Es ist kein normales Arbeiten möglich und man kann weder zielgleich, noch zieldifferent unterrichten. Überdies bin ich für ein solches Unterrichten nicht ausgebildet worden.
Ich glaube, dass mit der Inklusion lediglich das Ego der Eltern bedient werden soll, die ihre Kinder stigmatisiert sehen. Das kann ich sogar in Ansätzen verstehen, nur hilft es den Kindern in vielen Fällen nicht; weder den Behinderten, noch den nicht behinderten Mitschülern.
22:31
Es ist schlimm, wie unverbindlich diese Regierung ist. Der Bürger zahlt immer mehr Steuern und kann auch von unseren gut versorgten Verwaltungen/Politikern Leistung erwarten. Das ist aber nicht der Fall, es ist immer alles im Schulbereich unverbindlich.
Schon immer wurden Kinder mit und ohne Behinderung zusammen unterrichtet. Das hängt doch vom Einzelfall ab. Deshalb sind aus meiner Sicht Statistiken auch nicht aussagekräftig.
Bei der Inklusion muss auch die optimale Förderung des Standard-Schülers und des hochbegabten Schülers beachtet werden. Auch diese Kinder haben einen Ansprach, ihre Fähigkeiten optimal zu entwickeln.
Bei der Inklusion muss es auch finanzielle Grenzen geben. Deshalb macht eine Konzentration auf Schulen, die die benötigten Spezialkräfte/Infrastrukturen bereitstellen das Ziel sein.
Bei den weiterführenden Schulen müssen natürlich auch die Standards dieser Schulen von den Schülern erreicht werden.
Das stimmt so nicht. Hier in Mülheim werden Eltern von "Kindern mit förderbedarf" gezielt desinformiert und belogen, damit die Kinder am Ende auf einer Förderschule landen. Wer das nicht will, muss kämpfen und bis in die höchsten Stellen ziehen !
22:25
Meine Schwester ist in der 9. Klasse auf einer Förderschule und sie kann nicht richtig lesen, schreiben und rechnen!
Ich habe auch keine Probleme damit die Schule beim Namen zu nennen, aber eines möchte ich gerne sagen, der Ruhrpott ist in allem SEHR OFT in den hinteren Ranglisten!
Sie erzielte mir auch oft, dass die Lehrer schikanierten und vor der Klasse Mobbing fördern!
Die NRW-Landesregierung vergisst den Ruhrpott! Die denken nur an Düsseldorf, Bonn, Köln usw.
Es regt mich einfach nur noch auf! Und wenn man die Lehrer zur Rede stellt SIND ES IMMER DIE SCHÜLER!
Was hat das mit dem Ruhrgebiet zu tun? Was Sie berichten, beruht lediglich auf subjektiven Erzählungen und klingt doch sehr nach einem hilflosen Versuch, das System schlecht dastehen zu lassen - vermutlich aufgrund eigener negativer Erfahrungen.
Bitte informieren Sie sich erst über schulische Fakten, bevor Sie zu Ihren völlig daneben liegenden Rundumschlägen ausholen.
Ich denke, das ist genau das Problem: In den sogenannten Förderschulen werden die Kinder nur daraufhin "gefördert", nachher in der Behindertenwerkstatt Kugelschreiber zusammenzuschrauben.
Wir haben mit unserer Tochter auch vor der Einschulung eine Förderschule für eine Stunde besucht. Ihr Kommentar (mit 5 Jahren): "Komischer Kindergarten. Da will ich nicht hin!"
Das sagt doch genug ! Ich möchte, dass meine Tochter später im Rahmen ihrer Möglichkeiten ganz normal am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.