Inhalte ändern – nicht Fristen

Ginge es nach Yasmin Fahimi, würden die Deutschen statt eines Wahlsonntags ganze Wahlwochen haben. Die SPD-Generalsekretärin betont, dass sie den Vorstoß gemacht habe, weil sie sich mit einer Wahlbeteiligung von 50 Prozent nicht abfinden wolle. Das ist ehrenwert. Mehr aber auch nicht. Denn all die Wahlmüden und auch der Politikverdrossenen werden weiter mit Abwesenheit glänzen: An der zur Abstimmung stehenden Politik änderte sich ja nichts.

Angesichts der niedrigen Wahlbeteiligungen täten Politiker und Parteien deshalb besser daran, ihr augenscheinlich wenig attraktives Angebot zu überdenken statt, wie jetzt von Fahimi ins Spiel gebracht, längere Fristen vorzuschlagen. Warum sollte der Bürger seine Kreuze unter der Woche setzen, wenn er sich schon nicht an einem Sonntag ins Wahllokal bequemt? Zumal er dadurch glatt noch mehr Zeit hätte drüber nachzudenken, warum er auch diesmal nicht abstimmen wird.