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In NRW fehlen Sozialwohnungen

02.08.2012 | 22:03 Uhr
In NRW fehlen Sozialwohnungen
Für sozialen Wohnungsbau werden in Nordrhein-Westfalen immer weniger Fördermittel eingesetzt.(Foto: Kitschenberg)

Düsseldorf.   Es gibt 40 Prozent weniger geförderte Wohnungen in Nordrhein-Westfalen als noch vor zehn Jahren. Zuschüsse für viele Investoren zu niedrig. Der Mieterbund warnt vor weiteren Kürzungen von Fördermitteln.

Die Zahl der Sozialwohnungen in NRW ist in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent auf 544.000 gesunken. Die Landesregierung konzentriert daher die Fördermittel für sozialen Wohnungsbau vor allem in Städten mit einem engen und teuren Wohnungsmarkt – wie Köln und Düsseldorf.

Doch auch in anderen Regionen wünscht man sich mehr Anreize für den Sozialwohnungsbau: Gert Huesmann, Chef der Wohnbau in Dinslaken, sagte der NRZ: „Immerhin haben wir noch für 22 Prozent unserer knapp 5800 Wohnungen eine Mietpreisbindung - und nur deshalb haben wir einen Mieten-Schnitt von 4,59 pro Quadratmeter. Wäre die Förderung attraktiver, würden mehr Investoren zugreifen. Freifinanzierte Wohnungen mit 8 Euro pro qm können sich viele nicht mehr leisten.“

Grund für den Rückgang der Sozialwohnungen: Die Preis- und Belegungsbindungen aus den 1950er bis 1970er-Jahren laufen aus.

Der Staatssekretär im NRW-Bauministerium, Gunther Adler, sieht indes ein ausreichendes Angebot an preisgünstigen Wohnungen in den meisten Landesteilen, daher rechnet er nicht mit allgemein drastischen Mietpreissteigerungen. In Städten mit wachsenden Einwohnerzahlen sei die Entwicklung aber „problematisch“, sagte Adler.

Mieterbund warnt vor weiteren Kürzungen

Dieses Jahr stellt NRW 850 Millionen Euro Förderdarlehen für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. Dabei konzentriert das Land die Mittel auf den Mietwohnungsbau für Haushalte mit geringem Einkommen und auf die energetische Sanierung von Sozialwohnungen. Beim Bauverein Friemersheim (Duisburg) glaubt man indes nicht, dass kurzfristig mehr Sozialwohnungen geschaffen werden können: „Das geht erst nach einem Anlauf von drei, vier Jahren“, sagt Vorstand Dietmar Vornweg. Wichtig sei, dass sich die Baugesellschaften ihre Mieter aussuchen könnten.

Der Mieterbund warnte vor weiteren Kürzungen der Fördermittel. Dagegen sieht das Institut der deutschen Wirtschaft im sozialen Wohnungsbau „wegen geringer Treffsicherheit“ keine Lösung.

Von Wilfried Goebels und Manfred Lachniet



Kommentare
05.08.2012
16:39
.
von AuroraBorealis | #8

@ meigustu | #4

Wohnraum MUSS (!) auf ALLE Stadtteile GLEICHMÄSSIG verteilt sein.
Wenn das Jobcenter nicht ausreichend angemessenen und verfügbaren Wohnraum in allen Stadtteilen gleichmäßig anbieten kann, sondern die Betroffenen nur auf bestimmte Stadtteile verweist, dann handelt das Jobcenter eindeutig gegen bereits mehrfache Entscheidungen des Bundessozialgerichts aus denen klar und unmissverständlich hervorgeht, dass eine Segregation und eine Ghettobildung nicht stattfinden darf.

@ Partik | #7

Zu Ihrem Absatz 1:
Was Sie schreiben, entspricht nicht der Realität. Jobcenter glauben immer einen grund zu haben, weswegen sie die eigentlich zu teure Wohnung eben nicht bezahlen wollen. Eine Ausrede der Jobcenter ist, man habe sich angeblich nicht genug um preiswerteren Wohnraum bemüht.
Jobcenter wollen ganz einfach nur Geld einsparen. Da greifen diese Stellen eben auch gerne auf ungesetzliches Verhalten zurück. Jobcenter provozieren so die Klageerhebung durch die Betroffenen.

05.08.2012
09:28
Unsinn ...
von Partik | #7

Weist man Bemühungen nach (auf den Listen der Wohnungsgesellschaften stehen, Bewerbungen um billige Wohnungen vorlegen usw.), dann wird auch eine eigentlich zu teure Wohnung bezahlt.

Wer natürlich nur untätig auf dem Sofa hockt, und in Internetforen heult, dass man ja als Sozialwohnung nur im Betonklotz etwas bekäme - tja, der muss wohl erst lernen, wie Realität 2012 schmeckt. Die 70er, wo mit zweckentfremdeten Geld aus dem Rententopf Sozialwohnungen gebaut wurden, sind vorbei.

Ja, Geringverdiener / Hilfebezieher zu sein, bedeutet eben, dass einem von einer leistungsorientierten Gesellschaft nicht der Hintern gepudert wird, auch wenn vielleicht der moralische Anspruch besteht. Wer etwas billig haben möchte, muss darum kämpfen. Nachgeworfen wird einem nichts, wenn man auf Wohnungssuche nur mit dem Bescheid vom Amt winken kann.

Genauso bezeichnend ist, dass hier immer noch von der "ARGE Bochum" gesprochen wird, die es seit 1,5 Jahren gar nicht mehr gibt.

05.08.2012
09:06
@5 Das liegt wohl an den Gewinnerwartungen der Investoren
von meigustu | #6

Würde die Kommune wie eine türkische Großfamilie geführt, würde Papa schauen wer in der Familie was kann und wer arbeitslos ist bzw. unterirdisch verdient. Dann kauft man im Praktiker das Material und legt los Entweder saniert man einen Altbau oder baut wie die rein deutschen Siedlergenossenschaften im Nachkriegsdeutschland gleich ganz neu.

04.08.2012
23:17
In NRW fehlen Sozialwohnungen
von Juettelchen | #5

Warum werden, wenn es um Sozialwohnungen geht, immer diese Wohnsilo gezeigt? Können diese Wohnungen nicht auch in Häusern mit zwei oder drei Etagen sein, in dem der Mieter das Gefühl hat in einem Haus zu wohnen und nicht in einem Betonklotz? Ich glaube, das ist Absicht, Menschen, die arm sind, aus welchem Grund auch immer, in solche Ghettos einzupferchen.

04.08.2012
20:41
Und wer soll die Sozialwohnungen mieten ?
von meigustu | #4

Die ARGE zumindest in Bochum tut sich schwer eine Sozialwohnung zu bezahlen. Da gibt es etlichen preiswerteren Wohnraum z.B. in dem Heussner Viertel für das heutige Highincomes vor 30 Jahren erfolgreich gekämpft haben. Die Bruchbuden dort und in der Nachbarschaft sind heute die Drohkulisse die die H4ler gefügig macht. Eben weil sie deutlich billiger als Sozialwohnungen sind.

04.08.2012
15:06
In den NRW-Kommunen fehlt es überall an preiswertem Wohnraum.
von AuroraBorealis | #3

Es ist mittlerweile schon so weit, dass Studenten in muffigen ausrangierten Büroräumen der aufgegebenen Polizeiwachen wohnen sollen.
Hartz IV-Bezieher werden von den Kommunen genötigt, ihre angeblich plötzlich als unangemessen errechnete Wohnung durch Zwangsumzug verlassen zu müssen. Nur wissen diese menschen nicht, wo sie diesen preiswerten Wohnraum finden sollen. Es gibt ihn einfach nicht!
Es ist an der Zeit, dass die Sozialgerichte sich dem Fakt stellt und erkennt, dass die Bemessungsgrenzen der Kommunen für Hartz IV-Bezieher bzgl. der Kosten der Unterkunft (= KdU) an Dimensionen heranreicht, zu denen es vor 25 Jahren Wohnraum zum Anmieten gegeben hat. Die Bemessungsgrenzen bei den KdU muß auf den tatsächlichen Ist-Zustand, d. h., zu dem am Markt defintiv verlangten Kosten angehoben werden.
Die Betroffenen finden keine preiswerten Wohnungen, weil nicht vorhanden.
Die Differenz ist dann gesetzeswidrig aus dem Regelbedarf zu begleichen. Da kommt schnell ein 3-stellige Summe zusammen.

04.08.2012
09:53
In NRW fehlen Sozialwohnungen
von wohlzufrieden | #2

Ist doch logisch, bei Vollbeschäftigung durch Almosen-Entgelt fehlen immer ein paar Bretterbuden. In empfehle daher Anschauungsunterricht in Manila und anderen diversen Armutsgegenden zu nehmen. Hat doch sogar in den achtziger Jahren eine bedeutende FDP-Politikerin vorgeschlagen, für Sozialhilfeempfänger billige Wohnungen ohne Bad zu bauen. Damit kommt Sie allerdings dem Schutzpatron des Nürburgsringes in die Quere, der ja behauptete, Arbeitslose sollen sich gefälligst waschen und rasieren...

03.08.2012
22:17
In NRW fehlen Sozialwohnungen
von maped | #1

Anscheinend fehlen Arbeitsstellen, dann klärt sich der Bedarf von Sozialstellen von alleine.

1 Antwort
In NRW fehlen Sozialwohnungen
von Volksentscheid | #1-1

Ich ergänze:Und vorhandene Arbeitsplätze dürften keine Hungerlöhne als Einkommen haben

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