In NRW beginnt das Buhlen um die CDU-Basis
11.08.2010 | 20:34 Uhr 2010-08-11T20:34:00+0200
Düsseldorf/Berlin.Bisher galt Armin Laschet, erster Integrationsminister Deutschlands, als Freund von Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Nun könnten die beiden gegeneinander antreten bei der Wahl des neuen CDU-Landesvorsitzenden in NRW.
Freundschaft kann in der Politik zwar schneller in Feindschaft umschlagen als drückende Sommerschwüle in ein Gewitter, aber das ging Armin Laschet dann doch zu rasant. Als eine Zeitung den Ex-Minister und bislang einzigen erklärten Anwärter auf das Amt des CDU-Landesvorsitzenden jüngst als „Gegner“ von Bundesumweltminister Norbert Röttgen abbildete, beklagte der leutselige Aachener im kleinen Kreis treuherzig diese journalistische Zuspitzung. „Ich und ein Gegner Röttgens?“, fragte er konsterniert.
Laschet hat den zurzeit in Kärnten urlaubenden Mitinteressenten für die Nachfolge von Jürgen Rüttgers im wichtigsten CDU-Landesverband erst im letzten Moment davon unterrichtet, dass er sich öffentlich in Stellung bringen werde und dafür bereits wichtige Unterstützer wie Landtagsfraktionschef Karl-Josef Laumann, Partei-General Andreas Krautscheid und sechs der acht einflussreichen Bezirksfürsten hinter sich geschart habe. Ein Affront?
Dass Röttgen seither recht einsilbig reagierte, hängt wohl nicht allein damit zusammen, dass Tennispartien und Radtouren in Österreich ihn vom Telefonieren abhielten.
16.000 Mitglieder haben die Wahl
In der Bundes-CDU geht man „recht verlässlich“ davon aus, dass Röttgen jetzt erst recht seinen Hut für den Landesvorsitz in den Ring wirft – vorausgesetzt, die Signale von der Basis stimmen. „Der Norbert ist ein klassischer Rückversicherer“, sagt ein Weggefährte des Umweltministers, „darum nimmt er sich wohl bis Ende August Zeit, um das Feld zu sondieren.“
Die Phalanx der Funktionäre für Laschet halten Christdemokraten im Bund für überbewertet. Wenn es zwei Bewerber gibt, soll schließlich die Basis entscheiden. Ein CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Rheinland, der nicht zitiert werden möchte: „Wenn die Mitglieder zu entscheiden haben, wer es am Ende wird, dann zählen Funktionärs-Empfehlungen nicht so sehr.“
Zeit der Hinterzimmergespräche vorbei
Dass Röttgen die CDU- Basis mit seiner „Redegewandtheit, konzeptionellen Kraft und bundespolitischen Bekanntheit“ einnehmen kann, hält man in der CDU-Zentrale für „durchaus denkbar“. Generalsekretär Krautscheid hat einmal hochgerechnet, dass über herkömmliche Postverteiler und Multiplikatoren gerade einmal 5000 aktive Christdemokraten zwischen Heinsberg und Höxter erreicht werden. Die Partei zählt jedoch gut 160 000 Mitglieder, die per geordnetem Briefwahlverfahren womöglich mobilisiert würden.
Der Chef der Ruhrgebiets-CDU, Oliver Wittke, hält die Aktivierung der Basis nach der Wahlpleite vom Mai für unerlässlich: „Ich kann mir sogar vorstellen, dass wir nicht nur den Vorsitzenden von den Mitgliedern wählen lassen, sondern auch die Delegierten für das Präsidium der Bundes-CDU erstmals von einem Parteitag bestimmen lassen.“ Die Zeit der „Hinterzimmer-Absprachen und Koppelgeschäfte“ müsse vorbei sein.
Große Ähnlichkeiten
Kommunikativ, ehrgeizig, rheinisch liberal, schwarz-grün angehaucht – kurioserweise passt die Beschreibung auf Laschet wie auf Röttgen, die einander bislang mochten und die NRW-CDU beide nicht neu erfinden wollen. Hier lauert wohl kein politischer Richtungsstreit. Laschets größtes Plus scheint es, dass er für eine „Landeslösung“ steht. Er ist Landtagsmitglied, kann die rot-grüne Minderheitsregierung im Düsseldorfer Tagesgeschäft attackieren und die Parteiseele in Attendorn und anderswo streicheln. Bei Röttgen wäre die Vereinbarkeit von Weltklimakonferenz und Kreisvorsitzenden-Treffen wohl schwieriger.

12:21
Nach dem Fall der CDU in NRW bin ich aus dieser Partei ausgetreten. Meine Interessen sehe ich schon lange nicht mehr vertreten. Konservative und christliche Werte sowie ein modernes Parteiprogramm kann ich nicht mehr erkennen. Ebenso fehlen der CDU schon länger ehrliche Werte einer sozialen Gerechtigkeit. Zahlmeister der Nation bleibt unsere Mittelschicht. Von Entlastung und auch Bildung wird nur gelabert. Das habe ich satt.
11:57
Ich war Jahrzehnte CDU-Mitglied. Dank der chaotischen Rüttgersregierung bin ich für immer ausgetreten. Soziale Gerechtigkeit und Arbeiterführer waren nur Schall und Rauch. Druck auf Berlin wurde nicht ausgeübt. In meiner Familie habe ich erlebt, wie schnell man nach 38 Jahren Arbeit in Hartz-IV rutschen kann. Das kann es nicht sein. Jedoch die Obrigkeit bedient sich selbst aus Steuergeld. Mit der CDU habe ich Fehler gemacht. Ich bedaure es und habe mich umorientiert zu einer Partei, der soziale Gerechtigkeit wichtig ist. Wie lange will man sich das Merkeldesaster in Berlin noch ansehen? Seit Jahren führt sie die CDU in den Keller. Man will es scheinbar nicht sehen. Politik an der Masse des Volkes vorbei, kosten den Parteien Kopf und Kragen. Ich hoffe, alle Wähler werden schlauer.
09:53
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09:03
ein Problem hat die CDU-NRW: Die Mitglieder haben dort nicht mehr Funktion als die Beiträge zu zahlen, da es die Funktionselite nicht tut (siehe die Ex-Landtagspräsidentin). Insofern glaube ichnicht, daß es wirklich zu einer Mitgliederbefragung kommt.
Ferner sei an die widerwärtige Funktion der CDU-NRW/CDU-DU in der Loveparade erinnert...
07:34
Es ist schon traurig wenn in einer Demokratie Wahlen bei der mehrere Kandidaten zur Auswahl stehen als außergewöhnliches Ereignis, als kriegerischer Akt der Kontrahenten, oft sogar als Parteischwäche ausgelegt werden.
Wer so etwas schreibt sollte sich doch bitte mal in Sachen Demokratie nachsitzen.
23:36
Wie war nochmal fie Steigerung von Feind?
- Feind
- Todfeind
- Parteifreund
PS: die CDU erlebt jetzt ihr Projekt 18
21:54
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21:50
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21:49
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21:47
CDU ist laut Emnid Umfrage von selben Tag auf 31 %.
Also, liebe SChreiberlinge, ich verbreite immer die Meinung, die ich gerne selbst hätte....