In Havanna zeigt sich vorsichtiger WandelTöten im Namen Gottes ?Töten im Namen Gottes ?Töten im Namen Gottes ?Töten im Namen Gottes ?Töten im Namen Gottes ?

Essen..  „Tötet alle Ungläubigen!“ Mit diesem Mordaufruf ziehen islamistische Kämpfer in den Krieg gegen Christen, Juden, Heiden und den ganzen gottlosen Westen. Sie berufen sich dabei auf die heilige Schrift, den Koran. Ist der Islam deshalb eine grundsätzlich gewaltbereite Religion? Hat er darauf ein „Monopol“? Oder beanspruchen alle monotheistischen Religionen (Eingottglaube), also auch das Christentum, ihren Glauben notfalls mit Gewalt verteidigen und verbreiten zu sollen?

Die Ursachen religiöser Gewalt

Im absoluten Wahrheitsanspruch einer Religion sowie in der Vorstellung eines mit Gott geschlossenen Bundes und der Verpflichtung zu absoluter Treue liegt der Ursprung religiöser Gewalt, vermutet Jan Assmann – dies trifft für den Islam, das Christen- und das Judentum zu. Der renommierte Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler erforscht seit Jahren intensiv den Zusammenhang zwischen Religion und Gewalt.

Der Bundesgott des Alten Testaments ist laut Assmann ein „eifersüchtiger Gott“, der unbedingte Treue verlangt und seine Feinde verfolgt. Eifersucht gehört zur Liebe dazu, und der Bund mit dem auserwählten Volk entspringt liebender Zuwendung. Seine Eifersucht richtet sich gegen andere Götter. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ lautet das erste Gebot. Der Eingottglaube grenzt somit andere Religionen aus, weil er deren Götter nicht anerkennt und deren Verehrer als Heiden und Ungläubige abstempelt.

Die Verpflichtung zum Kampf

Geschichtlich habe der Eingottglaube bei Juden nicht zu wirklicher Gewaltausübung geführt. Anders bei Christen und Muslimen. Assmann: „Mit der Vorstellung eines Bundes mit Gott gehen die Gläubigen zugleich eine Verpflichtung ein. Der Mensch macht sich zum Vollstrecker des göttlichen Willens. Dies kann zu Gewalt gegen Abtrünnige führen und bedeutet auch die Bereitschaft, für Gott zu töten oder zu sterben.“

Viele Suren des Korans handeln vom „Weltgericht“. Das Ende sei nahe und der Tag, an dem Gott seine Urteile fällt, wird kommen, erklärt Assmann. Vieles deute darauf hin, dass sich diese Vorstellung auch heute in islamischen Gesellschaften leichter aktivieren lässt als im Christentum. Wobei er betont, dass die Kämpfer des „Islamischen Staat“ nichts mit dem Koran zu tun hätten. „Da geht es um Macht und Geld, nicht um Religion“, so Assmann.

Der politische Missbrauch sei die gefährliche Seite vor allem jener Religionen, die sich auf einen Bund mit Gott berufen und strikte Treue verlangen. Assmann: „Denn mit dem Treuegedanken kommt zugleich auf, dass die Gläubigen zum Kampf gegen Ungläubige verpflichtet sind. Im Christentum manifestiert sich dieser Gedanke zum Beispiel in den Kreuzzügen, im Islam in der kriegerischen Form des Dschihad.“

Die Bibel und der Koran

Die Bibel und der Koran seien ganz unterschiedliche Schriften. Die Bibel sei eher eine kleine „Bibliothek“, eine Textsammlung mit den wichtigsten Schriften, die über lange Zeit historisch gewachsen ist. Der Koran hingegen sei ein richtiges Buch, dem Propheten diktiert vom Engel Gabriel.

Religion als Widerstandsbewegung

Alle drei monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, seien ursprünglich entstanden als Widerstandsbewegungen, sagt der Ägyptologe. In Israel gegen das kanaanäische Heidentum, bei den Urchristen gegen das Römische Reich und beim Islam gegen die mekkanischen Juden, Christen, Heiden und Händler. Mit der Idee der Offenbarung konnte man diesen äußeren Mächten etwas entgegensetzen.“ Noch im heutigen Islam sei die Struktur einer politischen Widerstandsbewegung wirksam.

Trennung von Religion und Welt

Assmann erklärt dies historisch: Sowohl die Juden im Persischen Reich als auch die Christen unter Römischer Herrschaft waren politisch machtlos. „Sie waren gezwungen, die Politik den Mächtigen zu überlassen und sich nach innen auf die religiöse Seite zu konzentrieren.“ Dieser Verzicht äußert sich im Christentum in der „Zwei-Reiche-Lehre“: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, sagt Jesus. Oder „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Im religiösen Bereich schufen sich die Gläubigen somit einen Freiraum.

Assmann: „Diese Unterscheidung der Sphären macht der Islam nicht. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied.“ Der Islam wirkt hingegen aktiv in das politische Leben hinein. Religion und Staat werden nicht getrennt gedacht. „Deshalb musste er sich Raum verschaffen, Territorien erobern. Etwas von einer Eroberungs-Religion hat der Islam bis heute bewahrt.“

Versöhnung im Gespräch

Trotz seiner Expansionsgeschichte sei der Islam die erste Religion mit einer „Toleranz-Theorie“, sagt Assmann. Bereits im neunten Jahrhundert trafen sich auf Einladung der KalifenAbgesandte von Christen, Juden und Muslimen in Bagdad und Toledo zu religiösen Diskursen und Debatten.

An diese Tradition könnte man anknüpfen, um eine Versöhnung zwischen den Religionen zu beginnen, schlägt Assmann vor. Christen Muslime und Juden sollten im Gespräch Vorurteile überwinden. Denn die Religionen hätten sehr viele ethische, philosophische und historische Gemeinsamkeiten, über die man sich verständigen könne. „Mehr Verständnis, Sensibilität und Empathie ist in unserer globalisierten Welt überlebenswichtig.“ Die Differenzen ließen sich nicht mit Waffengewalt überwinden, sondern nur im Dialog.

„Tötet alle Ungläubigen!“ Mit diesem Mordaufruf ziehen islamistische Kämpfer in den Krieg gegen Christen, Juden, Heiden und den ganzen gottlosen Westen. Sie berufen sich dabei auf die heilige Schrift, den Koran. Ist der Islam deshalb eine grundsätzlich gewaltbereite Religion? Hat er darauf ein „Monopol“? Oder beanspruchen alle monotheistischen Religionen (Eingottglaube), also auch das Christentum, ihren Glauben notfalls mit Gewalt verteidigen und verbreiten zu sollen?

Die Ursachen religiöser Gewalt

Im absoluten Wahrheitsanspruch einer Religion sowie in der Vorstellung eines mit Gott geschlossenen Bundes und der Verpflichtung zu absoluter Treue liegt der Ursprung religiöser Gewalt, vermutet Jan Assmann – dies trifft für den Islam, das Christen- und das Judentum zu. Der renommierte Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler erforscht seit Jahren intensiv den Zusammenhang zwischen Religion und Gewalt.

Der Bundesgott des Alten Testaments ist laut Assmann ein „eifersüchtiger Gott“, der unbedingte Treue verlangt und seine Feinde verfolgt. Eifersucht gehört zur Liebe dazu, und der Bund mit dem auserwählten Volk entspringt liebender Zuwendung. Seine Eifersucht richtet sich gegen andere Götter. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ lautet das erste Gebot. Der Eingottglaube grenzt somit andere Religionen aus, weil er deren Götter nicht anerkennt und deren Verehrer als Heiden und Ungläubige abstempelt.

Die Verpflichtung zum Kampf

Geschichtlich habe der Eingottglaube bei Juden nicht zu wirklicher Gewaltausübung geführt. Anders bei Christen und Muslimen. Assmann: „Mit der Vorstellung eines Bundes mit Gott gehen die Gläubigen zugleich eine Verpflichtung ein. Der Mensch macht sich zum Vollstrecker des göttlichen Willens. Dies kann zu Gewalt gegen Abtrünnige führen und bedeutet auch die Bereitschaft, für Gott zu töten oder zu sterben.“

Viele Suren des Korans handeln vom „Weltgericht“. Das Ende sei nahe und der Tag, an dem Gott seine Urteile fällt, wird kommen, erklärt Assmann. Vieles deute darauf hin, dass sich diese Vorstellung auch heute in islamischen Gesellschaften leichter aktivieren lässt als im Christentum. Wobei er betont, dass die Kämpfer des „Islamischen Staat“ nichts mit dem Koran zu tun hätten. „Da geht es um Macht und Geld, nicht um Religion“, so Assmann.

Der politische Missbrauch sei die gefährliche Seite vor allem jener Religionen, die sich auf einen Bund mit Gott berufen und strikte Treue verlangen. Assmann: „Denn mit dem Treuegedanken kommt zugleich auf, dass die Gläubigen zum Kampf gegen Ungläubige verpflichtet sind. Im Christentum manifestiert sich dieser Gedanke zum Beispiel in den Kreuzzügen, im Islam in der kriegerischen Form des Dschihad.“

Die Bibel und der Koran

Die Bibel und der Koran seien ganz unterschiedliche Schriften. Die Bibel sei eher eine kleine „Bibliothek“, eine Textsammlung mit den wichtigsten Schriften, die über lange Zeit historisch gewachsen ist. Der Koran hingegen sei ein richtiges Buch, dem Propheten diktiert vom Engel Gabriel.

Religion als Widerstandsbewegung

Alle drei monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, seien ursprünglich entstanden als Widerstandsbewegungen, sagt der Ägyptologe. In Israel gegen das kanaanäische Heidentum, bei den Urchristen gegen das Römische Reich und beim Islam gegen die mekkanischen Juden, Christen, Heiden und Händler. Mit der Idee der Offenbarung konnte man diesen äußeren Mächten etwas entgegensetzen.“ Noch im heutigen Islam sei die Struktur einer politischen Widerstandsbewegung wirksam.

Trennung von Religion und Welt

Assmann erklärt dies historisch: Sowohl die Juden im Persischen Reich als auch die Christen unter Römischer Herrschaft waren politisch machtlos. „Sie waren gezwungen, die Politik den Mächtigen zu überlassen und sich nach innen auf die religiöse Seite zu konzentrieren.“ Dieser Verzicht äußert sich im Christentum in der „Zwei-Reiche-Lehre“: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, sagt Jesus. Oder „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Im religiösen Bereich schufen sich die Gläubigen somit einen Freiraum.

Assmann: „Diese Unterscheidung der Sphären macht der Islam nicht. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied.“ Der Islam wirkt hingegen aktiv in das politische Leben hinein. Religion und Staat werden nicht getrennt gedacht. „Deshalb musste er sich Raum verschaffen, Territorien erobern. Etwas von einer Eroberungs-Religion hat der Islam bis heute bewahrt.“

Versöhnung im Gespräch

Trotz seiner Expansionsgeschichte sei der Islam die erste Religion mit einer „Toleranz-Theorie“, sagt Assmann. Bereits im neunten Jahrhundert trafen sich auf Einladung der KalifenAbgesandte von Christen, Juden und Muslimen in Bagdad und Toledo zu religiösen Diskursen und Debatten.

An diese Tradition könnte man anknüpfen, um eine Versöhnung zwischen den Religionen zu beginnen, schlägt Assmann vor. Christen Muslime und Juden sollten im Gespräch Vorurteile überwinden. Denn die Religionen hätten sehr viele ethische, philosophische und historische Gemeinsamkeiten, über die man sich verständigen könne. „Mehr Verständnis, Sensibilität und Empathie ist in unserer globalisierten Welt überlebenswichtig.“ Die Differenzen ließen sich nicht mit Waffengewalt überwinden, sondern nur im Dialog.

„Tötet alle Ungläubigen!“ Mit diesem Mordaufruf ziehen islamistische Kämpfer in den Krieg gegen Christen, Juden, Heiden und den ganzen gottlosen Westen. Sie berufen sich dabei auf die heilige Schrift, den Koran. Ist der Islam deshalb eine grundsätzlich gewaltbereite Religion? Hat er darauf ein „Monopol“? Oder beanspruchen alle monotheistischen Religionen (Eingottglaube), also auch das Christentum, ihren Glauben notfalls mit Gewalt verteidigen und verbreiten zu sollen?

Die Ursachen religiöser Gewalt

Im absoluten Wahrheitsanspruch einer Religion sowie in der Vorstellung eines mit Gott geschlossenen Bundes und der Verpflichtung zu absoluter Treue liegt der Ursprung religiöser Gewalt, vermutet Jan Assmann – dies trifft für den Islam, das Christen- und das Judentum zu. Der renommierte Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler erforscht seit Jahren intensiv den Zusammenhang zwischen Religion und Gewalt.

Der Bundesgott des Alten Testaments ist laut Assmann ein „eifersüchtiger Gott“, der unbedingte Treue verlangt und seine Feinde verfolgt. Eifersucht gehört zur Liebe dazu, und der Bund mit dem auserwählten Volk entspringt liebender Zuwendung. Seine Eifersucht richtet sich gegen andere Götter. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ lautet das erste Gebot. Der Eingottglaube grenzt somit andere Religionen aus, weil er deren Götter nicht anerkennt und deren Verehrer als Heiden und Ungläubige abstempelt.

Die Verpflichtung zum Kampf

Geschichtlich habe der Eingottglaube bei Juden nicht zu wirklicher Gewaltausübung geführt. Anders bei Christen und Muslimen. Assmann: „Mit der Vorstellung eines Bundes mit Gott gehen die Gläubigen zugleich eine Verpflichtung ein. Der Mensch macht sich zum Vollstrecker des göttlichen Willens. Dies kann zu Gewalt gegen Abtrünnige führen und bedeutet auch die Bereitschaft, für Gott zu töten oder zu sterben.“

Viele Suren des Korans handeln vom „Weltgericht“. Das Ende sei nahe und der Tag, an dem Gott seine Urteile fällt, wird kommen, erklärt Assmann. Vieles deute darauf hin, dass sich diese Vorstellung auch heute in islamischen Gesellschaften leichter aktivieren lässt als im Christentum. Wobei er betont, dass die Kämpfer des „Islamischen Staat“ nichts mit dem Koran zu tun hätten. „Da geht es um Macht und Geld, nicht um Religion“, so Assmann.

Der politische Missbrauch sei die gefährliche Seite vor allem jener Religionen, die sich auf einen Bund mit Gott berufen und strikte Treue verlangen. Assmann: „Denn mit dem Treuegedanken kommt zugleich auf, dass die Gläubigen zum Kampf gegen Ungläubige verpflichtet sind. Im Christentum manifestiert sich dieser Gedanke zum Beispiel in den Kreuzzügen, im Islam in der kriegerischen Form des Dschihad.“

Die Bibel und der Koran

Die Bibel und der Koran seien ganz unterschiedliche Schriften. Die Bibel sei eher eine kleine „Bibliothek“, eine Textsammlung mit den wichtigsten Schriften, die über lange Zeit historisch gewachsen ist. Der Koran hingegen sei ein richtiges Buch, dem Propheten diktiert vom Engel Gabriel.

Religion als Widerstandsbewegung

Alle drei monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, seien ursprünglich entstanden als Widerstandsbewegungen, sagt der Ägyptologe. In Israel gegen das kanaanäische Heidentum, bei den Urchristen gegen das Römische Reich und beim Islam gegen die mekkanischen Juden, Christen, Heiden und Händler. Mit der Idee der Offenbarung konnte man diesen äußeren Mächten etwas entgegensetzen.“ Noch im heutigen Islam sei die Struktur einer politischen Widerstandsbewegung wirksam.

Trennung von Religion und Welt

Assmann erklärt dies historisch: Sowohl die Juden im Persischen Reich als auch die Christen unter Römischer Herrschaft waren politisch machtlos. „Sie waren gezwungen, die Politik den Mächtigen zu überlassen und sich nach innen auf die religiöse Seite zu konzentrieren.“ Dieser Verzicht äußert sich im Christentum in der „Zwei-Reiche-Lehre“: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, sagt Jesus. Oder „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Im religiösen Bereich schufen sich die Gläubigen somit einen Freiraum.

Assmann: „Diese Unterscheidung der Sphären macht der Islam nicht. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied.“ Der Islam wirkt hingegen aktiv in das politische Leben hinein. Religion und Staat werden nicht getrennt gedacht. „Deshalb musste er sich Raum verschaffen, Territorien erobern. Etwas von einer Eroberungs-Religion hat der Islam bis heute bewahrt.“

Versöhnung im Gespräch

Trotz seiner Expansionsgeschichte sei der Islam die erste Religion mit einer „Toleranz-Theorie“, sagt Assmann. Bereits im neunten Jahrhundert trafen sich auf Einladung der KalifenAbgesandte von Christen, Juden und Muslimen in Bagdad und Toledo zu religiösen Diskursen und Debatten.

An diese Tradition könnte man anknüpfen, um eine Versöhnung zwischen den Religionen zu beginnen, schlägt Assmann vor. Christen Muslime und Juden sollten im Gespräch Vorurteile überwinden. Denn die Religionen hätten sehr viele ethische, philosophische und historische Gemeinsamkeiten, über die man sich verständigen könne. „Mehr Verständnis, Sensibilität und Empathie ist in unserer globalisierten Welt überlebenswichtig.“ Die Differenzen ließen sich nicht mit Waffengewalt überwinden, sondern nur im Dialog.

„Tötet alle Ungläubigen!“ Mit diesem Mordaufruf ziehen islamistische Kämpfer in den Krieg gegen Christen, Juden, Heiden und den ganzen gottlosen Westen. Sie berufen sich dabei auf die heilige Schrift, den Koran. Ist der Islam deshalb eine grundsätzlich gewaltbereite Religion? Hat er darauf ein „Monopol“? Oder beanspruchen alle monotheistischen Religionen (Eingottglaube), also auch das Christentum, ihren Glauben notfalls mit Gewalt verteidigen und verbreiten zu sollen?

Die Ursachen religiöser Gewalt

Im absoluten Wahrheitsanspruch einer Religion sowie in der Vorstellung eines mit Gott geschlossenen Bundes und der Verpflichtung zu absoluter Treue liegt der Ursprung religiöser Gewalt, vermutet Jan Assmann – dies trifft für den Islam, das Christen- und das Judentum zu. Der renommierte Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler erforscht seit Jahren intensiv den Zusammenhang zwischen Religion und Gewalt.

Der Bundesgott des Alten Testaments ist laut Assmann ein „eifersüchtiger Gott“, der unbedingte Treue verlangt und seine Feinde verfolgt. Eifersucht gehört zur Liebe dazu, und der Bund mit dem auserwählten Volk entspringt liebender Zuwendung. Seine Eifersucht richtet sich gegen andere Götter. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ lautet das erste Gebot. Der Eingottglaube grenzt somit andere Religionen aus, weil er deren Götter nicht anerkennt und deren Verehrer als Heiden und Ungläubige abstempelt.

Die Verpflichtung zum Kampf

Geschichtlich habe der Eingottglaube bei Juden nicht zu wirklicher Gewaltausübung geführt. Anders bei Christen und Muslimen. Assmann: „Mit der Vorstellung eines Bundes mit Gott gehen die Gläubigen zugleich eine Verpflichtung ein. Der Mensch macht sich zum Vollstrecker des göttlichen Willens. Dies kann zu Gewalt gegen Abtrünnige führen und bedeutet auch die Bereitschaft, für Gott zu töten oder zu sterben.“

Viele Suren des Korans handeln vom „Weltgericht“. Das Ende sei nahe und der Tag, an dem Gott seine Urteile fällt, wird kommen, erklärt Assmann. Vieles deute darauf hin, dass sich diese Vorstellung auch heute in islamischen Gesellschaften leichter aktivieren lässt als im Christentum. Wobei er betont, dass die Kämpfer des „Islamischen Staat“ nichts mit dem Koran zu tun hätten. „Da geht es um Macht und Geld, nicht um Religion“, so Assmann.

Der politische Missbrauch sei die gefährliche Seite vor allem jener Religionen, die sich auf einen Bund mit Gott berufen und strikte Treue verlangen. Assmann: „Denn mit dem Treuegedanken kommt zugleich auf, dass die Gläubigen zum Kampf gegen Ungläubige verpflichtet sind. Im Christentum manifestiert sich dieser Gedanke zum Beispiel in den Kreuzzügen, im Islam in der kriegerischen Form des Dschihad.“

Die Bibel und der Koran

Die Bibel und der Koran seien ganz unterschiedliche Schriften. Die Bibel sei eher eine kleine „Bibliothek“, eine Textsammlung mit den wichtigsten Schriften, die über lange Zeit historisch gewachsen ist. Der Koran hingegen sei ein richtiges Buch, dem Propheten diktiert vom Engel Gabriel.

Religion als Widerstandsbewegung

Alle drei monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, seien ursprünglich entstanden als Widerstandsbewegungen, sagt der Ägyptologe. In Israel gegen das kanaanäische Heidentum, bei den Urchristen gegen das Römische Reich und beim Islam gegen die mekkanischen Juden, Christen, Heiden und Händler. Mit der Idee der Offenbarung konnte man diesen äußeren Mächten etwas entgegensetzen.“ Noch im heutigen Islam sei die Struktur einer politischen Widerstandsbewegung wirksam.

Trennung von Religion und Welt

Assmann erklärt dies historisch: Sowohl die Juden im Persischen Reich als auch die Christen unter Römischer Herrschaft waren politisch machtlos. „Sie waren gezwungen, die Politik den Mächtigen zu überlassen und sich nach innen auf die religiöse Seite zu konzentrieren.“ Dieser Verzicht äußert sich im Christentum in der „Zwei-Reiche-Lehre“: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, sagt Jesus. Oder „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Im religiösen Bereich schufen sich die Gläubigen somit einen Freiraum.

Assmann: „Diese Unterscheidung der Sphären macht der Islam nicht. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied.“ Der Islam wirkt hingegen aktiv in das politische Leben hinein. Religion und Staat werden nicht getrennt gedacht. „Deshalb musste er sich Raum verschaffen, Territorien erobern. Etwas von einer Eroberungs-Religion hat der Islam bis heute bewahrt.“

Versöhnung im Gespräch

Trotz seiner Expansionsgeschichte sei der Islam die erste Religion mit einer „Toleranz-Theorie“, sagt Assmann. Bereits im neunten Jahrhundert trafen sich auf Einladung der KalifenAbgesandte von Christen, Juden und Muslimen in Bagdad und Toledo zu religiösen Diskursen und Debatten.

An diese Tradition könnte man anknüpfen, um eine Versöhnung zwischen den Religionen zu beginnen, schlägt Assmann vor. Christen Muslime und Juden sollten im Gespräch Vorurteile überwinden. Denn die Religionen hätten sehr viele ethische, philosophische und historische Gemeinsamkeiten, über die man sich verständigen könne. „Mehr Verständnis, Sensibilität und Empathie ist in unserer globalisierten Welt überlebenswichtig.“ Die Differenzen ließen sich nicht mit Waffengewalt überwinden, sondern nur im Dialog.

„Tötet alle Ungläubigen!“ Mit diesem Mordaufruf ziehen islamistische Kämpfer in den Krieg gegen Christen, Juden, Heiden und den ganzen gottlosen Westen. Sie berufen sich dabei auf die heilige Schrift, den Koran. Ist der Islam deshalb eine grundsätzlich gewaltbereite Religion? Hat er darauf ein „Monopol“? Oder beanspruchen alle monotheistischen Religionen (Eingottglaube), also auch das Christentum, ihren Glauben notfalls mit Gewalt verteidigen und verbreiten zu sollen?

Die Ursachen religiöser Gewalt

Im absoluten Wahrheitsanspruch einer Religion sowie in der Vorstellung eines mit Gott geschlossenen Bundes und der Verpflichtung zu absoluter Treue liegt der Ursprung religiöser Gewalt, vermutet Jan Assmann – dies trifft für den Islam, das Christen- und das Judentum zu. Der renommierte Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler erforscht seit Jahren intensiv den Zusammenhang zwischen Religion und Gewalt.

Der Bundesgott des Alten Testaments ist laut Assmann ein „eifersüchtiger Gott“, der unbedingte Treue verlangt und seine Feinde verfolgt. Eifersucht gehört zur Liebe dazu, und der Bund mit dem auserwählten Volk entspringt liebender Zuwendung. Seine Eifersucht richtet sich gegen andere Götter. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ lautet das erste Gebot. Der Eingottglaube grenzt somit andere Religionen aus, weil er deren Götter nicht anerkennt und deren Verehrer als Heiden und Ungläubige abstempelt.

Die Verpflichtung zum Kampf

Geschichtlich habe der Eingottglaube bei Juden nicht zu wirklicher Gewaltausübung geführt. Anders bei Christen und Muslimen. Assmann: „Mit der Vorstellung eines Bundes mit Gott gehen die Gläubigen zugleich eine Verpflichtung ein. Der Mensch macht sich zum Vollstrecker des göttlichen Willens. Dies kann zu Gewalt gegen Abtrünnige führen und bedeutet auch die Bereitschaft, für Gott zu töten oder zu sterben.“

Viele Suren des Korans handeln vom „Weltgericht“. Das Ende sei nahe und der Tag, an dem Gott seine Urteile fällt, wird kommen, erklärt Assmann. Vieles deute darauf hin, dass sich diese Vorstellung auch heute in islamischen Gesellschaften leichter aktivieren lässt als im Christentum. Wobei er betont, dass die Kämpfer des „Islamischen Staat“ nichts mit dem Koran zu tun hätten. „Da geht es um Macht und Geld, nicht um Religion“, so Assmann.

Der politische Missbrauch sei die gefährliche Seite vor allem jener Religionen, die sich auf einen Bund mit Gott berufen und strikte Treue verlangen. Assmann: „Denn mit dem Treuegedanken kommt zugleich auf, dass die Gläubigen zum Kampf gegen Ungläubige verpflichtet sind. Im Christentum manifestiert sich dieser Gedanke zum Beispiel in den Kreuzzügen, im Islam in der kriegerischen Form des Dschihad.“

Die Bibel und der Koran

Die Bibel und der Koran seien ganz unterschiedliche Schriften. Die Bibel sei eher eine kleine „Bibliothek“, eine Textsammlung mit den wichtigsten Schriften, die über lange Zeit historisch gewachsen ist. Der Koran hingegen sei ein richtiges Buch, dem Propheten diktiert vom Engel Gabriel.

Religion als Widerstandsbewegung

Alle drei monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam, seien ursprünglich entstanden als Widerstandsbewegungen, sagt der Ägyptologe. In Israel gegen das kanaanäische Heidentum, bei den Urchristen gegen das Römische Reich und beim Islam gegen die mekkanischen Juden, Christen, Heiden und Händler. Mit der Idee der Offenbarung konnte man diesen äußeren Mächten etwas entgegensetzen.“ Noch im heutigen Islam sei die Struktur einer politischen Widerstandsbewegung wirksam.

Trennung von Religion und Welt

Assmann erklärt dies historisch: Sowohl die Juden im Persischen Reich als auch die Christen unter Römischer Herrschaft waren politisch machtlos. „Sie waren gezwungen, die Politik den Mächtigen zu überlassen und sich nach innen auf die religiöse Seite zu konzentrieren.“ Dieser Verzicht äußert sich im Christentum in der „Zwei-Reiche-Lehre“: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, sagt Jesus. Oder „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Im religiösen Bereich schufen sich die Gläubigen somit einen Freiraum.

Assmann: „Diese Unterscheidung der Sphären macht der Islam nicht. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied.“ Der Islam wirkt hingegen aktiv in das politische Leben hinein. Religion und Staat werden nicht getrennt gedacht. „Deshalb musste er sich Raum verschaffen, Territorien erobern. Etwas von einer Eroberungs-Religion hat der Islam bis heute bewahrt.“

Versöhnung im Gespräch

Trotz seiner Expansionsgeschichte sei der Islam die erste Religion mit einer „Toleranz-Theorie“, sagt Assmann. Bereits im neunten Jahrhundert trafen sich auf Einladung der KalifenAbgesandte von Christen, Juden und Muslimen in Bagdad und Toledo zu religiösen Diskursen und Debatten.

An diese Tradition könnte man anknüpfen, um eine Versöhnung zwischen den Religionen zu beginnen, schlägt Assmann vor. Christen Muslime und Juden sollten im Gespräch Vorurteile überwinden. Denn die Religionen hätten sehr viele ethische, philosophische und historische Gemeinsamkeiten, über die man sich verständigen könne. „Mehr Verständnis, Sensibilität und Empathie ist in unserer globalisierten Welt überlebenswichtig.“ Die Differenzen ließen sich nicht mit Waffengewalt überwinden, sondern nur im Dialog.

Die Annäherung zwischen Kuba und den USA gilt als Meilenstein. Nach mehr als 50 Jahren ­wollen die beiden ideologischen Gegner wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. Das seit 1962 geltende US-Embargo soll aber bleiben. Und das, sagte der ­kubanische Staatschef Raúl Castro kürzlich vor dem Parlament, sei das Hauptproblem. Ein Ortsbesuch.

Stuck zerbröselt unter blauem Himmel. Chevrolets aus den 1950er Jahren röhren durch die Altstadt. Gegen den schweren Dieselruß, den die Straßenschiffe in die Innenstadt ausstoßen, kann die Meeresbrise wenig ausrichten. Bands in den Cafés spielen den Son Cubano, Restaurantbesitzer werben auf den Straßen um Touristen mit Devisen.

Es geht turbulent zu in Havanna. Mehr als zwei der elf Millionen Kubaner leben in der Hauptstadt der Karibik-Insel. Neuerdings gibt es private ­Geschäftsleute im Land – obwohl die ­Revolutionshelden von 1959 bis heute gefeiert werden und der Marxismus-Leninismus die gültige Staatsform ist. Raúl Castro, der 2011 die Amtsgeschäfte des schwer erkrankten Bruders Fidel übernahm, lässt eine vorsichtige wirtschaftliche Öffnung für Gastronomen, Händler oder Handwerker zu.

Doch nur wer Dollars hat, profitiert davon, kann in den neuen Bars und Restaurants sitzen, kann westliche Turnschuhe oder Handtaschen kaufen. Dank der vielen Exil-Kubaner, die vom amerikanischen Ballungsraum Miami aus Verwandte unterstützen und dank staatlicher Privilegien gebe es eine neue Mittel- und Oberschicht, sagt etwa Fernando Brugman Álvarez de Toledo, der seit einigen Jahren für die Unesco im Land arbeitet. Und das sorge eben für eine bessere Stimmung.

Die ist auf den Straßen im Zentrum Havannas sichtbar. An jeder Ecke stellen Künstler ihre Bilder aus, Schwule zeigen sich, Trans­vestiten laufen durch die Straßen – dabei hatte Fidel Castro Homosexuelle jahrzehntelang als „Konterrevolutionäre“ verfolgt. Seit einiger Zeit aber trommelt Mariela Castro, Tochter von Raúl und Nichte von ­Fidel, für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen.

Reformen, Öffnung, lockere Stimmung – was ist los auf Kuba? Steht ein Regime-, ein Systemwechsel gar, bevor? Wer sich auskennt im Land, winkt ab. Für die Ära nach den alten Castro-Brüdern werde es „einen gemanagten Übergang ­geben“, sagt Professor Bert Hoffmann vom Hamburger Giga-Insti­tute of Global and Area Studies. Der Kuba-Experte erwartet, dass Raúl Castro irgendwann einen blassen Nachfolger installiert, bei dem man lange nicht wisse, ob er die Macht hat oder noch Raúl. Ähnlich äußern sich die Offiziellen vor Ort, die im Hintergrund bleiben möchten.

Auch die Dissidentin Berta Soler, die sich konspirativ mit Journalisten aus Deutschland trifft, prognostiziert: „In 15 Jahren gibt es die Dik­tatur noch immer. Aber das Land ist dann in einem noch schlechteren wirtschaftlichen Zustand“.

Tatsächlich ist der Mangel überall sichtbar. In den Regalen der Supermärkte stehen nur ein paar Dosen herum. Und auf den Straßen lauern Mütter Touristen auf und flehen sie an, sie mögen mit ihren Devisen für sie Milchpulver für die Kinder ­kaufen.

Sonntags-Demo der ,Damen in Weiß’

Das Leben ist karg für die­jenigen, die mit Bezugsscheinen und dem kubanischen Peso (CUP), der nationalen Währung für staatlich subventionierte Waren, auskommen müssen. Wer ein besseres Leben will, braucht die zweite ­Währung, den Peso Convertible (CUC), der an den US-Dollar gebunden ist.

Durch die neuen Geschäfte, durch die Macht der Devisen sei eine neue Ungleichheit entstanden, sagt ­Experte Bert Hoffmann. „Und die ist mit dem Gleichheits-Ethos der Revolution nicht vereinbar.“ Eine neue gewisse Geschäftstüchtigkeit oder vielmehr Kleinkorruption sei entstanden. „Früher war Lehrer ein Heldenberuf“, erklärt Hoffmann. „Heute bessern viele ihr karges ­Einkommen mit den Zuwendungen der Eltern auf“. Ähnliches passiere im Gesundheitssektor.

Womöglich sind die Menschen auf der Suche nach Dollar zu beschäftigt, um das System in Frage zu stellen. Obendrein greift der Staat, dessen Rückgrat seit jeher das ­Militär ist, Systemkritikern gegenüber nach wie vor hart durch.

Spontane Verhaftungen, wochen- monate-, gar jahrelange ­Gefängnis­aufenthalte ohne Urteil seien an der Tagesordnung, sagt die Dissidentin Berta Soler. Als eine der 300 „Damen in Weiß“ demonstriert sie jeden Sonntag friedlich für die Freilassung der Ehemänner und Söhne, die aus politischen Gründen inhaftiert sind. Kubas Bevölkerung „hat große Sympathie für uns“, sagt sie. „Aber die Menschen reden nicht darüber“. Sie haben Angst vor Gewalt, ­erklärt Bert Hoffmann, Angst vor einem radikalen Wandel.

Zu Recht, wie sich nur Tage später zeigt: Mitte Dezember nimmt die kubanische Polizei Berta Soler und 90 ihrer Mitstreiterinnen vorübergehend fest – t am Tag der internationalen Menschenrechte.

Ob die Castro-Brüder noch lange leben oder nicht, sagt Bert Hoffmann: „Für die Zukunft Kubas scheint mir Kontinuität das wahrscheinlichste Szenarium“.