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Kraft eckt an

In Guidos Gesellschaft

07.03.2010 | 19:21 Uhr
In Guidos Gesellschaft

Düsseldorf.Die schärfste Kritik kam von unverdächtiger Stelle. „Hannelore Kraft geht Guido Westerwelle auf den Leim und macht Wahlkampf für die FDP“, wetterte ausgerechnet die Chefin der NRW-Grünen, Daniela Schneckenburger, über die Wunsch-Koalitionspartnerin von der SPD. .

Ein kritisches Echo hatte die SPD-Chefin wohl eingepreist, als sie gegenüber dem „Spiegel“ mit einer, nun ja, Lebenslüge aufräumte: „Wir müssen endlich ehrlich sein: Rund ein Viertel unserer Langzeitarbeitslosen wird nie mehr einen regulären Job finden.“ Deshalb bereicherte die Mülheimerin die Diskussion über Korrekturen an den umstrittenen Hartz-Reformen um den Vorschlag, dass Leistungsempfänger ohne Aussicht auf reguläre Beschäftigung gegen einen symbolischen Aufschlag in Altenheimen oder Sportvereinen aushelfen sollten.

Kraft hatte dabei die Versuchsanordnung des medialen Aufmerksamkeitsbetriebes exakt eingehalten: Richtiges Timing, provokante These, vermeintlicher Tabubruch. Doch nun fand sie sich dort wieder, wo sie vermutlich nicht hinwollte: in der Gesellschaft Westerwelles.

Beim FDP-Chef müssten Langzeitarbeitslose „Schnee schippen, bei Hannelore Kraft sollen sie im Frühling die Straße fegen“, feixte der designierte Generalsekretär der NRW-CDU, Andreas Krautscheid. Er bezichtigte die Oppositionsführerin der „Kapitulationserklärung gegenüber allen arbeitssuchenden Menschen“. Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) sekundierte, Kraft habe ein Viertel der rund 570 000 Hartz IV-Empfänger aufgegeben. Zudem arbeiteten bereits mehr als 70 000 von ihnen in gemeinnützigen Jobs. Tatsächlich machen sich seit Jahren viele jener Bedürftigen, die nicht krank oder stark gehandicapt sind, in zahlreichen Kommunen um Grünanlagen oder Schulbibliotheken verdient. Es fehlt offenbar nicht an ehrenamtlichen Betätigungsfeldern, die eine „würdevolle Perspektive“ verheißen, wie Kraft sie eröffnen will. Grünen-Chefin Schneckenburger rechnete vor, dass unter den Arbeitslosen mit den größten Vermittlungshemmnissen Alleinerziehende seien, denen Betreuungsplätze für die Kinder fehlten und nicht der Ansporn.

Allein FDP-Generalsekretär Christian Lindner bilanzierte zufrieden, die SPD habe nun auch den Erneuerungsbedarf des Sozialstaats eingeräumt.

Blick Richtung Mitte?

Als Signal an die Liberalen sollte Krafts Vorstoß jedoch besser nicht verstanden werden. Vielmehr scheint die SPD-Chefin, mit der es die Umfragen zwei Monate vor der Landtagswahl ausgesprochen gut meinen, die schwärende Debatte über ein rot-rot-grünes Bündnis eindämmen zu wollen. Annäherungen des stellvertretenden SPD-Chefs Jochen Ott an die Linken-Führung hatten Krafts riskantes Spiel mit dieser Bündnisoption („Zurzeit nicht regierungsfähig“) nach Ansicht der CDU-Spitze in der vergangenen Woche entlarvt. Nun wurde es Zeit für die Oppositionsführerin, wieder Richtung Mitte zu blinken.

Zumal ein SPD-Urgestein wie Friedhelm Farthmann, Ex-Fraktionschef im Unruhestand, via „Welt am Sonntag“ ausrichten ließ, man solle „die fordernde, aktivierende Seite der Agenda 2010“ nicht vergessen und der „nordrhein-westfälischen Chaostruppe“ der Linkspartei die kalte Schulter zeigen, um nicht die eigene Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen. Dass Farth-mann obendrein Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), der in der Sponsoring-Affäre unter Dauerbeschuss der SPD stand, „einen anständigen Kerl und guten Politiker“ nannte, wird Kraft ebenfalls kaum freuen.

Tobias Blasius

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Kommentare
10.03.2010
14:07
Blockierter Kommentar.
von Chevalier | #15

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09.03.2010
11:46
In Guidos Gesellschaft
von koch4711 | #14

Toyota ruft Westerwelle zurück! Kopfdichtung defekt, Schraube locker, nicht zu bremsen, titelt das Satire-Magazin Titanic in seiner neusten Ausgabe.
Da kann die Kraft gleich mitfahren.

09.03.2010
08:21
In Guidos Gesellschaft
von Ingrid Barth | #13

P.S. Ich kann nur jedem Hartz-4-ler raten: Ohren angesichts dieser NEGATIV eingestellten Funktionärsdame auf Durchzug...und weiterkämpfen. Für reguläre Jobs.Bloss nicht aufgeben, das will Frau Kraft ja nur. Fragt euch besser: WEM nutzt es?

WIR KÖNNEN, SIE KANN UND WILL ES NICHT!!!! Bevor hierzulande irgendwer trotz guter Vorqualifikation unter diesen einfachen Arbeiterlein im Pöstchen halb zu Tode schikaniert und zum Besenschwingen degardiert wohlmöglich europäischen Touristen in bestem englisch oder französisch erklären muss, warum Tante Kraft ihm /ihr nichts mehr zutraut und man in aller Öffentlichkeit unsinnigste Massnahmen zum Zeitvertreib machen muss.Wofür diese Köppe auch noch hart erwirtschaftete Steuergelder versenken, um sich darin in bequemer Weise gemütliche Oberaufseherpöstchen zu garantieren.
Ausserdem wette ich: Diese Frau würde doch nie ob ihrer mentalen Defizite des Niemals-Fördern-Wollens/Könnens irgendeiner alleinerziehenden Hartzmutter gar eine Umschulung zur Altenpflegerin anbieten.Damit diese sich ob qualifizierter Arbeit selber würdig samt Familie ernähren kann.

DAVON will Frau Kraft die arbeitssuchenden menschen abschneiden, wehrt Euch besser.

Deutschlands einzige Chance ist: Qualifizierte Arbeit, Qualität, nicht Millionen schikanierter, drangsalierter Hartz-Billigstjobber, denen Frau Kraft irrealerweise jede Qualifikation und Fähigkeit dummdreist für ihre Steuerverschwendung der Funktionärs-Misswirtschaft abspricht.

Wahrheit tut weh, und das ist die Wahrheit und triste Nichts-Könner-Realität im Hartzmurks.

Die Hartz-4-ler können mehr als ihre Funktionäre und Armutsverwalterlein, das ist wahr.

Steuermillionen für Vermassnahmung. Statt einfach reguläre Jobs.

Wer dem Volk dummdreist nichts mehr zutraut, es pauschal abqualifiziert, sollte schleunigst das Pöstchen räumen.

Wer braucht Hirne wie die? Auch die Wirtschaft nicht, die will qualifizierte Leute.

Auch wenn es Tante Kraft nicht passt, für ihre kleinen Funktionäre, die sich dann fett bezahlt in Funktionärs-und Amtspöstchen ein gemütliches Verwalterdasein schaffen.

09.03.2010
08:02
In Guidos Gesellschaft
von Ingrid Barth | #12

Steatt im Blindaktionismus nicht vorhandenes Unkraut in öffentlichen Parks jäten zu lassen, sollten die verschwendeten Steuergelder für unsinnige Massnahmen einfach in Schaffung regulärer Jobs geleitet werden. Das Geld dafür ist laut Bundesrechnungshof vorhanden, aber auch das ignoriert die olle Staubtante SPD. Im Ruhrgebiet kann sie prima den Strukturwandel und neue qualifizierte jobs ignorieren, ergo sehe ich Arbeitsunfähige in diesen Funktionärspöstchen.

Und WEN meint diese unsägliche dame Kraft mit die finden eh keinen regulären Job?

SIE will und KANN ES NICHT, das sehen wir klar.Sie hat null politischen Willen dazu, das sehen wir klar.

Aber erwachsenen, gut ausgebildete Bürger/innen stattdessen von einem unterbelichteten Bewerbungstraining zum nächsten abschieben (Pünktlichkeit beweisen) dafür verschwenden die Blindaktionisten ohne Arbeitsmarkt-und Realitttsbezug gigantische Transfermittel.

Unser einfacher Arbeiter im Ämtchen-ich habe noch nie soviel idiotischen Murks gesehen wir aus der SPD kam.Demnächst in diesem Theater: Bleistifte anspitzen gehen, amtlich zwangsverordnet, und wieder abbrechen...mit Oberaufseher, als neue gemeinnützige Arbeit deklariert.

Und dafür verschwenden diese Hirne Steuergelder.

Man fasst es kaum noch. Dummheit pur,bei gleichzeitiger Ahnungslosigkeit.

Wirklich bescheiden.Jeder Kriminelle in Old-Germany kriegt im Kanst bei den Staubsozis tolle Resozialisierung, qualifizierte Ausbildung-aber versuche mal irgendein hartz-4-ler eine sinnvolle kurze-am realen Arbeitsmarkt orientierte-Weiterbildung für neue Jobs zu kriegen, wo er wirklich gebraucht wird, reguläre Arbeit finden kann: Das geht nicht bei den verstaubten Amtsnasen.Hier wird auch noch Volkswirtschaft verhindert: Der Mittelstand schafft neue reguläre Jobs, die Amtsnasen, die steueralimentierten Alt-Obrigkeiten sind dagegen und vermassnahmen Menschen für nichts.Ohne berufliche Perspektive. Das ist Fakt im Hartzmurks.

Oh Bürokratenhirne....dieser unsinnige Luxus gehört abgeschafft.

Frau Kraft traue ich garnichts Konstruktives mehr zu. Warum macht sie nicht einen 1-Euro-Job, mit Inhalt: öffentliches Dummschwätzertum ahnungsloser Funktionäre? Hat sie überhaupt hinter ihren Gardinen die wissenschaftlichen Untersuchungen über Vermittlungsdefizite der BA gelesen? Ach was, Realität interessiert sie wohl nicht.Probleme werden wieder nicht angepackt.Stattdessen stempelt sie einfach menschen ab und es folgen weitere Steuergeldverschwendungen, Überbürokratisierung, Vermassnahmung statt Förderung neuer regulärer Jobs.

So sieht es aus.Und das ist längst Realität.

09.03.2010
04:37
In Guidos Gesellschaft
von Michael1954 | #11

Ich saß mal in einem Bewerbertraining, da hat die Ausbilderin kurz zuvor erfahren, dass ihr befristeter Job nicht verlängert wird. Daraufhin hat sie restlichen Tage mit ein paar Leuten in der ersten Reihe nur noch darüber geredet wie hoffnungslos ihre Situation und überhaupt alles ist. Alle anderen Kursteilnehmer haben im Netz gesurft, auf Datingseiten, Google Maps etc.Das war Nicht sehr motivierend...

09.03.2010
00:01
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #10

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08.03.2010
12:39
In Guidos Gesellschaft
von Joachim Bovier | #9

Allen Zweiflern, die meinen Hannelore Kraft würd nicht richtig liegen, sei die Leserumfrage des Kölner Stadtanzeigers empfohlen, die gute Frau ist nämlich klüger als ihr Bedenkenträger:

Gemeinnützige Arbeit für Hartz-IV-Bezieher?

SPD-Landeschefin Hannelore Kraft schlägt vor, Langzeitsarbeitslosen gemeinnützige Tätigkeiten anzubieten. Ist das ein tauglicher Vorschlag?
Es ist nur ehrlich zuzugeben, dass ein Teil der Arbeitslosen nie wieder einen Job finden wird. 59,35 %

So lange niemand zur Arbeit gezwungen wird, ist daran nichts auszusetzen. 20,33 %

So ein populistischer Unfug. Da kann ich ja gleich Westerwelle wählen 20,33 %

http://www.ksta.de/html/artikel/1267540473203.shtml

08.03.2010
11:15
In Guidos Gesellschaft
von Joachim Bovier | #8

Allen die Frau Kraft verächtlich machen , mögen sich folgendes Zitat des großen britischen Staatsmanns Winston Churchill merken:

Kritik mag unangenehm sein, aber sie ist notwendig. Sie hat dieselbe Aufgabe wie der Schmerz im menschlichen Körper: die Aufmerksamkeit auf einen ungesunden Zustand zu lenken.

08.03.2010
10:28
In Guidos Gesellschaft
von Ingrid Barth | #7

Was sind-und wo laufen sie denn-prekariatäre Arbeitsverweigerer?-Hahahaha, was für ein abstraktes Hirnkonstrukt aber auch.
Herr Westerwelle drosch auch bereits auf das Phantom des angeblich dekadenten Arbeitsscheuen ein....wo sind bloss in der Realität welche? Welche Droge oder welchen Schnaps zuviel muss man intus haben, derart prekär aufzubrüllen, jenseits der bundesdeutschen Realität?
Ich musste genauso lachen, als die NPD im Osten der Republik gegen Polen hetzte, während polnische Staatsbürger dort längst neue Arbeitsplätze schaffen-ebenso absurd, dumm und blöde aber auch........hahaha!!!!!!


In welchem Paralleluniversum lebt dieser Kommentator? Ich wüsste nämlich in realitas nicht, dass wir sofort gar Vollbeschäftigung hätten...lächerlich...hier tut einer so, als gäbe es Millionen offener Stellen, oh mein Gott, wie das?

Und das, während die Arbeitsagenturen neue Jobs verhindern, pro sinnloser Massnahmen und sinnloser 1-Euro-Jobs, weil es dafür fette Transfergelder für das eigene Haus gibt, als gäbe es Prämien und Fleisskärtchen für Schikanen an angeblich Arbeitsscheuen, dafür ist absurderweise alles Steuergeld da-während sich Firmen beklagen, dass sie per kurzer betriebsinterner Weiterbildung trotz genug Arbeitssuchender diese nicht kriegen, dank absichtlicher Verhinderung durch die Arbeitsagentur.

Aber das weiss dieser Schreihals sicher auch nicht.In Deutschland bekämpft die BA bereits zum Eigennutz den Strukturwandel, was dümmeres und lächerlicheres gibt es nur in Old-Germany der Bürokraten.

Ich sehe vielmehr Informations-und denkscheue, das ist aber leider wahr.

08.03.2010
10:17
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von miriam.lessmann | #6

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