In der Startphase dürfte es holpern

Ob der Bundesfinanzminister diese Personalaufstockung wirklich wollte? Es gibt Sätze von Wolfgang Schäuble, die lassen daran zweifeln. Nun aber hat er sich dem Druck gebeugt: 1600 zusätzliche Stellen für die „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“, um die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns zu kontrollieren. Das zeigt auch die Bedeutung einer der größten Sozialreformen der letzten Jahre. Noch wichtiger: Dass der Personalschub denjenigen hilft, die von ihrem Arbeitgeber bei der Bezahlung über den Tisch gezogen werden.

Die 1600 werden aber 2020 im Einsatz sein. Es ist Erfahrung, dass die Durchsetzung einer gesetzlichen Regelung zu Beginn am meisten holpert. Wie sollen vielleicht erst mal 200 Leute mehr, verteilt über das ganze Bundesgebiet, möglichen Rechtsbrechern unter den Firmenchefs signalisieren können, dass mit dem Staat in diesem Fall nicht zu spaßen ist? Unter dem Strich aber bleibt die Entscheidung richtig.