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Energiewende

In der Regierung wachsen Zweifel an der Energiewende

17.07.2012 | 17:57 Uhr
In der Regierung wachsen Zweifel an der Energiewende
Strom, Kohle, Sonne, Netze: In entscheidenden Punkten kommt die Energiewende nicht voran.Foto: dapd

Berlin.   Netzausbau, Elektromobilität, energetische Sanierung, Stromverbrauch: In vielen Kernpunkten kommt die Energiewende nicht voran. Zugleich explodieren die Kosten. Die WAZ erklärt, woran es hakt.

Steht die Energiewende auf der Kippe? Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) haben Alarm geschlagen. Sie befürchten, dass nicht alle Ziele beim Umstieg auf die erneuerbaren Energien rechtzeitig erreicht werden. Denn nach wie vor hakt es an vielen Stellen beim Umbau.

Die politische Dimension

Vor allem Altmaier weist auf bisherige Versäumnisse bei der Energiewende hin. Ob das nur eine nüchterne Bilanz oder der Start für einen Kurswechsel der Regierung ist, lässt sich noch nicht sagen. Fakt ist: Die Regierung zieht bei der Energiewende nicht immer an einem Strang, vor allem Umwelt- und Wirtschaftsministerium. Das bremst die Energiewende, und einige Ziele – etwa beim Stromsparen – scheinen tatsächlich bis 2020 schwer erreichbar.

Zum anderen distanziert sich Altmaier mit seiner Kritik an Norbert Röttgen (CDU) von seinem Amtsvorgänger. Dessen Bestandsaufnahme kann also auch als Neuanfang gewertet werden. Passend dazu hat Altmaier sein politisches Überleben nun an das Gelingen der Energiewende geknüpft. Von einem Scheitern des Projekts dürfte jetzt in der Koalition niemand ernsthaft reden. Das wäre zu früh und zudem Gift im Bundestagswahlkampf. Wohl aber dürften sich nun die Kritiker der Wende – sei es von Umweltverbänden oder aus der Industrie – lauter zu Wort melden und in ihrem Sinne Nachbesserungen fordern.

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    Seite 3: Kompetenzen und Ziele
    Seite 4: Das Kostenproblem

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Kommentare
18.07.2012
19:50
In der Regierung wachsen Zweifel an der Energiewende
von fogfog | #23

die wende beseutet das sich der fluss des geldes in unsere taschen wendet in einen fluss in fremde taschen die genug lobby arbeit geleistet haben. so wendet sich unser geldbestand ins minus.

18.07.2012
17:18
In der Regierung wachsen Zweifel an der Energiewende
von wohlzufrieden | #22

Diese Regierung dreht sich vor lauter "wenden" im Kreise...

18.07.2012
12:59
In der Regierung wachsen Zweifel an der Energiewende
von wasteland | #21

Ich bin Gebäudeenergieberater und habe nun wirklich nicht die klare Vorstellung wie die Energiewende zu schaffen ist. Aber dies alles was zur Zeit abläuft grenzt an Dilettantismus. Doch ein Schelm der Böses dabei denkt. Erst die Energiewende nach dem Atomunfall ausrufen, damit Ruhe ist und nach einem Jahr festgestellen "Geht nicht".
Dann kann ja das ATOM wieder kommen oder es werden Grundlagen gelegt an der Energiewende eine Menge Geld zu verdienen.
Mich ärgert schon, dass jeden Monat wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben
Oft unsinnig und wenig effizient z.B. Elektromobilität.
Hemmschuhe beim größten und effizientesten Einsparpotenzial bei der energetischen Sanierung werden nicht beseitigt.
Es geht nicht mal um die Aufstockung der Förderung, als mehr um Probleme beim Miet- und Nachbarschaftsrecht. 40% des deutschen Gesamtenergieverbrauches werden für die Beheizung von Gebäuden verbraucht. Wenn hier eine Reduzierung auf 20 % erfolgen könnte, wäre mach anderes Problem gelöst.

1 Antwort
Die Energiewende ist nicht der Atomausstieg.
von FernerBeobachter | #21-1

Wie ich bereits schrieb.
Wenn zwei Fünftel des bundesdeutschen Gesamtenergieverbrauchs für Gebäudeheizung buchstäblich verbrannt werden, dann würde mich mal interessieren, wie sich der Rest zusammensetzt.
Grundsätzlich begrüße ich auch eine Modernisierung von Gebäuden, aber nur dort, wo sie physikalisch sinnvoll ist und den Verbrauch von endlichen Resourcen reduziert, aber nicht auf Biegen und Brechen und um jeden Preis. Erst jetzt wird z.B. langsam deutlich, welche tw. gravierenden Folgen es hat, wenn Gebäude maßlos luft-dichtgeklebt und geschäumt werden, weil der Verkäufer/Berater/Stadtrat/... versprochen hat, dass dadurch die Heizkosten fast vollständig eingespart werden können...
Und mit dem Märchen der ökonomischen und ökologischen Elektro-Mobilität sollten sich zuständigkeitshalber besser die Parapsychologen befassen.

18.07.2012
10:03
Zu Beginn der Energiewende im Mai 2011 hatte ich folgende Rechnung angestellt - II:
von TreuerLeser | #20

Die derzeit geäußerten - leider vom Willen der Bürger/teils der „Wutbürger“ vielfach wohlwollend unterstützten - Vorstellungen über Änderungen in Wirtschaft und Gesellschaft sind nahe daran, beängstigend zu werden - vielleicht haben sie die Schwelle schon überschritten.“

Mancher sieht es heute ähnlich, andere glauben an technische Maßnahmen. Aber für viele ist wohl die Post- oder Mailadresse am wichtigsten, unter der man gegen Leitungs-, Standort- oder Preiserhöhungspläne Widerspruch einlegen kann.

Und selbst die Tatsache, dass nun die Energiewende zur „Chefinnen-Sache“ (NRW) gemacht oder ein Energiewendeminister (SH) berufen wird, hilft nicht.

In NRW wird über neue Kraftwerke weiter nicht politisch entschieden und die erste Amtshandlung des Ministers in SH war die Ankündigung, prüfen zu lassen, ob „durch den Verzicht einer Hochspannungsleitung von Kiel nach Lübeck die Versorgungssicherheit gefährdet ist“.

„Verliebtheit ins Gelingen" sieht anders aus!

18.07.2012
10:01
Zu Beginn der Energiewende im Mai 2011 hatte ich folgende Rechnung angestellt - I:
von TreuerLeser | #19

Damals wurden im Nordsee-Offshore-Park Windräder eingeweiht. Ein Zeitungsartikel stellte folgende Fakten dar: 80 Räder derzeit geplant, 17 sind fertig. Die 80 kosten 1,7 Mrd. Euro und versorgen 400.000 Verbraucher. Wie/ob industrielle Verbraucher dabei eingeplant sind, wurde nicht erwähnt.

Daraus folgerte ich: 82 Mio. Einwohner benötigen 205 x 80 = 16.400 Windräder, die dann 205 x 1,7 = 348,5 Mrd. Euro kosten würden. Hinzu kommen Leitungen und Fragen wie die, ob der Bundesrepublik in der Nordsee überhaupt ein solches Areal zur Verfügung steht.

Ich kommentierte damals:

“Wenn alles paßt und uns im voraus alle Konsequenzen sauber dargelegt werden, möge man den Umstieg/Ausstieg vollziehen. Als Versuchsballon, bei dem sich im nachhinein alle wundern, daß er nicht aufsteigt, eignet sich diese Sache aber nicht.

6 Antworten
Setzen: Sechs!
von Shark59 | #19-1

Schon mal was von Energiemix gehört?
So rechnen Betonköpfe von gestern auch gerne!

@Shark:
von FernerBeobachter | #19-2

Im Gegensatz zu vielen wirklichen Experten der Energiebranche kennen die Jünger des Windmühlen- und PV-Wahns in der Tat das Konzept des Energiemixes nicht.
Daher ist die Benotung Ihres Kommentars auch so zutreffend.

In der Regierung wachsen Zweifel an der Energiewende
von Shark59 | #19-3

Experten von RWE & Co ?

Die meisten Experten von RWE und Co.
von FernerBeobachter | #19-4

... wissen, wieviel Strom wann woher kommt. Aber nicht nur die. Leider überwiegt trotzdem die Zahl derer, die nicht wissen, sondern nur glauben.

Experten von RWE und Co.
von Shark59 | #19-5

...... haben in den letzten Jahrzehnten den Gewinn zugunsten ihrer Aktionäre maximiert und dabei das Risiko (Atommüll, GAU) der Allgemeinheit überlassen.
Jetzt geht`s ans Überleben, vielleicht auf an Ihren Job?

Um meinen Job...
von FernerBeobachter | #19-6

.. geht es überhaupt nicht. Eher um Ihre Haupteinnahmequelle? Aber keine Sorge, Ihnen wird weiterhin auch jede mangels Netzanbindung nicht eingespeiste kwh Windmühlenstrom von anderen Stromkonsumenten über die EEG-Umlage vergoldet.

"RWE und Co" und die anderen vielen mittelgroßen und kleinen Stromproduzenten haben übrigens den deutlich größten Anteil des Stroms in Deutschland mit der Verbrennung von Kohle produziert. Aber sie "glauben" ja, dass das alles von mir gelogen ist und diese bösen Konzerne am liebsten die komplette Bundesrepublik mit Atom-Meilern zubetonieren wollen. Und da steckt das Problem, nämlich in der Unwissenheit und Sturheit der Diskussionsteilnehmer, die glauben, ein einziges Greenpeace-Spruchband könnte die gesamte Energiewirtschaft abschließend erklären.
Damit verabschiede ich mich aus der Diskussion.
FB off

18.07.2012
09:23
In der Regierung wachsen Zweifel an der Energiewende
von FernerBeobachter | #18

G ä h n

Manche kapieren es erst später, manche...
Der Atomausstieg ist nicht die Energiewende.
Der Atomausstieg findet zumindest in Deutschland schon seit gut 10 Jahren statt, da die bestehenden Kraftwerke nicht für einen ewigen Leistungsbetrieb konzipiert sind - wie jede andere Stromerzeugungsanlage, egal, ob Kohle, PV, Wind, Biogas usw... . Das war schon immer so, unter Schröder wie unter Kohl.
Angesichts der multimedial inszenierten Drohkulisse vom Klimawandel hatte die 2010 zufällig an den Schalthebeln sitzende CDU/FPD zwecks aktionistischer Machterhaltung eine Laufzeitverlängerung beschlossen, wegen des "Klimakillers" CO2. Angesichts der Havarien in Japan 2011 beschließt sie medial laut aus exakt gleichem Kalkül einen neuen Zeitplan zur schrittweisen Außerbetriebnahme. Und allein, um sich nicht unglaubwürdig zu machen, strickt sie ein weder finanzierbares noch technisch realisierbares loses Maßnahmenbündel namens "Energiewende" und ersetzt "undurchführbar" durch "ambitioniert"

18.07.2012
08:17
Abschalten der KKW
von BannyMurgsmuelIer | #17

Sozialistische Planwirtschaft hat noch nie funktioniert, warum sollte das ausgerechnet bei der "Energiewende" klappen?

1 Antwort
In der Regierung wachsen Zweifel an der Energiewende
von wilbec | #17-1

Genau das ist der Punkt. Sie funktioniert erst recht nicht wenn man die Physik austricken möchte.

18.07.2012
07:16
In der Regierung wachsen Zweifel an der Energiewende
von Meinemal | #16

Wahrscheinlich haben die Stromoligarchen ihr Spendenaufkommen an Schwarz-Gelb erhöht und schon gibt es regierungsseitig eine Wende von der Energiewende. Solange die Strommonopolisten federführend die "Energiewende" bestimmen, wird es keine sinnvolle Erneuerung in der Stromversorgung geben. Anstatt Steuermilliarden zur Bankenrettung zu verwenden, sollte das Steuergeld zum Netzausbau (ohne RWE, EnBW, eon und Vattenfall), Smart-Grid-System und zur Grundlastsicherung (s. Speichermedien) verwandt werden. Sachverstand gibt es in der BRD genug, nur dürfen keine Politjuristen und -pfarrer darüber entscheiden.

18.07.2012
07:11
...zu durchsichtig.... !!
von Shark59 | #15

Von Dummberger hat völlig Recht.
Die Energiewende wird systematisch von der Regierung ausgebremst. Haben wir im Ernst gedacht, dass die Lobbyisten in Pension gehen? Von RWE & Co werden weiterhin regelmäßig Falschnachrichten kolpotiert.
Dass der Strompreis seit einem Jahr sinkt (trotz Abschaltung der AKW`s) passt da nicht ins Bild. Würde dieser Vorteil auch an die "Kundenkunden" weitergegeben, wäre die EEG-Zulage schon ausgeglichen.

18.07.2012
04:47
Der Autofahrer ist ausgelutscht
von Kompaktor | #14

jetzt muss der normale Bürger dran glauben - WIR werden seit Jahren in Richtung wirtschaftlichen Ruin regiert -
um Wirtschaftlich den Stand der 90er Jahre zu erreichen müssten Löhne und sozalen Leistungen um 33% angehoben werden -
aber WIR müssen ja die Banken und Europa retten....

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