In der Parteikasse der NRW-Piraten regiert das Chaos
03.07.2012 | 06:51 Uhr 2012-07-03T06:51:00+0200
Essen. Seit sie im Landtag sitzen, steht den NRW-Piraten staatliche Parteienfinanzierung zu. Die Bedingung dafür ist allerdings eine geordnete Kasse, und an der hapert es bislang. Die Ursache der Probleme liegt offenbar bei der Schatzmeisterin.
Die Piratenpartei in NRW hat ein Problem: Der Neuling im Landtag kann bislang keine ordentliche Buchführung fürs vergangene Jahr vorweisen. Deswegen konnte bis heute keine Kassenprüfung stattfinden und deswegen wurde auf dem Landesparteitag am Wochenende die scheidende Schatzmeisterin Nadine Krämer nicht entlastet. Ohne ordentliche Buchführung kann derzeit niemand auf Basis von Fakten sagen, wie sich die Piraten finanzieren und wie sie ihr Geld ausgeben.
Bislang hätte das Finanzchaos kaum jemanden gestört. Nun allerdings bekommen die NRW-Piraten jährlich über 300 000 Euro aus der staatlichen Parteienfinanzierung. Und müssen deswegen eine ordentliche Buchführung vorweisen. Doch genau daran haperte es bislang. Pirateninterne Kassenprüfer monierten schon vor über einem Jahr schlampig geführte Bücher, nicht korrekt verbuchte Mitgliedsbeiträge und Spenden. Der damalige Landeschef Michele Marsching sprach von einer „Schuhkarton“-Wirtschaft in den Jahren 2007 bis 2010.
Die Schatzmeisterin fehlte oft bei Sitzungen
Als Begründung für das aktuelle Chaos sagte Carsten Trojahn nun, Generalsekretär der Piraten in NRW , eine vom Bundesverband eingeführte software-gestützte Buchführung sei noch nicht einsatzfähig. Nun gelte es, die Buchungen nachzuholen. Gleichzeitig sagte Trojahn, dass die scheidende Schatzmeisterin ihre Aufgaben aus persönlichen Gründen nicht immer richtig erfüllt habe. In den Protokollen der NRW-Piraten findet sich auffällig oft der Hinweis, Schatzmeisterin Krämer sei Sitzungen fern geblieben. Es heißt, sie sei nach Bayern gezogen.
Die Piraten sind trotz allem zuversichtlich, ihre Buchhaltung in den Griff zu kriegen. „Es fehlen nur die Buchungen “, sagt Generalsekretär Trojahn. Alle Belege seien da – nur eben nicht richtig zugeordnet. Zudem sei durch eine Veröffentlichung der Konten gewährleistet, dass sich niemand an der schlecht geführten Kasse der Piraten bereichern könne.

11:43
die Kontounterlagen sind da, für die Öffentlichkeit sogar anonymisiert im Internet nachzulesen. Die Buchungsunterlagen sind ebenfalls da und werden demnächst korrekt gebucht.
Damit das den gültigen Regeln entspricht, gibt es Hilfe durch den Wirtschaftsprüfer bei der Konzeptionierung und natürlich erstellt der auch das Testat.
Im letzte Absatz werfen Sie dann doch einiges durcheinander. Die Altparteien setzen sich nicht sachlich mit den Piraten auseinander sondern werfen denen dümmliches Zeug vor. Beispielsweise, dass sie nicht von jetzt auf gleich eine Buchhaltung haben, für die sie selbst Jahrzehnte gebraucht haben. Lustig ist auch immer der Vorwurf, dass es mehr Kandidaten als Ämter gibt. War dass nicht das Argument mit dem bis 1989 gegen den Kommunismus geschossen wurde.
Aber bitte ich wünsche mit nichts sehnlicher, als dass
CDU/SPD/FDP/LINKE/Grüne
mindestens die Transparenz walten lassen, die die Piraten bieten.
Dann habe ich nämlich endlich wieder mehr Auswahl bei der Wahl.
Was für eine Transparenz?
Irgendein Pirat hat irgendwelche Daten ins Internet gestellt, die nicht mit (Achtung, jetzt kommt das Wort,das sie nicht verstehen) BELEGEN unterfüttert sind.
Die werden dann "demnächst" nachgereicht. Anscheinend auch Daten aus 2007. Immerhin schon fünf Jahre her.
Mit so einer Einstellung würden Sie in keinem Verein durchkommen.
11:13
Ohne Buchungs- und Kontenunterlagen wird kein Wirtschaftsprüfer tätig werden. Ihre "Konzepte" sind nur ein weiterer PR-Gag, denn Rechnungslegung und Bilanz wird vom PartG vorgegeben und nicht von den Piraten.
Schade, dass die Motivation vieler Piraten-Mitglieder durch wiederholtes Finger-Pointing gegen "die Anderen" bei gleichzeitiger Unfähigkeit, es *wirklich* besser zu *können*, zunichte gemacht wird.
10:58
CDU/SPD/FDP/GRÜNE/LINKE/CSU
verweigern die Transparenz in ihren Finanzen, die die Piraten zeigen.
Noch nicht einmal eine solche "dämliche" Liste - wie einen anonymisierte Kontoauszug stellen die online. Das ist bei den Piraten also kein PR Gag, sondern ein sehr detailliertes Kontrollinstrument. TreuerLeser hat da beispielsweise auf Anhieb überprüfenswertes gefunden. Andere Parteien können da buchen wie sie wollen - was sie dann auch tun wie verschiedenste Betrugsverfahren in allen Parteien belegen.
Ich weiss ja nicht wie reich ihre Lieblingspartei ist, aber in sparsamen Parteien wird die Buchhaltung von BuchhalterInnen gemacht - Wirtschaftsprüfer sind dafür zu teuer. Die kommen ins Spiel wenn es um Konzept und Testat geht.
09:44
"Eine Buchhalterin" - ah ja. Das Parteiengesetz verlangt für den Rechenschaftsbericht *aller* zugelassenen Partei das Testat eines Rechnungs-/Wirtschaftsprüfers, demzufolge ist die Transparenz der *Buchhaltung* für die Bundestags-Verwaltung und den Bundesrechnungshof gewährt. Überdies können diese Organe bei Zweifeln an der Buchführung eigene Wirtschaftsprüfer einschalten.
Anhand Ihrer dämlichen "Liste" im Internet kann Niemand beurteilen, ob diese Ein-/Auszahlungen tatsächlich so getätigt und dann auf die richtigen Konten verbucht wurden, das sollte Ihnen als Laie schon der gesunde Menschenverstand einflüstern.
Ihre angebliche "Transparenz" ist also nichts anderes als ein weiterer Polit-Marketing-Gag zur Verschleierung der echten Probleme eines Amateur-Vereins.
08:10
die mit dem gestiegenen Buchungsaufkommen klar kommt.
SPD/FDP/GRÜNE/CDU/CSU/LINKE
aber weigern sich weiterhin ihre Parteifinanzen so transparent zu machen wie die Piraten.
20:33
Die Piraten können es einfach nicht!
Das ist alles.
Ey, du wirst wohl nich müde, wah? :-)
20:19
Die Argumentation "Die Anderen sind ja noch viel schlimmer und könnens auch nicht besser!" ist die dümmste und verlogenste aller Ausreden, die unsere Gesellschaft heute so kennt.
Sie beweist nur, dass man eigentlich zu faul ist, etwas zu ändern, aber sich gern an Anderen abarbeitet, um Willen zu heucheln. Hoffentlich ist diese Form von amateurhaftem Politik-Spielchen bei der nächsten Wahl ebenso "heilbar".
Hauptsache, sie sind noch mit dem Tun von "Mutti" zufrieden? Ich schon lange nicht mehr. Aber das ist ja auch nebensächlich....
18:25
Zitat:"Ach wohlzufrieden, Ihre "Bildunglücken" sind geradezu legendär.
VHS ist doch ein Videosystem aus vergangenen Zeiten, oder?" Zitat Ende. Völlig richtig, daher würde es auch hervorragend zu Ihrem Bildungsniveau passen. Aber mit VHS ist natürlich Volkshochschule gemeint. Macht aber nichts, das Sie das nicht wissen, hätte auch keiner von Ihnen erwartet. Nur versuchen Sie bitte nicht wieder, Ihre völlige Unwissenheit als Ironie verkaufen zu wollen, das nimmt Ihnen sowieso niemand ab. Weder ich, noch andere Blog -teilnehmer, oder wie immer Sie es nennen wollen, oder in Ihrem Falle besser gesagt, wie Sie es mit Ihren bescheidenen Mitteln können. Schönen Abend noch!
Wohlzufrieden, sind Sie wirklich so Ironie-und Humorfrei, mir zu unterstellen, nicht zu wissen, daß VHS Volkshochschule heißt ?
Ihnen ist wirklich nicht zu helfen.
Übrigens, das ist hier immer noch kein Blog ! :-)
Ihnen traue ich *alles* zu! ;-)
18:10
hätte Sie festgestellt, dass die Schwächen der Buchhaltung heilbar sind. Natürlich werden in dem Zuge auch die Kosten vernünftig aufgeschlüsselt und weitere Schwachstellen ausgemerzt.
Trotzdem haben Sie selbst den Wert des Urdatenzugriffs erkannt, wenn Sie ungklärte Rückläufer bemängeln usw.
Warum haben die Altparteien Angst davor ?
Woher Sie allerdings den Aberglauben nehmen unsere Wirtschaftsprüfer und Finanzämter wären so rückständig das sie nicht mit Daten klarkommen bleibt ihr Geheimnis.
17:57
Korrektur zu Teil I, Satz 1.
Muß heißen:
… und ich bestreite nicht, so etwas von den anderen Parteien noch nicht zu kennen.
Dem Hinweis des Mit-Kommentators meigistu zum Thema „Belege“ ist an anderer Stelle bereits widersprochen worden. Ich füge hinzu, daß er wohl nicht in diesem Metier tätig ist - Gott sei Dank.
Er bekäme auf Basis dieser Ansicht die Wirtschaftsprüfer sicher nicht mehr aus dem Haus und auch die Steuerbehörden wären schnell zu Gast.