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In der Asse tickt eine Zeitbombe

08.02.2010 | 23:06 Uhr
In der Asse tickt eine Zeitbombe

Im Ergebnis macht es wenig Unterschied, ob die italienische Mafia Atommüll samt Frachter im Mittelmeer versenkt, oder ob Tausende Atomfässer in einer deutschen Salzgrube verschwinden, deren Eignung von Beginn an zweifelhaft war. Die billige und fahrlässige Entsorgung der strahlenden Hinterlassenschaften der Atomwirtschaft gefährdet heute die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Was angeblich für Jahrtausende verschwinden sollte, droht nur Jahrzehnte später ins Grundwasser zu sickern.

Niemand hat sich in dieser Affäre mit Ruhm bekleckert. Weder Politik, noch Wirtschaft oder Wissenschaft. Das Helmholtz-Zentrum hat nicht nur seinen Ruf aufs Spiel gesetzt, es hat auch jene Politikferne und kritische Distanz vermissen lassen, die der Wissenschaft erst Glaubwürdigkeit verleiht.

Der Umweltskandal um Asse wirft zwei Fragen auf: Wie steht es um die Endlagerung radioaktiven Mülls vor dem Hintergrund der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken, über die bereits verhandelt wird? Und: Muss die Einlagerung von hochradioaktivem Abfall in Gorleben – ebenfalls ein Salzstock – mit Blick auf die Zeitbombe Asse neu bewertet werden? Die Bürger haben ein Recht auf rasche Antworten.

Christopher Onkelbach

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Kommentare
04.03.2010
12:12
In der Asse tickt eine Zeitbombe
von rdp | #11

Das einzige, worin sich Mafia und der gesamte Klüngel aus Politik und Wirtschaft samt derer willfähriger Handlanger -noch, aber die Mafia holt da auf- unterscheidet, ist nicht etwa ein wie auch immer definiertes Verantwortungsbewußtsein, sondern lediglich die Möglichkeit, sich die für die jeweils gewünschten Zwecke und Ziele entsprechenden Gesetze und Verordnungen auf scheinbar demokratischem Weg zu verschaffen und sich so das Mäntelchen eines angeblichen gesellschaftlichen Nutzens umzuhängen.

04.03.2010
11:52
In der Asse tickt eine Zeitbombe
von rdp | #10

Dumm gelaufen, daß hier die unselige Interessenverquickung von Politik und Atomstrombetreibern (immerhin haben etliche Städte nicht unerhebliche Anteile z.B. an RWE etc) samt einer willfährigen Wissenschafts- und Forschungsgesellschaft so schnell aufgeflogen ist.
Apropos Gorleben: Dort ist das - gleiche - Problem ungleich größer, da dort auch offiziell die lang- und starkstrahlenden Abfälle entsorgt(was sich so schön nach sorgenfrei anhört) werden sollen. Geologisch ist die Auswahl von Salzstöcken schon wegen der Gefahr von Wassereinbrüchen wie in der Asse ziemlich unklug, aber halt billig im Vergleich zu anderen Lösungen und niemand kann garantieren, das eine Lagerung über zehn- bis hunderttausende von Jahren irgendwo sicher betrieben werden kann, schon gar nicht, wenn wie in der Asse, von allen Seiten völlig verantwortungsfrei und bewußt schlampig sowie gegen alle vertraglichen und rechtlichen Bestimmungen gehandelt wird.
Stromanbieter wechseln hilft den Betreibern vielleicht ein wenig auf die Sprünge, da ihnen Kapital und Gewinne entzogen werden, nur das interessiert und trifft diese Kreise. Mit Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt oder gar kommenden Generationen braucht man denen nicht zu kommen, da sind sie entgegen aller Werbesprüche völlig immun.

17.01.2010
21:56
In der Asse tickt eine Zeitbombe
von NotoriousFAB | #9

Danke für das Aufgreifen vermeintlich veralteter Themen!! Und noch einmal: Atomkraft ist weder regenerativ noch öko!!!

17.01.2010
21:38
In der Asse tickt eine Zeitbombe
von franzjos | #8

Wie sieht’s denn mit unserer Bundeskanzlerin aus?
http://blog.greenpeace.de/merkels-atomare-altlasten/

17.01.2010
18:32
In der Asse tickt eine Zeitbombe
von dcarleitermann | #7

Seit 1993 lagen den damaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen Herrn Schröder und Herrn Gabriel genaueste Gutachten über Asse II vor. Diese wurden unter Verschluss gehalten. Es wird endlich Zeit das angepackt wird. Schlechte Arbeit sind wir ja von Herrn Schröder immer gewohnt gewesen. Das aber ein Herr Gabriel als Messias für Asse aufschwingt ist schon ein starkes Stück!

17.01.2010
12:46
In der Asse tickt eine Zeitbombe
von PaulPeter | #6

Frau Merkel, Sie sind nun hier gefordert - in Ihrer Vergangenheit haben Sie ja schon genug Erfahrung mit möglichen Endlagern und Atomabfall gemacht.

Nun können Sie sich erneut beweisen!!!

17.01.2010
10:55
In der Asse tickt eine Zeitbombe
von rudie go | #5

Mich würde interessieren, warum Politik und Medien (mit Medien meine ich jetzt nicht den löblichen Autor, der, wenn ich mich recht entsinne, als Nachwuchsschreiber früher erstmal für die Abteilung Jugendkultur zuständig war) jetzt auf einmal auffällt, worauf die bösen Ökospinner und Radikalen schon seit langem hinweisen.

17.01.2010
10:34
In der Asse tickt eine Zeitbombe
von vantast | #4

Alle Fragen sind doch beantwortet! Die Zeitbombe tickt für Jahrtausende, hier lief sie schon recht früh ab. Die Betreiber sind chronisch unzuverlässig und verlogen. Die enge Verbundenheit von Staat&Industrie führt automatisch zu Korruption. Die Facharbeiter werden immer mehr durch Billiglöhner ersetzt.
Die Atomwirtschaft ist eine Gefahr für die Gesellschaft.

17.01.2010
01:18
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.01.2010
00:04
In der Asse tickt eine Zeitbombe
von karlosdallos | #2

Was für ein Wahnsinn :

Bis gestern war noch alles in Ordnung.
Merkel sass auf dem Uran und nichts kam da durch.

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