In der AfD wächst der Widerstand gegen Parteichef Lucke

AfD-Fraktionschef im Thüringer Landtag, Björn Höcke (l.) mit dem Bundesvorsitzenden der Partei, Bernd Lucke.
AfD-Fraktionschef im Thüringer Landtag, Björn Höcke (l.) mit dem Bundesvorsitzenden der Partei, Bernd Lucke.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
In der AfD ist ein Streit um die Struktur der Führungsspitze im Gange. Der Parteichef, Bernd Lucke, möchte, dass die AfD künftig nur noch einen Sprecher hat. Damit stößt er allerdings auf einigen Widerstand innerhalb der Partei.

Berlin/Erfurt.. Zwei Monate vor dem Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) haben führende Mitglieder gegen Parteichef Bernd Lucke aufbegehrt. „Wir müssen jetzt daran gehen – das sage ich ganz deutlich – diese One-Man-Show Schritt für Schritt zurückzubauen“, sagte der AfD-Fraktionschef im Thüringer Landtag, Björn Höcke. Man arbeite gerne mit Lucke zusammen, „aber nicht um den Preis einer Satzung, die das bewährte Modell mehrerer Parteisprecher abschafft“, erklärte der AfD-Vize Alexander Gauland.

Hintergrund des Streits ist Luckes Vorschlag, auf dem Parteitag Ende Januar eine Änderung der Führungsstruktur zu beschließen. Lucke will, dass die Partei künftig nur einen Vorsitzenden hat, so wie die meisten anderen deutschen Parteien auch.

Bisher wird die AfD von drei „Sprechern“ geleitet: Lucke, der Publizist Konrad Adam und die Fraktionsvorsitzende der AfD im sächsischen Landtag, Frauke Petry.

Entscheidung über Satzung fällt auf dem Parteitag

Petry kritisierte die indirekte Drohung Luckes, sich aus der Parteiführung zurückzuziehen, falls die Führungsstruktur nicht geändert werden sollte. Gleichzeitig betonte sie, sie werde „alles tun“, um einen Rückzug Luckes von der Parteispitze zu verhindern. „Ich glaube, diese Diskussion muss intern ausgetragen werden. Luckes Äußerung war nicht hilfreich“, sagte Petry.

Auf dem Parteitag sollen die AfD-Mitglieder über eine neue Satzung entscheiden. Etwa drei Monate später soll dann die Führungsspitze neu gewählt werden. Lucke hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, die derzeitige Führungsstruktur behindere oft ein effektives Arbeiten.

Parteikollegen halten es für wahrscheinlich, dass Lucke eine erneute Kandidatur für den Bundesvorstand von einer entsprechenden Satzungsänderung abhängig macht.