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Immer mehr Polen zieht es nach NRW

28.01.2013 | 00:27 Uhr
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Hagen. Immer mehr Zuwanderer zieht es in die großen Städte an Rhein und Ruhr. Dortmund, Essen, Duisburg, Köln und Düsseldorf sind besonders attraktiv für Migranten. Hier stoppen die vielen Neubürger sogar den befürchteten Bevölkerungsschwund. Das Landes-Arbeitsministerium stellt fest: Unter den Ausländern, die nach NRW kommen, gibt es besonders viele Menschen mit guter beruflicher und akademischer Qualifikation.

Ein Ende der Zuwanderung ist nicht in Sicht. „Wir gehen davon aus, dass der Trend länger anhält. Hauptgrund dafür ist, dass der deutsche Arbeitsmarkt auf viele, die in den Krisenländern wohnen, besonders anziehend wirkt“, sagte ein Experte des Ministeriums.

Sie kommen aus Südosteuropa, aus Griechenland und Spanien -- vor allem aber aus Polen. Allein im ersten Halbjahr 2012 zogen rund 20 000 Polen nach NRW – nur 10 000 zogen fort. Auffällige Zuwachsraten gab es bei den Griechen (plus 93 Prozent) und bei den Spaniern (53 Prozent). Deutschland und NRW sind für viele Bürger aus den EU-Krisenstaaten Auswege aus der Not. Und sie sind in Zeiten des Fachkräftemangels hoch willkommen.

Während es polnische Staatsbürger in großer Zahl in nahezu alle Städte und Landkreise in NRW zieht, suchen sich andere Nationalitäten bestimmte Regionen aus oder werden von den deutschen Behörden dorthin geschickt. Rumänen und Bulgaren finden bevorzugt in Duisburg oder in Essen eine neue Heimat, im Kreis Borken siedeln sich Niederländer an, die die günstigen Grundstückspreise dort schätzen.

Das Arbeitsministerium hat ausgerechnet, dass sich zwischen den Jahren 2000 und 2011 insgesamt 630.000 Zuwanderer in NRW dauerhaft niedergelassen haben. Etwa die Hälfte stammt aus Osteuropa und aus den Ländern, die früher zur Sowjetunion gehörten. 40 Prozent der Zugewanderten haben die Hochschulreife. Damit schneiden sie sogar besser ab als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (38 Prozent). Experten sehen, dass die heutigen Zuwanderer im Schnitt erheblich besser ausgebildet sind als die Migranten in den 1950-er bis 80-er Jahren.

Matthias Korfmannund Leonie Prym

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