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Kinderarmut

Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut

05.03.2013 | 17:21 Uhr
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
Die Kinderarmut in Deutschland nimmt zu, laut einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.Foto: dpa

Essen.   Die Kinderarmut in Deutschland hat wieder leicht zugenommen. Das Ruhrgebiet ist laut Paritätischem Wohlfahrtsverband besonders betroffen: Hier soll rund jedes vierte Kind in Armut leben. Für Verbands-Chef Ulrich Schneider ist das "ein Ausdruck politischen Versagens".

Die Kinderarmut in Deutschland hat wieder leicht zugenommen. Laut Paritätischem Wohlfahrtsverband ist die Zahl der Kinder, die in Familien mit Hartz-IV-Anspruch leben, im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2011 um rund 100 000 auf insgesamt 1,7 Millionen gestiegen. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider sagte, diese Entwicklung sei „ein Ausdruck politischen Versagens“. Schneider übte zugleich scharfe Kritik am Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, den das Kabinett am Mittwoch beschließen will.

Dieser ist ohnehin umstritten, weil er auf Druck des Wirtschaftsministeriums inhaltlich entschärft wurde und seine Verabschiedung mehrfach verschoben wurde. Der Bericht sei keine ehrliche Bestandsaufnahme, sondern „Hofberichterstattung, mit der die Politik der Bundesregierung schön geredet werden soll“, so Schneider. Das Thema Kinderarmut spiele darin nur eine untergeordnete Rolle. Zudem würden wichtige Fragen nicht erörtert; etwa, wie sich Kinderarmut regional darstelle oder wie lange Kinder im Hartz-IV-Bezug seien.

Ruhrgebiet besonders stark von Kinderarmut betroffen

In NRW leidet insbesondere das Ruhrgebiet unter Kinderarmut. Der Paritätische hatte bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass die Kinder-Armutsquote (also der Anteil von Kindern in Hartz-IV-Haushalten) im Revier über 25 Prozent betrage. Die nordrhein-westfälischen Grünen werben deswegen vehement für eine sogenannte Kindergrundsicherung in Höhe von mindestens 300 Euro monatlich.

Lesen Sie auch:
SPD will höheres Kindergeld für Geringverdiener

Die Sozialdemokraten kündigen an, im Fall einer Regierungsübernahme das Kindergeld für Geringverdiener zu erhöhen und eine Mietpreisbremse einzuführen. Der maximale Kindergeld liege dann bei 324 Euro, sagte SPD-Vize Manuela Schwesig.

Für die Familienförderung würden „gigantische Summen“ ausgegeben, sagte NRW-Grünen-Chef Sven Lehmann. „Das Geld kommt aber nicht bei den Familien an, die es besonders brauchen.“ So werde etwa das Kindergeld auf Hartz-IV-Leistungen angerechnet. „Jedes Kind muss dem Staat aber gleich viel wert sein“, so der Landeschef der Grünen. Er betonte aber: Die Kindergrundsicherung solle keine neue Sozialleistung sein: „Wir wollen Freibeträge, das Kindergeld und Kinderzuschläge zusammen.“ Zudem solle das Ehegattensplitting abgeschmolzen werden.

Für eine Kindergrundsicherung tritt auch ein Bündnis ein, dem unter anderem der Kinderschutzbund, die Arbeiterwohlfahrt und die Lehrergewerkschaft GEW angehören. Dieses Bündnis fordert eine Kindergrundsicherung in Höhe von 536 Euro im Monat.

Jan Jessen



Kommentare
06.03.2013
12:59
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von paranoidus | #21

Wenn ich hier einige Kommentare lesen,bekomme ich einen Dauerwürgereiz.
Aber das ist eben die Generation der "Alles für mich"

06.03.2013
09:33
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von heinxel | #20

Gab es da nicht mal eine Studie, dass von 10 Jugendlichen 9 ein Handy haben?

Was wohl die Duisburger Neubürger aus Bulgarien und Rumänien zu dieser Armutsdebatte sagen würden?

Dass natürlich Minijobber, Aufstocker, Leiharbeiter, H4-ler usw. das Einkommengefüge stark nach unten drücken, dass der steuerzahlende Mittelstand immer stärker belastet wird (Energie, Grundsteuer in Duisburg usw.) und dass somit natürlich weniger Geld für die Kinder da ist, ist eigentlich logisch.
Für diese globalen Erfolge Dank an CDUCSUSPDGRÜNEFDP. Sie sind alle dafür verantwortlich, und der Deutsche wählt sie immer wieder......

Schaut man sich die Geburtenraten und die Bildung vieler unserer zugereisten Mitbürger an (40 Prozent Vorschulkinder in Duisburg haben deutsche Sprachprobleme), so werden diese Kinder weiter in Kinderarmut bleiben und die Statistik noch viel schlechter aussehen lassen..

1 Antwort
@heinxel
von Ismet | #20-1

Ihr Kommentar hat in der Tat etwas an sich.
Viel besser wäre es, wenn Sie auch ein paar Beispiele geben würden wie man der Armut entgegentreten kann.
Ich habe da folgende Ideen:
1. Kindergeld nur noch für Geringverdiener
2. kostenloses Essen an Schulen und KiTas für die Kinder
3. viel mehr soziale Einrichtungen wie Bibliotheken, Spielplätze, Sport- und Schwimmstätten usw. Einrichten (natürlich mit der benötigten Anzahl an Angestellten)
4. Die Klassen in den Schulen verkleinern, so dass mehr Zeit für jeden einzelne/n Schüler/in bleibt, dadurch die Lernkurve nach oben zeigt.
5. mehr Sozialpädagogen einstellen die sich um "Verhaltensauffällige" Kinder kümmern
usw.
Sie dürfen die Liste ruhig erweitern.
Danke.

06.03.2013
09:14
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von bion | #19

Gerade im Schmelztiegel der Migration in NRW haben wir die größte Kinder-Armutsquote.
Im Jahr 2007 überwiesen die Migranten in ihre Heimatländer aus Deutschland 17,8 Milliarden Euro in ihre Heimatländer, Tendenz steigend. Neuere Zahlen gibt es nicht. Zu dieser Zeit schrieb die WAZ:(26.11.2007)- Das meiste Geld geht in die Türkei. Dahinter folgen Serbien, Marokko sowie Vietnam. Weltweit ist das Volumen der Rücküberweisungen mehr als doppelt so hoch wie die Entwicklungshilfe.-
Vielleicht sollte man mal die Kinder-Armutsquote unter anderen Gesichtspunkten versuchen zu analysieren.

06.03.2013
08:41
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von Futabakai | #18

Ja, das einzige, was heutzutage sicher beim Präkariat klappt, ist sich hemmungslos zu vermehren. Die "Stütze" für alle wird es ja schon richten!!!

2 Antworten
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von paranoidus | #18-1

Ich HOFFE das sie irgendwann mal kapieren,dass wir nicht mehr 1933 haben.

Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von Applebeach4Ever | #18-2

na Kollege..hoffentlich biste ungelernter Opel-Arbeiter und über 40 so das du demnächst auch zum "Präkariat" gehörst. Aber bitte geb Bescheid das wir der zuständigen Arge bescheid geben können das du nicht einen müden Cent bekommst. Leider sind hier Schimpfwörter verboten...

06.03.2013
08:20
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von B.Schmitz | #17

Kein Kind muss in Armut leben. Es liegt doch wohl an den Eltern. Ebenso verhält es sich mit der Bildung. Hartz IV Empfänger bekommen doch sämtliche Zuschüsse für ihre Kinder. Die arbeitende Bevölkerung muss alles selber bezahlen. Aber so manche Eltern geben das Geld welches ihren Kindern zusteht lieber für sich selber aus.

1 Antwort
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von paranoidus | #17-1

Das sagen sie mal einen der 40 Jahre gearbeitet hat und dann wegen Missmanagament gekündigt wurde,aber in pauschalisieren sind die Deutschen schon immer gut.

06.03.2013
08:04
In Deutschland gibt es keine Kinderarmut!!
von BrettBumms | #16

Wenn Kinder in Deutschland arm sein sollten, dann liegt das höchstens an deren Eltern, die andere Prioritäten als die Ernährung und Erziehung ihrer Kinder haben.

Wer in Deutschland über Kinderarmut schwadroniert versucht die Menschen zu verdummen!

1 Antwort
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von paranoidus | #16-1

Dummheit schrei(b)t

06.03.2013
07:28
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von Karlot | #15

Politisches Versagen?
Neoliberalismus ist nie ein Versagen, es ist ein Erfolg.

06.03.2013
06:32
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von Plastia | #14

Mir wird mit dem Begriff ARMUT in Deutschland einfuch zu inflationär und unbedacht umgegangen, wie mit den Nazivergleichen auch.
Kein einziges Kind muss hungern, eine warme Wohnung missen und fehlt die kostenlose Schulbildung!
Wenn die Politiker aber mit diesen EU Irsinn weitermachen, werden die Presseleute Grund haben, über wirkliche Armut in Deutschland zu berichten.
Das heißt, wenn es ihnen von der Zensurabteilung, dem "Presserat" erlaubt wird. Aber solange sich immer neu zuziehende Ausländer sich hier pudelwohl fühlen, ist alles bestens. Erst wenn die anspannen und sich neue Wirte suchen, ist die reale Armut in D angekommen!

06.03.2013
00:46
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von schRuessler | #13

Arme Kinder sind Kinder von armen Eltern.

Wenn im Revier 25 % der Kinder in Hartz IV-Familien leben, ändert sich daran auch nichts, wenn die Zahlungen für die Kinder angehoben werden.

Einzige Möglichkeit, etwas zu ändern, wäre, möglichst vielen Menschen den Weg aus Hartz IV heraus zu ermöglichen.
Dabei geht es ja nicht nur um Arbeitslose, sondern auch um die ganzen Aufstocker.

Und Kinder, deren Eltern Geringverdiener, aber keine Aufstocker sind, haben auch nicht mehr Geld zum Leben. Die tauchen hier aber nicht auf.

06.03.2013
00:10
Immer mehr Kinder in Deutschland leben in Armut
von DrDr | #12

Merkwürdigerweise steht im Artikel nichts davon, dass die Kinderarmut v.a. durch die Zunahme alleinerziehender Mütter produziert wird. Wir haben es also mit einem gesellschaftlichen Phänomen zu tun, gegen das keine Transferleistung etwas ausrichten kann.

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