Immer mehr Deutsche haben Angst vor Islam

Essen..  Egal wie gebildet und wohlhabend sie sind oder welche politische Meinung sie haben: Immer mehr Deutsche empfinden den Islam als eine Bedrohung. Aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung geht hervor, dass 57 Prozent der nicht-muslimischen Bundesbürger sagen, der Islam sei „sehr“ oder „eher“ bedrohlich. Vor zwei Jahren hatten sich nur 53 Prozent der Befragten so geäußert. Noch mehr Befragte glauben, der Islam passe nicht in die westliche Welt. Jeder Vierte will Muslimen sogar die Zuwanderung nach Deutschland verbieten. Fast jeder zweite Befragte fühlte sich durch die Gegenwart von Muslimen wie ein „Fremder im eigenen Land“. Ebenfalls bemerkenswert: Ältere Bürger sind erheblich islam-kritischer als Jüngere, und die Angst vor Muslimen ist ausgerechnet dort am größten, wo wenige Muslime leben: in Ostdeutschland.

Nichts gegen homosexuelle Paare

Diese Umfrage-Ergebnisse stehen in einem krassen Widerspruch zur Selbsteinschätzung muslimischer Bundesbürger. Die allermeisten von ihnen fühlen sich nämlich Staat und Gesellschaft eng verbunden. 90 Prozent der hochreligiösen Muslime in Deutschland halten die Demokratie für eine „gute Regierungsform“. Ebenso viele haben in ihrer Freizeit Kontakte zu Nicht-Muslimen. Etwa jeder Zweite hat nichts dagegen, dass homosexuelle Paare heiraten. „Für Muslime ist Deutschland inzwischen Heimat. Sie sehen sich aber mit einem Negativ-Image konfrontiert, das durch eine Minderheit von radikalen Islamisten geprägt wird“, sagte Yasemin El-Menouar von der Bertelsmann Stiftung.