"Ich kann es" - Steinmeier zeigt sich selbstbewusst
20.08.2009 | 12:54 Uhr 2009-08-20T12:54:00+0200
Berlin. SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier wirft Angela Merkel Respektlosigkeit gegenüber den Wählern vor, weil sie sich der Vollbeschäftigungs-Debatte verweigert. Er hofft, dass die SPD bei den Landtagswahlen in Thüringen und im Saarland Schwarz-Gelb verhindern kann - als Signal für die Bundespolitik.
Am 30. August will die SPD in Thüringen und/oder im Saarland beweisen, dass sie Schwarz-Gelb verhindern kann. Es wäre bundespolitisch das Signal, das sich Frank-Walter Steinmeier seit langem erhofft. Nachdem er in der NRZ die Gesundheitsministerin in der Dienstwagenaffäre in Schutz genommen hat, richtet der SPD-Kanzlerkandidat den Blick nach vorn. Nicht der Dienstwagen Ulla Schmidts, mehr Politik wagen, ist das Gebot der Stunde.
Herr Steinmeier, können Sie über Horst Schlämmer lachen?
Frank-Walter Steinmeier: Ja klar. Ich bin ein Fan von Hape Kerkeling, schon lange, schon seit seinem frühen Beatrix-Sketch.
Der Wahlkampf ist so ernst. Könnten Sie einen wie Kerkeling in Ihrem Team gut gebrauchen?
Steinmeier: Hape Kerkeling ist klug genug, um zu unterscheiden. Comedy ist das Eine, Politik das Andere. Richtig ist, dass er den Wahlkampf mit großem Erfolg für seinen Film nutzt.
Andere urteilen lassen
Sie werden häufig auf eine altmodische Weise verlegen, wenn man Sie fragt, warum Sie besser sein sollten als Frau Merkel. Wie kommt das?
Steinmeier: Keine Angst, verlegen bin ich nicht. Ich lasse allerdings lieber andere über mich urteilen, als dass ich selbst mein Ego streichele. Das ist eine Frage der Haltung. Aber seien Sie sicher, ich bin selbstbewusst genug zu sagen: Ich kann es.
Und mit Müntefering spielen Sie das Böser-Bulle-Guter-Bulle-Spiel?
Steinmeier: Es gibt da keine Arbeitsteilung. Ich will keinen Zerfleischungswahlkampf, der bis ins Persönliche geht. Das ist nicht meine Art. Ich glaube nicht, dass die Wähler das schätzen. Aber wenn Frau Merkel das Ziel der Vollbeschäftigung als unredlich darstellt, dann gehört auf einen groben Klotz auch mal ein grober Keil.
Verlorenen Boden in NRW gutmachen
Sie sind auffällig viel in NRW unterwegs, mehr als die Kanzlerin. Wie ist Ihr Kalkül?
Steinmeier: Das beobachten Sie richtig. Die SPD kann hier verlorenen Boden wieder gut machen. Das ist mein Ehrgeiz. NRW ist immer noch das Herzland der Sozialdemokratie.
Die Union bietet Ihnen wenig Angriffsfläche. Und wenn doch, wird zurückgerudert. Wie Herr Althaus in Thüringen, wie Wirtschaftsminister Guttenberg. Macht Ihnen das zu schaffen?
Steinmeier: Die Kanzlerin möchte keinen Wahlkampf. Sie ist nur an schönen Bildern interessiert. Aber Demokratie lebt vom Wettstreit der Ideen. Sich bei den Zukunftsthemen und inhaltlichen Debatten zu verweigern, ist respektlos gegenüber den Wählern. Die wollen wissen, welche Politik sie im nächsten Jahrzehnt zu erwarten haben. Frau Merkel glaubt, sie verhalte sich geschickt. Ich sage, sie macht die Rechnung ohne die Wähler.
Guttenberg-Papier kein Zufall
Umso mehr scheint die SPD das so genannte Guttenberg-Papier nötig gehabt zu haben. Der Wirtschaftsminister hat sich von den Vorschlägen seines Hauses distanziert, aber Sie wollen Ihn nicht aus der Nummer raus lassen. Stimmt's?
Steinmeier: Glauben Sie dem Wirtschaftsminister etwa, das Konzept seines Hauses sei ein Zufallspapier? Nein, so denkt der Mann. Guttenberg hatte den Auftrag, meinem Deutschlandplan etwas entgegen zu setzen. Das war der Wunsch von Frau Merkel. Das ist richtig schief gegangen, und die Union hat jetzt Angst vor der eigenen Courage. Aber es ist gut, dass die Union jetzt die Katze aus dem Sack gelassen hat. Jetzt sieht jedermann, was die Union und Schwarz-Gelb vorhaben: Keine Mindestlöhne, weniger Kündigungsschutz, Senkung der Unternehmenssteuern, aber eine höhere Mehrwertsteuer.
Ist Ihnen mal der Gedanke gekommen, dass Merkel deswegen Streit meidet, weil sie still auf eine Fortsetzung der großen Koalition hinarbeitet?
Steinmeier: Was Frau Merkel will, sagt sie den Menschen nicht. Und die CDU ist ohne jede Idee, ohne Richtung, ohne Anspruch. Deutlich wird, dass Frau Merkel vom Krisenmanagement der vergangenen Monate ablenken will. Die Initiativen zur Abmilderung der Finanz- und Wirtschaftskrise kamen doch alle von der SPD und ihren Ministern. Das möchte Merkel vergessen machen, weil sich ansonsten die Frage aufdrängt, was hat eigentlich die CDU eigenes zu bieten. Nichts, da ist eine einzige Leerstelle. Vor allem möchte die Kanzlerin keine Debatte über ihre eigenen Versäumnisse. Ob es um den Mindestlohn ging, um die Umweltprämie oder zum Beispiel um die Begrenzung von Managergehältern, immer hat sie gezögert und gebremst. Alles, was die Krise abgemildert hat, musste die SPD gegen die Widerstände von Merkel durchsetzen. Und heute schmückt sie sich mit fremden Federn.
Kein Koalitionswahlkampf
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Wäre eine große Koalition für die SPD nicht das geringere Übel, besser als eine CDU/FDP-Regierung?
Steinmeier: Wir haben nie einen Koalitionswahlkampf geführt. Das kommt auch diesmal nicht in Frage. Ich bin sicher, dass wir schon am 30. August in Thüringen und im Saarland keine schwarz-gelben Mehrheiten haben werden.
Worum geht es wirklich am 30. August?
Steinmeier: Gelingt es uns, im Saarland oder Thüringen einen Ministerpräsidenten der Union abzulösen, wäre es ein Signal für den Bund. Die Menschen spüren in Thüringen, dass Dieter Althaus ihnen nichts mehr zu bieten hat. Und im Saarland freut es mich ganz besonders, dass die SPD in Umfragen weit vor der Linkspartei liegt.
Wider die Rote-Socken-Kampagne
Die Alternative in beiden Ländern heißt: Rot-Rot. Ist eine gemeinsame Regierung mit der Linken kein Makel mehr?
Steinmeier: Am 30. August, spätestens um 18 Uhr, wird die CDU eine Rote-Socken-Kampagne lostreten. Diesmal verfängt sie nicht beim Wähler. Den Umgang mit der Linkspartei im Saarland oder in Thüringen kann man nicht zu Schicksalsfragen der Nation stilisieren. Wer mit wem in einem Bundesland zusammen regiert, wird von den Verantwortlichen im jeweiligen Bundesland entschieden.
Wenn das so ist: Was sollen da die Berührungsängste auf Bundesebene?
Steinmeier: Ich habe in unserer Programmdiskussion klargemacht, warum eine Regierung mit der Linken für mich nicht in Frage kommt. Das hat gerade bei mir außen- und europapolitische Gründe. Ich kann nicht mit einer Partei regieren, die Deutschland isolieren will und geradezu nationalistisch redet.

14:18
@9 von glaubenix
Doch, das dürfen Sie ruhig glauben, die 16 Jahre Kohl waren wirklich so schlimm. Wäre die Wiedervereinigung nicht gewesen, wäre er nach 8 Jahren von Lafontaine abgelöst worden. Erst die Euphorie nach der Wende hat ihm wieder die nötigen Stimmen eingebracht. Danach lief alles so weiter wie vorher. er glaubte, auch die Wiedervereinigung durch Aussitzen regeln zu können. Die Folgen waren verheerend und führten datzu, dass 1998 erstmals in der Geschichte der BRD ein Bundeskanzler vom Volk abgewählt wurde.
14:16
Er hat nicht gesagt, dass es einfach ist, er hat gesagt, dass es möglich ist
Und genau das ist der Fehler. Vollbeschäftigung ist Wunschdenken. Es ist eben nicht nur schwer, sonder NICHT möglich. Die Idee ist ja schön. Kommunismus als reines Prinzip auch. Und beides funktioniert nicht.
Vollbeschäftigung klappt nur in dem Rahmen, wenn man Menschen zu unwürdiger Arbeit zwingt, weil für ihre Qualifikationen derzeit kein Arbeitsplatz existiert. 1€ Jobber sind effektiv eigentlich weiterhin Arbeitslos.
Man sieht doch schon, das es mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gibt. Und es sollte einem klar sein, das nicht jeder aus der Ausbildung übernommen wird. Alleine aus dem Grund sollte einem klar sein, dass Vollbeschäftigung nur zu menschenunwürdigen Zuständen klappt.
14:06
@ Collin
Wer wählt SPD ?
Ihre Antwort ist schlicht und einfach FALSCH.
Mein Vater wählte SPD
Meine Mutter wählte SPD
Meine Geschwister wählten SPD
Meine Großeltern wählten SPD
Meine Onkel und Tanten wählten SPD
Ich wählte SPD
=== J e t z t n i c h t m e h r ! ! ! ===
Die Sache mit den Arbeitsplätzen kennen wir noch
Von Herrn Kohl.
War auch nur Geschwätz.
Also kann Steini mit dieser Aussage nicht wirklich punkten.
12:55
#4 Wer wöhlt denn noch SPD?
Antwort: Alle, die immer SPD gewählt haben! Getreu dem Grundsatz: Mein Vater, meine Mutter, meine Großeltern alle haben auch immer SPD gewählt, also muss ich auch SPD wählen! So einfach ist das.
12:53
Ich mag die CDU, alle großen Parteien, nicht. Aber der Nichtwahlkampf ist geschickt. Warum soll die CDU sich auf den Wahlkrampf der SPD überhaupt einlassen? Sie hat es nicht nötig und gewinnt dabei.
12:50
Wer Visionen hat, gehört sofort zum Arzt! (Helmut Schmidt, SPD).
12:48
Ich habe auch einen Deutschlandplan: Wir fahren 2080 zum Mars. Das bringt Arbeitsplätze. Könnte von der Steinmeier-SPD kommen, oder???
12:47
Noch hat Stoni nicht verloren, der kämpft wenigstens um seine Kanzlerschaft... was man von der abgetauchten Beliebigkeitskanzlerin bisher nicht sagen kann !
12:40
Dieser verlogenen Partei mit einem Kandidaten, der das Teufelszeug gegen die Stammwähler mit erfunden hat, kann man nichts glauben. Der unverbindliche Deutschlandplan ist für den Papierkorb. Die SPD wird an ihren Verbindlichkeiten gemessen. Und das sind Vergangenheit und Gegenwart. Da hat sie nun mal massiv versagt: mit Lügen und Betrug. Die Stammwähler können sie nicht mehr wählen und wenden sich ab. Jetzt ist es zu spät.
11:49
Wer wählt denn noch die SPD ? Sorry aber die SPD wird es in 10 Jahren nicht mehr geben, meiner Meinung nach. Die werden noch 10 Jahre getragen von den alten Mitgliedern und danach wird die sich verabschieden.
Die SPD hatte die falschen Leute an der Spitze um mit der Zeit zu gehen. Schade eigentlich.
Wir können uns drehen uns wenden wie wir wollen, die Zeiten sind anders und anstatt mal ein wenig Wendigkeit und Flexibilität zu entwickeln ritt die SPD sturr auf dem alten Gaul weiter.
Ein altes Indianersprichwort sagt:
Wenn das Pferd tot ist sollte man absteigen....