Hunderte protestieren in NRW gegen amerikanische Überwachung

Nach der Demonstration gegen einen mutmaßlichen NSA-Horchposten bei Darmstadt (Foto) hat es in mehr als 30 Orten in Deutschland Proteste gegeben. Es kamen allerdings weniger Teilnehmer als erwartet.
Nach der Demonstration gegen einen mutmaßlichen NSA-Horchposten bei Darmstadt (Foto) hat es in mehr als 30 Orten in Deutschland Proteste gegeben. Es kamen allerdings weniger Teilnehmer als erwartet.
Was wir bereits wissen
Die Proteste gegen die NSA-Spähaffäre haben am Samstag deutlich weniger Menschen auf die Straße gebracht als von den Veranstaltern erhofft. In Nordrhein-Westfalen war Köln der Schwerpunkt der Demonstrationen. Auch in Bochum gab es Protestaktionen gegen die NSA.

Berlin/Köln.. Die Proteste gegen die NSA-Ausspähaffäre haben am Samstag in Deutschland zunächst deutlich weniger Menschen auf die Straße gebracht als erwartet. In Frankfurt, wo rund 5000 Demonstranten erwartet worden waren, sprach die Polizei nach Beginn der Kundgebung von rund 850 Menschen. Bundesweit sollte in mehr als 30 Orten fast zeitgleich gegen die Datenüberwachung demonstriert werden - auch in Nordrhein-Westfalen.

Hier lag der Schwerpunkt mit den meisten Demonstranten in Köln. Dort verliehen etwa 400 Teilnehmer von Bündnissen und Parteien ihrer Wut auf die ausufernde Überwachung von Kommunikationswegen durch den amerikanischen Geheimdienst NSA Ausdruck.

Sie zogen mit Fahnen und Spruchbändern durch die Innenstadt zu einer Abschusskundgebung. Auch in Bielefeld, Münster, Bochum und Aachen gab es Demonstrationen mit insgesamt etwa 400 Beteiligten. Überall verliefen die Aktionen nach Angaben der Polizei friedlich.

Seit Wochen ist bekannt, dass der US-Geheimdienst NSA im großen Stil die Kommunikation von Bürgern und Politikern in Deutschland auskundschaftet. Umfang und Details der Ausspähung sind aber nach wie vor unklar. Ein Bündnis verschiedener Organisationen - allen voran die Piratenpartei - hatte deshalb zu den Demonstrationen aufgerufen. Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter und IT-Experte Edward Snowden hatte die massenhafte Ausforschung ans Licht gebracht. (dpa)