Hooligans zunehmend radikaler

Essen..  Die Justiz erhöht den Druck auf die Hooligan-Szene. Sie können als kriminelle Vereinigungen gelten, wie der Bundesgerichtshof urteilte. Experten beobachten, dass sich Hooligans in den Fußballstadien politisch radikalisieren und zunehmend rechtes Gedankengut verbreiten.

„Dieser Trend zeichnet sich bei vielen Vereinen der drei Profiligen ab“, sagt Gewaltforscherin Claudia Luzar. „Eigentlich waren Hooligans früher unpolitisch.“ 250 Vertreter der Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) zählte die Polizei in Duisburg unter den 600 Teilnehmern des Pegida-Ablegers „Duigida“.

Die Politisierung auf den Tribünen führt dazu, dass sich Anhänger desselben Vereins gegenseitig bekämpfen. So geschehen in Duisburg: Die eher linke Ultra-Gruppe „Kohorte“ wurde Ende 2013 nach einem Drittligaspiel von der rechten Hooligan-Formation „Division“ überfallen. Die antirassistischen Düsseldorfer Ultras „Dissidenti“ prügelten sich während eines Spiels in Frankfurt mit den Hooligans der „Bushwackers“.

Ein Verein, der oft Probleme mit rechtsextremen Fans hatte, ist Borussia Dortmund. Doch seit zwei Jahren sei ein positiver Trend zu verzeichnen, meint Torsten Schild von der Dortmunder Fanabteilung. Wer auf der Tribüne auffällt, bekommt Stadionverbot. Anhänger von „HoGeSa“ dürfen nicht in die Stadien in Dortmund, Schalke und Duisburg.