Hohe Dividende beim Immobilienkonzern LEG empört die Mieter

Gute Nachrichten hat die Zentrale des Immobilienkonzerns LEG für ihre Aktionäre. Die Mieter sind eher nicht erfreut – sie fänden es besser, wenn die Dividende in den Wohnungsbestand investiert würde.
Gute Nachrichten hat die Zentrale des Immobilienkonzerns LEG für ihre Aktionäre. Die Mieter sind eher nicht erfreut – sie fänden es besser, wenn die Dividende in den Wohnungsbestand investiert würde.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Der Düsseldorfer Immobilienkonzern LEG zahlt Aktionären eine höhere Dividende als 2014 aus. Kritiker sehen einen Zusammenhang zu steigenden Mieten.

Essen/Düsseldorf.. Der Immobilienkonzern LEG erfreut seine Anleger nach einem Gewinnsprung mit einer deutlich höheren Dividende, sieht sich aber gleichzeitig heftiger Kritik von Mietervereinen aus dem Ruhrgebiet ausgesetzt. 2,26 Euro will das Unternehmen für 2015 pro Aktie ausschütten. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das operative Ergebnis stieg um mehr als ein Viertel auf 206 Millionen Euro.

Übernahmen Ungewöhnlich scharf fiel die ­Reaktion von Mieterverbänden aus dem Ruhrgebiet angesichts der ­guten Bilanzzahlen aus. Das „LEG Aktionsbündnis“, hinter dem das Mieterforum Ruhr steht, kritisierte, dass der Dividendensprung vor ­allem von den Mietern bezahlt ­werde – mit steigenden Mieten und Nebenkosten, schlechtem Service und geringer Instandhaltung.

Die Liste der Mietervorwürfe ist lang. Ärger gibt es etwa in Witten. Dort, so der örtliche Mieterverein, verlange die LEG Mieten über den ortsüblichen Richtwerten. Das Unternehmen orientiere sich dabei nicht mehr am Mietspiegel, sondern an Vergleichsmieten aus dem ­eigenen Bestand.

Mieter bemängeln Nebenkostenabrechnungen

Der Dortmunder Mieterverein bemängelt Probleme durch die schleppende Bearbeitung von Betriebskosten-Einsprüchen. Mieter würden stattdessen mit unberechtigten Mahnungen unter Druck gesetzt. In Dorsten protestieren LEG-Mieter gegen nach ih­rer Ansicht zu hohe Müllabrechnungen.

Die LEG betont dagegen ihr gutes Verhältnis zu den Mietern, die dem Unternehmen überdurchschnittlich lange treu blieben. „Wir sind nur deshalb so erfolgreich, weil wir es verstehen, die Interessen unserer Mieter und Aktionäre miteinander in Einklang zu bringen“, sagte ein Unternehmenssprecher dieser Zeitung.

12 000 Wohnungen allein in Dortmund

Das Ruhrgebiet ist für die LEG von zentraler Bedeutung. Nahezu ein Drittel der 110 000 Wohnungen des auf NRW fokussierten Un­ternehmens liegen zwischen Ruhr und Emscher. Allein in Dortmund gibt es 12 000 LEG-Wohnungen. Insgesamt wohnen in den LEG-Beständen rund 300 000 Mieter.

Damit ist der Düsseldorfer ­Konzern nach der Bochumer Vonovia und der Deutsche Wohnen AG in Frankfurt drittgrößter börsenno­tierter Vermieter in Deutschland und wäre fast zum zweitgrößten aufgestiegen. Ein Zusammengehen mit der Deutsche Wohnen AG scheiterte ­jedoch 2015, weil Branchenführer Vonovia selbst für die Deutsche Wohnen bot. Wie berichtet, schei­terten auch diese Fusionspläne.