Höchste Geburtenrate seit 33 Jahren

Berlin..  Die Frauen in Deutschland bekommen so viele Kinder wie seit 33 Jahren nicht mehr. Die durchschnittliche Kinderzahl stieg im vergangenen Jahr auf 1,50 Kinder je Frau, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das sei der bislang höchste Wert im wiedervereinigten Deutschland.

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) sieht einen Grund für die Trendwende auch in der deutschen Familienpolitik, vor allem in der besseren externen Betreuung von Kleinkindern. Wirkung zeigten zudem die besseren Arbeitsmarktchancen von Frauen, sagte BiB-Forschungsdirektor Martin Bujard. Auch gebe es mehr Migranten. Während bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit die Geburtenziffer nur geringfügig von 1,42 Kindern je Frau 2014 auf 1,43 stieg, wuchs sie bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit deutlich von 1,86 auf 1,95. Die vielen Flüchtlinge, die im Vorjahr nach Deutschland kamen, spielen in diesen Berechnungen keine große Rolle, wie Bujard betonte: „Sie hätten schon bei ihrer Einreise schwanger sein müssen.“ Bujard betonte, um die Generationen stabil zu halten, sei eine Rate von 2,1 Kindern je Frau nötig

In 13 Bundesländern nahm die Geburtenziffer zu. In Berlin blieb sie unverändert, in Brandenburg und Niedersachsen sank sie geringfügig.

Bundesfamilienministerin Schwe­sig (SPD) erklärte: „Mit dem ElterngeldPlus und dem weiteren Ausbau der Kinderbetreuung sind wir auf dem richtigen Weg, doch können wir noch mehr tun.“ Ihren Worten zufolge gibt es laut Studien nur ein einziges familienpolitisches Instrument, das messbar die Geburtenrate erhöhe: die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur. „Mehr Kita-Plätze und mehr Ganztagsschulen führen zu mehr Kindern.“ Deshalb setze ich mich für den weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung auch für Schulkinder ein“, betonte die Ministerin.