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Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten

01.06.2012 | 11:24 Uhr
Waffen aus Hells-Angels-Kreisen seien in die rechte Szene gelangt - sagen ein Kronzeuge und die Staatsanwaltschaft Kiel.Foto: Fotomontage

Essen.  Rocker verkaufen Waffen an Rechte und übernehmen Ordnerdienste bei rechtsextremen Veranstaltungen. Ein NPD-Bundesvorstand gehört zur Führung der Bandidos. Die Verflechtungen zwischen der rechten und der Rockerszene seien aber nicht politisch motiviert, sondern wirtschaftlich, so das BKA.

Die Hinweise auf eine engere Verflechtung zwischen Rockerbanden und der rechtsextremen Szene verstärken sich. Steffen R., Kronzeuge der Anklage im Kieler Prozess gegen die örtlichen Hells Angels , hat in dem spektakulären Hochsicherheits-Prozess am Donnerstag Waffenverkäufe der Gruppe an die NPD eingeräumt.

Waffen aus Hells-Angels-Kreisen seien in die rechte Szene gelangt, bestätigt auch die Staatsanwaltschaft Kiel. Sie hat die Wohnung des Kieler NPD-Ratsherrn Hermann Gutsche durchsucht. Er soll im Verdacht stehen, Waffen bei den seit Januar in der Fördestadt verbotenen Hells Angels gekauft zu haben. Gutsche sei nicht nur Landtagskandidat der Nationaldemokraten gewesen, sondern auch regelmäßig bei Aufmärschen der Neonazis zu sehen gewesen sein, berichten schleswig-holsteinische Medien.

Verflechtungen zwischen Rockern und Rechten

Erstmals hatte das Bundeskriminalamt (BKA) in einem internen Papier 2010 darauf hingewiesen, dass es Verbindungen zwischen Rockerclubs und Rechtsextremen gibt, nämlich „personelle Verflechtungen, gemeinsame Aktivitäten und einzelfallbezogene Kooperationen“. Rocker übernehmen danach den Ordnerdienst für rechtsextreme Veranstaltungen und stellen dafür auch Grundstücke zur Verfügung.

Video
Berlin, 30.05.12: Mit einem Großaufgebot von 550 Beamten ist die Polizei in der Nacht zum Mittwoch gegen den Berliner Zweig des Rockerclubs Hells Angels vorgegangen. Insgesamt wurden 31 Objekte durchsucht, darunter Wohnungen und Lokale.

Interessanter sind die personellen Verknüpfungen. Neonazis treten Rockerbanden bei oder leiten sie sogar, wie dies in Salzwedel in Sachsen-Anhalt der Fall ist. Das geht auch aus einer Anfrage der Linken im Bundestag hervor, die derzeit vom Bundesinnenministerium bearbeitet wird.

Danach gehört NPD-Bundesvorstand Sascha Roßmüller zur Führung der Bandidos im bayerischen Regensburg. In Berlin kam es zu Beitritten der verbotenen rechtsextremen Freiheitlichen Arbeiterpartei FAP. Zwischen 2007 und 2010 sollen nach Angaben des Berliner Innensenators Frank Henkel 40 rechtsmotivierte Straftaten von Rockern begangen worden sein.

Sicherheitsbehörden sind aber skeptisch, dass die Verbindungslinien zwischen Rockern und Rechten tatsächlich politisch motiviert sind. In dem BKA-Papier heißt es dazu, Vorrang habe für die Rocker-Szene immer noch das Geschäft. Politisiert sei sie nicht.

Dietmar Seher



Kommentare
04.06.2012
08:18
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von Kernow | #14

wirtschaftlicher Gedanke - aha...und wem bitte wollten die das verkaufen.

Ich versteht nicht, wieso solche Dinge nicht einfach verboten werden. Der ganze Eiertanz der wegen des NPD-Verbotes aufgeführt wird ist mir schleierhaft.

Die KPD konnte wegen Verfassungsfeindlichkeit verboten werden. Und Verfassungsfeindlichkeit liegt ja wohl im Falle der NPD und dieser Clubs vor.

Schade ist es für alle anderne Biker, die mit solchen Leuten mal eben in einen Topf geschmissen werden.

Allzeit gute Fahrt den Bikern, die aus Spaß am Fahren fahren :O)

02.06.2012
23:26
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von Marxururenkel | #13

Uiuiui!!! Das sind Neuigkeiten. Als mitte der 80er Jahre bekennende Faschisten rockermäßig durch die Gegend fuhren (Motor-FAP) hat das kaum eine S** interessiert.
Gehen den Diensten die Feinde aus? Haben wir "Saure-Gurken-Zeit" oder was ist hier los? Wer will denn verhindern, dass sich Extremisten in Vereine einschleichen, bestehende Strukturen nutzen und ihr eigenes Süppchen dort kochen. Das könnte ebenso ein Dackelzüchterverein oder der ADFC sein.
Das bundesweite Verbot von Rockerklubs wäre ein guter Grund, einen zu gründen. Was macht einen Verein interessanter, als ein Verbot. Und das Outlaw-Image gibt dem Ganzen noch den Geruch des Abenteuers, der Revolution. Wenn die Organe sich selbst und uns einen Gefallen tun wollen, dann schalten sie ein paar Gänge herunter und behandeln Hehler, Zuhälter, Dealer und Faschisten als das was sie sind: Als Verbrecher! Unabhängig davon, ob sie in Clubs organisiert sind oder nicht. Und an alle korrekten MC´s: Gute Fahrt!!!

02.06.2012
16:41
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von mirabiledictu | #12

Am geilsten ist die Fotomontage..........

02.06.2012
12:54
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von lir69 | #11

Es wird so viel verboten was der Gesellschaft schadet , was für ein Problem gibt es Kriminelle Rocker banden zu verbieten ?

01.06.2012
22:42
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von hutterp | #10

Und ich hätte gedacht, die passen gut zu den Grünen und den Linken.
(Ironie aus).

Dass diese Leute rechts denken, ist das eine Neuigkeit?


01.06.2012
16:23
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von xdiexgedankenxsinnfreix | #9

Es wird sicher noch weitere "Enthüllungen" dieser Art geben.
Niemanden wundert es, wenn kriminelle Vereinigungen kriminelle Taten ausüben.
Da wird auch von den ganz Großen nicht gezaudert, irgendwelchen Menschenschlächtern Mittel zur Volksdezimierung zu verkaufen.
Ebenso bin ich sicher, daß es auch andere Parteizugehörigkeiten unter den Rockern gibt.
Bedenklicher erscheint mir, daß man über Jahre hinweg das Wachstum und und die Aktivitäten der MC´s ignoriert hat, und nun in heller Aufklärungspanik ist!
Jedensfalls eine ineressante Story, bei der man sich aufs nächste Kapitel freut.

01.06.2012
16:23
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von andyc | #8

Ist aber auch unverschämt, dass die einfach der Antifa keine Waffen verkaufen. Liegt bestimmt daran, dass die Einladung zum veganen Geschäftsessen irgendwie deplatziert war...

01.06.2012
15:15
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von jessiesrevenge | #7

hmmmm komisch - hab aber schon Türken auch bei den Bandidos gesehen (sind die undercover unterwegs oder was?)
Und vom Prinzip her. denke ich eher das evtl viele rechtsgesinnte, eben auch Motorrad fahen und sich in einen der Clubs niedergelassen haben. Genauso wie es eben auch rechtsgesinnte in der SPD, CDU oder bei SChützenvereinen oder Fußballvereinen etc auch gibt. Wenn man nun anfängt so zu argumentieren, dann wird das so enden, das man jede Partei, Verein, Gewerkschaft und Club verbieten muss.

1 Antwort
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von jcm | #7-1

Es geht hier nicht vordergründig um rechte Gesinnung - sondern um kriminelle Verstrickungen! Hammse den Artikel - mit dem Hinweis auf "unpolitische Rocker" - nicht gelesen, oder was?

Poah, glaupße...

01.06.2012
13:38
eine Anfrage der Linken
von Meetwurst | #6

Der sozialistische Stallgeruch zieht natürlich auch wieder dieSED/dieLinke an.....

3 Antworten
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von narit | #6-1

Die Frage ist eigentlich eher die, warum es keine der anderen Parteien interessiert, was diese kriminellen Kreise seit ewigen Zeiten treiben. Es ist ja eigentlich nur eine Bestätigung dessen, was ich schon seit langem weiß. Auch die Bestechlichkeit von Polizeibeamten sollte dringend untersucht werden!

Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von jcm | #6-2

Wenn es der Wahrheitsfindung UND Öffentlichmachung dient, warum sollte da keine Anfrage erfolgen?!
Und wenn es nicht so zynisch wäre, müsste man der NSU dankbar sein, denn erst deren Taten lösten umfangreiche Ermittlungen aus. Und wer zu kriminellen Kamerradschaften (s. Kommentar #4) Kontakte pflegt, bekommt nun zu spüren, was sich hinter dem altbekannten Spruch "mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen" verbirgt:
Knastgeruch...

Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von andyc | #6-3

Warum fragt die Linke denn nicht nach dem Miri-Clan? Sind zu viele Familien- auch Parteimitglieder?

01.06.2012
12:32
Die Vereine sind nicht rechts.
von Doweng | #5

Wenn die Vereinsmitglieder bzw die Vereine einen Hang zu den "Rechten" haben,wie bitte erklärt sich dann die Tatsache,das viele Mitglieder Ausländer Ups ich meinte Bürger mit Emigarationshintergrund sind.

4 Antworten
Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von jcm | #5-1

Die haben keinen Hang zu Rechten, die machen Geschäfte mit denen.
Ansonsten haben sie hier gleich zwei Behauptungen als Tatsachen bezeichnet, da der entsprechenden Nachweis fehlt.
Zumal: so unpolitisch kann kein Rocker sein, wenn er Veranstaltungen schützt, auf denen gegen ihn und seine Landsleute gehetzt, gefeixt und polemisiert wird...

Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von jcm | #5-2

Die haben keinen Hang zur braunen Brut - die machen Geschäfte mit denen...

Und was ihre Behauptungen (vor allem das "viele") betrifft, sind sie den Tatsachen-Beweis schuldig geblieben.
Zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass ein "unpolitischer" Rocker es einfach so hin nimmt, wenn auf von ihm geschützten Veranstaltungen gegen "Ausländer" (im weitesten Sinne also auch gegen ihn) gehetzt, gefeixt und polemisiert wird...

Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von narit | #5-3

Die ausländischen Mitglieder sind fein säuberlich in Untergruppierungen tätig und dürfen den Oberen dienen, in denen sie ihnen beispielsweise Mädchen für die Prostitution zuführen, als Türsteher fungieren usw. Schon alleine, dass es nach einem militärischen Prinzip aufgebaut ist und man sich mit Dienstgraden nach oben bewegt, sollte einem schon zu denken geben.

Hinweise auf enge Verbindungen zwischen Rockern und Rechten
von Eduard79 | #5-4

@narit:

Bei aller berechtigten Kritik - aber erklären Sie mir doch mal, was an "Dienstgraden" denn nun zu denken gibt? Im weiteren Sinne gibt es überall Dienstgrade, und überall fängt man unter Umständen als "Mädchen für alles" an, bevor man Karriere macht. Das ist im Kern und vom Prinzip her sicher nicht per se bedenklich.

Allerdings handelt es sich dabei um das sogenannten "Rocker-Paradoxon", denn es mutet schon seltsam an, dass diese angeblich so nach Freiheit strebenden Menschen, die "unser" System nicht akzeptieren wollen, sich selbst dermaßen straffe Regeln und unerbittliche Mechanismen auferlegen.

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