Heute startet neue Runde der Verhandlungen

Athen/Berlin..  Griechenland will den Euro-Partnern bei ihrem Sondergipfel am heutigen Dienstag in Brüssel neue Vorschläge gegen die Schuldenkrise vorlegen. Ministerpräsident Tsipras versprach dies Bundeskanzlerin Merkel (CDU) bei einem Telefonat am Tag nach dem griechischen Referendum.

Dem Treffen der Staats- und Regierungschefs aller 19 Euro-Länder ging eine intensive Krisen-Diplomatie voraus. Merkel forderte Tsipras nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Hollande auf, noch in dieser Woche einen konkreten Plan für die wirtschaftliche Zukunft vorzulegen. „Hierbei drängt die Zeit. Wir werden darauf Wert legen, dass in dieser Woche solche Vorschläge auf den Tisch kommen müssen“, sagte Merkel gestern Abend.

Tsipras verlangt Zugeständnisse

Trotz des Erfolgs bei der Volksabstimmung trat Tsipras’ umstrittener Finanzminister Varoufakis (54) zurück. Sein Schritt könne dem Regierungschef vielleicht helfen, eine Vereinbarung mit den Geldgebern zu erreichen, so Varoufakis: „Aus diesem Grund verlasse ich das Finanzministerium heute.“ Der exzentrische Varoufakis galt im Kreise der Euro-Finanzminister als isoliert. Neuer Finanzminister wird der bisherige griechische Vize-Außenminister Euklides Tsakalotos. Der Ökonom, der sich selbst als Marxist bezeichnet, gilt als umgänglicher als Varoufakis.

Bei der Volksabstimmung über die Sparvorgaben der Gläubiger hatten am Sonntag 61,31 Prozent der Wähler mit „Nein“ und 38,69 Prozent mit „Ja“ votiert. Regierungschef Tspiras verlangte nach diesem Ergebnis Zugeständnisse der Gläubiger.