Hessen betreut Muslime in Haft

Wiesbaden..  Beim Bemühen um eine Entradikalisierung inhaftierter Islamisten erwartet Hessen Hilfe vom Bund. Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) will die Bundesregierung auf der Ressortminister-Konferenz im Juni beim Aufbau eines Netzwerks in die Pflicht nehmen. Werde die Haftzeit nicht genutzt, „laufen wir Gefahr, perspektivlose und radikale ­Islamisten in die deutsche Gesellschaft zu entlassen“, sagte die Politikerin in Wiesbaden.

Der Bund müsse den Aufbau und die Finanzierung von Strukturen fördern, die die Entradikalisierung förderten. In den Gefängnissen steige die Zahl der radikalen Islamisten, so Kühne-Hörmann. In Hessen betreut das Präventionsnetzwerk VPN Häftlinge, Gefährdete und Angehörige. Das Land hat den Etat für die reli­giöse Betreuung muslimischer Häftlinge dieses Jahr von 50 000 auf 110 000 Euro erhöht. Etwa 22 Prozent der in Hessen Inhaftierten sind Muslime, im Jugendvollzug liegt ­deren Zahl noch deutlich höher.