„Herr, trockne unsere Tränen“

Köln..  Deutschland vereint in Schmerz: Bei einer bewegenden Trauerfeier im Kölner Dom haben Angehörige, Bevölkerung und die Spitze des Staates der Opfer des Germanwings-Absturzes gedacht. Die Erschütterung war auch dreieinhalb Wochen nach der Katastrophe noch greifbar. „Es ist etwas zerstört worden, das in dieser Welt nicht mehr geheilt werden kann“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck im Kölner Dom. Bei der zentralen Trauerfeier mit 1400 Gästen versuchten Vertreter von Kirchen und Politik, den Angehörigen Trost zu spenden.

Für die Opfer brannten 150 Kerzen, darunter eine für den Copiloten, der beim Flug von Barcelona nach Düsseldorf die Germanwings-Maschine offenbar mit Absicht an einem Berg in den südfranzösischen Alpen zerschellen ließ.

Bloße Worte seien zu schwach, um zu trösten, sagte Kardinal Rainer Maria Woelki. Dass so viele Menschen in diesem Moment Mitleid und Beileid zeigten, „das soll Ihnen Trost sein“. Die Hinterbliebenen seien nicht allein „in diesen Stunden der Einsamkeit“, versicherte der Kölner Erzbischof. „Unbegreifliches ist geschehen. Und Unbegreifliches wurde getan“, sagte Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, die den Trauergottesdienst zusammen mit Woelki leitete.

Eine junge Frau trat für die Angehörigen in den Altarraum. Sie bat in einer Fürbitte um Zuversicht. „Herr, ich bitte Dich: Trockne unsere Tränen, stärke die schönen Erinnerungen und schenke uns allen neuen Lebensmut“, sagte sie – um Fassung bemüht. Auf jedem Platz im Dom lag ein kleiner Holzengel, der den Angehörigen und Helfern symbolisch Halt und Zuversicht geben sollte.

Eingehend äußerte sich Bundespräsident Gauck zum Copiloten, der viele andere in den Tod mitgerissen habe. Bei vielen Menschen sei die Trauer in Wut und Zorn umgeschlagen. Niemand wisse aber, wie es im Inneren des Copiloten ausgesehen habe. „Wir wissen aber, dass auch seine Angehörigen am 24. März einen Menschen verloren haben, den sie geliebt haben.“

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine von Barcelona nach Düsseldorf starben alle 150 Menschen an Bord.