Heinz Buschkowsky wirft Parteien „Moral-Imperialismus“ vor

Heinz Buschkowsky, damals zu Gast bei Anne Will, hat sich – mal wieder – zum Thema Integration geäußert.
Heinz Buschkowsky, damals zu Gast bei Anne Will, hat sich – mal wieder – zum Thema Integration geäußert.
Foto: imago/Jürgen Heinrich
Was wir bereits wissen
Die Volksparteien ignorieren die Realität in Sachen Integration, sagt Heinz Buschkowsky. Das Erstarken der AfD sei deshalb kein Wunder.

Berlin..  Der frühere Berliner Bezirksbürgermeister und SPD-Querdenker Heinz Buschkowsky hat der Großen Koalition schwere Fehler im Umgang mit der Flüchtlingskrise vorgeworfen – mit gewohnt deftigen Formulierungen.

„Die Volksparteien begreifen nicht, was da passiert“, sagte Buschkowsky am Freitag dem Radiosender Berliner Rundfunk 91,4 mit Blick auf die Stimmung bei vielen Menschen in Deutschland. Bei der Bevölkerung gebe es „ein Unwohlsein“, sie habe „das Gefühl, dass mit ihr nicht ehrlich umgegangen wird und dass sie einem Propaganda-Mechanismus unterworfen ist“, so Buschkowsky.

Der AfD gibt er gute Chancen

Die großen Parteien wollten zudem „einfach nicht zur Kenntnis nehmen, was sich in Europa um uns herum tut“, kritisierte der Ex-SPD-Politiker gegenüber dem Sender. Stattdessen spielten sie sich als „die Oberschlauesten“ auf. Buschkowsky sprach von einem „Moral-Imperialismus: Wir wissen, was anständig ist“. Angesichts dieser Lage „reagiert das Volks etwas krötig“, so Buschkowsky weiter. Da dürfe man sich nicht wundern, wenn „so obskure Gruppen wie die AfD plötzlich mehrheitsfähig“ würden.

Der AfD gibt der Ex-Bürgermeister beste Chancen, bei der Wahl im September ins Berliner Abgeordnetenhaus einzuziehen. Ein „zweistelliges“ Ergebnis sei als Folge des „Protestwahlverhaltens“ vieler Wähler absehbar.

Heinz Buschkowsky (67) war mehr als 13 Jahre lang Bürgermeister im Berliner Bezirk Neukölln. Seit Jahren plädiert der Sozialdemokrat für stärkere Integrationsbemühungen von Deutschen und Zuwanderern. Dabei legte er sich in der Vergangenheit immer wieder auch mit der eigenen Partei an.