Heftiger Streit um steigende Strompreise
24.08.2012 | 18:37 Uhr 2012-08-24T18:37:00+0200
Essen/Berlin. Erleichterungen für die Großindustrie bei den Energiekosten gehen zunehmend zu Lasten der Verbraucher. Das geht aus einer Studie hervor, die die Grünen im Bundestag veröffentlicht haben. Sei kritisieren zudem, dass Energiekonzerne gesunkene Einkaufskosten nicht an die Verbraucher weitergeben.
An steigenden Strompreisen ist nicht die Energiewende schuld, sondern die zunehmende Befreiung der Großindustrie von der Umlage für Erneuerbare Energien (EEG-Umlage). Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie der Grünen-Bundestagsfraktion. Zudem gäben die Energiekonzerne gesunkene Einkaufskosten für Strom nicht an die Verbraucher weiter.
So wurden in diesem Jahr rund tausend energieintensive Betriebe von der EEG-Umlage befreit oder zahlten nur einen ermäßigten Satz, hieß es. Kosten: 2,5 Milliarden Euro, die auf die Stromrechnung der Privathaushalte umgelegt wurden. „Für das kommende Jahr haben tausend weitere Unternehmen eine Befreiung angemeldet“, sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. Denn ab 2013 könnten Betriebe, die mehr als ein Gigawatt Strom verbrauchen, eine Entlastung beantragen. Bisher waren es zehn Gigawatt. „Das würde die Verbraucher mit weiteren 1,5 Milliarden Euro belasten“, sagte Höhn zur WAZ. Dadurch könnten sich die Zusatzkosten etwa für Hausbesitzer mit Kindern auf 50 Euro jährlich summieren.
Strompreis um zwei Cent je Kilowattstunde zu hoch
Die EEG-Befreiung wurde für energieintensive Unternehmen eingeführt, damit sie international wettbewerbsfähig bleiben. Daran möchte auch Höhn nicht rütteln, will die Zahl der Entlastungen aber beschränken. So sollten etwa Braunkohle-Unternehmen nicht von der EEG-Zahlung befreit werden, da sie sich „nicht im internationalen Wettbewerb befinden“.
Für Höhn sind auch die Energiekonzerne für die hohen Strompreise verantwortlich, da sie die Gewinne durch fallende Einkaufspreise für sich behielten. So müssten die Verbraucher jährlich rund drei Milliarden Euro zu viel bezahlen, die Strompreise seien um zwei Cent pro Kilowattstunde (kWh) zu hoch. Für einen Drei-Personen-Haushalt mache das pro Jahr etwa 40 Euro aus.
Höhns Vorwurf widersprach die Energiewirtschaft. Da sie langfristige Liefer- und Bezugsverträge von teilweise drei Jahren abschlössen, könnten Preissenkungen nicht kurzfristig weitergegeben werden, sagte Martin Rothenberg, Kommunikationsleiter von RWE Vertrieb. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht keinen Grund zu handeln: „Die Preise legt die Energiewirtschaft fest.“ Er deutete an, dass die Strompreise steigen werden - Experten rechnen mit fünf Prozent plus.

15:39
Wir versuchen in Dinslaken mit einigen interessierten Bürgen ein Bürgerkraftwerk zu gründen . Vorbilder in anderen Gemeinden gibt es dazu genug. Also selbst handeln, statt es den Konzernen zu überlassen. Leider berichtet die NRZ im Lokalteil nicht über unsere Bestrebungen -"zuwenig Platz im Lokalteil" - oder doch nicht so bürgernah??
Den Anbieter kann man heute schon problemlos wechseln. Sich in eine Energiegenossenschaft einbringen aber sicher eine noch bessere Möglichkeit für energiebewußtes - umweltfreundliches Handeln. Außerdem mit wesentlich höheren Renditen als bei jedem Sparbuch
11:54
Würden die Unternehmen nicht von der Zahlung entllastet, hätten die Verbraucher bald kein Einkommen mehr, von der sie die Umlage bezahlen könnten.
Das Problem ist doch nicht wer die Umlage bezahlt, sondern wie viel zu zahlen ist. Die Subvention für die Photovoltaik ist dank den grünen einfach viel zu hoch.
18:16
Viele Millionen Bürger könnten dem Stromspuk ein Ende bereiten, wenn sie nicht so dumm wären, ihren eigenen Metzger zu wählen!!!
Machen Sie doch mal einen Vorschlag. Meckern kann jeder.
09:26
Allen Usern, die jetzt wieder auf die Energiewende etc. verbal loshauen und sie für den hohen Preis verantwortlich machen, sollten sich einfach mal sachkundig machen und z.B. mal die aktuelle" Zeit" lesen: informativ, sauber recherchiert, mit klarem und nachvollziehbarem Ergebnis. Aber hier wird lieber dumm draufgehauen und billige konservative Polemik walten lassen. Da kann ich nur Albert Einstein zitieren; zwei Dinge sind unendlich, der Weltraum und die Dummheit, beim Weltraum bin ich mir aber nicht so sicher.
Ach der herr Redakteur hat einen enso schwammigen, wie nichtssagenden bericht geschrieben, bei der Nähe zum RWE auch nicht anders erwartet.
"Da kann ich nur Albert Einstein zitieren; zwei Dinge sind unendlich, der Weltraum und die Dummheit, beim Weltraum bin ich mir aber nicht so sicher."
Sie waren bestimmt nicht gemeint oder irre ich?
07:24
dass der freie Markt den günstigsten Preis für den Kunden findet.
Von den Subventionen, die die Branche bekommt werden nur die für die Erneuerbaren Energien auf den Strompreis zugeschlagen, die für Atomkraft bleiben im Steuertopf versteckt.
Man wünscht sich endlich mal einen handlungsfähigen Staat, der nicht bei jedem Gesetz das eine Modifizierung eines Geschäftsmodells erforderlich macht fett Steuergelder hinterher schmeißt.
23:09
Sehr geehrte Frau Bärbel Höhn, ich finde es mutig solche Aussagen zu tätigen. Sie sind wahrlich ein Vorbild für alle Mitglieder ihrer grünen Partei.
Ich hoffe sie äussern sich weiterhin so klar und deutlich, wie sie es auch in den letzten Jahren getan haben. Nur so können sie jedem Bürger verdeutlichen, dass Sie zunächst in der Lage sind durch Ihre Einführungen zweckentfremdeter Steuern solche Probleme zu schaffen, welche sie dann Jahre später anderen als Fehler vorwerfen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sogar eine fast vorsätzliche Täuschung aussprechen. Aber nur fast, da ich fest davon überzeugt bin, dass sie es gar nicht besser wissen. Vielleicht sollte eine grüne Partei sich mehr dem Thema Flaschenpfand, Milch in Flaschen oder Milchtüten widmen oder eine Volksabstimmung darüber herbeiführen, ob die Zecken auf dem 3. Baum der Grünenstrasse nicht geschützt werden sollten.
Ich bedanke mich bei ihnen und freue mich auf die weiteren inhaltlich wertvollen Beiträge der Grünen.
21:20
Hat man jetzt eigentlich kapiert warum Röttgen gehen mußte. Frau Bundeskanzlerin wollte innerhalb ihres Hühnerhaufens keinen Ärger mehr haben. Ich vermisse den Aufschrei der Liberalen über diese indirekte Steuererehöhung für den Verbraucher.
Dieser neue Bürovorsteher im Ministerium für Umwelt ist der absoluter Knaller. Seine Aussage läßt erkennen welche verachtende Haltung er dem einzelnen Bürger entgegenbringt. Aber er sollte bedenken ,wenn er nicht mehr gebraucht wird ist man schnell aus den wärmenden Pobacken verschwunden.
19:41
Ist doch klar, die grünen Dilletanten suchen schuldige für die von ihnen eingefädelten Energiepreistreibereien.
Bald ist Wahl und da will man die Dummen überzeugen!
15:36
Wieso habe ich das Gefühl, beim Thema Strom wird der deutsche Bürger, egal was kommt veräppelt:
Vielleicht deshalb:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiewende-stromverbraucher-sollen-fuer-netze-vor-der-kueste-haften-11855678.html
15:26
Frau Höhn lügt:die EEG-Umlage ist deshalb so hoch, weil die Solarenergie durch gesetzlichen Zwang in 2004 auf 57ct/kwh festgesetzt wurde. Jede Solaranlage wird mit diesem auf 20 Jahre garantierten Satz durch Pflichtabgabe der Energiewirtschaft an den Solarbetreiber vergütet. Es war Rot/Grün, die diesen Förderwahn beschlossen haben.Deshalb sind die Stromkosten so hoch. Davon will Frau Höhn nichts wissen. Hätten wir noch ein Ministerium für Propaganda, um kein Missverständnis entstehen zu lassen, ich wünsche mir ein solches Ministerium nicht, wäre Frau Höhn die Erstbesetzung.