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Hartz IV

Hat das Kind erst einen Namen

15.09.2010 | 18:09 Uhr
Hat das Kind erst einen Namen
Da war der Ruf noch intakt: Peter Hartz (l.) und Bundeskanzler Gerhard Schröder. Foto: ddp

Essen.Peter Hartz, Walter Riester, Franz-Josef Wuermeling: Diese Männer stehen namentlich für Reformen. Manchem wurde das zum Fluch, der Name war anschließend ruiniert.

Nomen est omen – der Name ist ein Zeichen. Doch nicht immer zur Freude für den Namensgeber: „Nicht überall, wo Hartz draufsteht, ist auch Hartz drin“, schimpfte Peter Hartz einst über die nach ihm benannten Gesetze.

Hartz IV bleibt bis heute mit seinem Namensgeber verbunden

Der frühere Berater der rot-grünen Bundesregierung und geistige Vater der Hartz IV-Reform, ärgerte sich, weil die damalige Regierung nicht alle seine arbeitsmarktpolitischen Vorschläge umsetzte. Doch auf dem Etikett prangte groß und breit sein Name. Bis heute ist „Hartz IV“ untrennbar mit dem ehemaligen Manager von Volkswagen verbunden.

Er steht mit seinem Namen noch immer für ein von vielen verteufeltes Konstrukt, für ei­ne als Unrecht empfundene Re­form, die aus Bedürftigen Menschen zweiter Klasse ge­macht habe, wie manche klagen. Später ruinierte der heute 69-Jährige auch noch seinen Ruf als integerer Personalmanager, indem er über eine un­appetitliche Affäre voller Schmiergeld, Lustreisen und Bordellbesuche stolperte. Hartz’ Name ist seitdem doppelt beschädigt.

„Riester-Rente“ oder „Wuermeling-Pass“

Ganz anders Walter Riester und Franz-Josef Wuermeling. Der ehemalige SPD-Arbeitsminister Riester (1998 bis 2002) lieh seinen Namen einer staatlich bezuschussten Privatrente. Nach dem CDU-Familienminister (1953 bis 1962) wurde ein Bahnticket für kinderreiche Familien benannt.

Die „Riester-Rente“ gilt mehrheitlich als sinnvoll und beliebt – fast 14 Millionen Deutsche „riestern“. Zum Vergleich: Über sechs Millionen Menschen „hartzen“.

Fehlt noch der „Wuermeling“, scherzhaft auch „Karnickelpass“ genannt. Dieser Ausweis galt als willkommenes Signal der noch jungen Bundesrepublik an ihre jungen Familien. Wer viele Kinder hatte, konnte bis zum Jahr 1992 bei Fahrten mit der Deutschen Bundesbahn mit Vergünstigungen rechnen. Das freute viele – die dann auch den Namensgeber in guter Erinnerung behielten.

Janis Brinkmann

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Kommentare
16.09.2010
12:23
Hat das Kind erst einen Namen
von dreinhafert | #2

Hartz muss weg. Der Name ist verrufen und unzumutbar. Basisgeld ist okay.

16.09.2010
06:44
Hat das Kind erst einen Namen
von Echter Sozi | #1

Da die Kommentarfunktion beim Beitrag Schlechtes Image von Hartz IV soll entsorgt werden schon nach 20 Kommentaren bezeichnenderweise abgeschaltet wurde [während sich die Neonazis und Rechtsausleger bei Themen die den Volksverhetzer und geistigen Brandstifter Sarrazin betreffen mit 300 Kommentaren austoben dürfen....] an dieser Stelle ein Link:
http://www.krach-statt-kohldampf.de/sites/index.html

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