Harsche Kritik an Forderung, Hartz-IV-Satz zu kürzen
04.07.2009 | 08:38 Uhr 2009-07-04T08:38:00+0200
Berlin. Scharfe Kritik an der Forderung von FDP-Politiker Martin Lindner kommt jetzt von Seiten des Erwerbslosen Forum Deutschland und der Gewerkschaft. Lindner will Langzeitarbeitslose zu bezahlter, gemeinnütziger Arbeit heranziehen, ansonsten solle ihnen der ALG-II-Regelsatz gekürzt werden.
Der Berliner FDP-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Martin Lindner, will Langzeitarbeitslose zu bezahlter, gemeinnütziger Arbeit heranziehen. Weigerten sie sich, solle ihnen der ALG-II-Regelsatz um bis zu 30 Prozent gekürzt werden, sagte Lindner am Donnerstagabend in der N24-Sendung «Studio Friedman». Die frühere DGB-Vize Ursula Engelen-Kefer warnte vor einem Abbau sozialer Sicherungssysteme.
Lindner sagte zu seinem Vorstoß am Freitag, es gehe ihm dabei nicht um ältere Menschen oder Alleinerziehende. «Wer aber jung ist, gesund ist und nicht für andere Menschen sorgen muss, der soll, wenn er keine reguläre Arbeit angeboten bekommt, ein Angebot für kommunale Beschäftigung erhalten. Nehme er diese an, solle der Betreffende insgesamt mehr Geld als den ALG-II-Satz erhalten. Die angedrohte Leistungskürzung begründete Lindner damit, es sei wichtig, «darauf zu achten, dass das Geld bei den Richtigen ankommt und nicht bei den Faulpelzen». In N24 sagte Lindner, gerade in Berlin gebe es «extrem viele Menschen, die sind gesund, die sind arbeitsfähig, und die haben schlichtweg keine Lust, zu arbeiten».
Warnung vor sozialen Unruhen in Deutschland
Scharfe Kritik an Lindner äußerte der Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland, Martin Behrsing. Lindners Äußerungen zeigten, dass die FDP Menschen in Armut nicht ernst nehme, sagte Behrsing ebenfalls N24. Er warf Lindner «völlige soziale Inkompetenz und menschenverachtende Gesinnung» vor.
Engelen-Kefer warnte im selben Sender ähnlich wie zuvor DGB-Chef Michael Sommer vor sozialen Unruhen in Deutschland, wenn soziale Sicherungssysteme abgebaut würden. «Wenn wir das kaputtmachen und den Menschen keinerlei Schutz mehr bieten, dann möchte ich nicht wissen, was hier passiert», sagte die Gewerkschafterin, die auch Mitglied des SPD-Vorstands ist. (afp)

09:00
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21:20
Berlin ist leider voll von Sozialschmarotzern.
16:20
Heiliger Bimban,Mr.Achwatt-----
Wo sollen denn die vielen Arbeitsstellen herkommen ?
Manche Kommentatoren hier scheinen ja richtig Plan zu haben, was hier im Land im Augenblick passiert.
13:07
Wir brauchen unbedingt solche Reformen.Damit die Untergangstrommler und Totengräber der SPD,gennant die Stalin-Linke ordentlich einen vor den ***** bekommen.
12 Monate ALG I und Hartz auf 0,00€ !
Wer in den 12 Monaten nichts gefunden hat,am Daumen nuckeln.....,oder besser,MALOCHEN gehen!!!Auch für 7,50€!
23:34
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22:22
Man stelle sich mal vor, alleine in dortmund wollen morgen 65 000 Menschen Arbeit von der Stadt !
Oder 5 Millionen bundesweit.
Ich glaube, da verkriecht die Pfeife sich aber wieder sehr schnell.
Stelle man sich mal vor !
22:16
Zeigt wohl mehr als deutlich, dass die FDP sich jetzt schon nicht in der Lage sieht eine Wirtschaftspolitik betreiben zu können, in der jeder einen Arbeitsplatz bekommen kann.
Und das ist doch ihr selbsgefälliges Metier.
Na, wenn sie es denn nicht kann, wollen wir sie auch nicht in den Diäten-Status versetzen.
10:38
Ich mache mal den Anfang:
Mich braucht niemand zu belehren. Ich habe meine Ausbildung in einem kleinen Handwerksbetrieb absolviert, der längst nicht mehr besteht, habe dann nach einigen guten Jahren in einem Industriebetrieb mit wirklich sehr gutem Klima dessen Schließung und Entlassungen mit Sozialplan erlebt, während ich abends einen zweiten Ausbildungslehrgang startete. In unserer Familie und in meinem Bekanntenkreis hat niemand eine sichere Beamtenstelle.
Neben Arbeitsverträgen in verschieden Bereichen des öffentlichen Dienstes und kurzzeitig im Bereich Medien habe ich
ein Jahr in der Verwaltung eines christlichen Trägers gearbeitet, der sich um Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen kümmert und diese qualifizieren soll bzw. Langzeitarbeitslose kurzzeitig beschäftigt. Und hier habe ich erfahren, wie ungerecht die einzelnen Gruppen behandelt werden. Während man die rohesten und faulsten Typen hätschelt und tätschelt, für sie kostenlose Rockkonzerte, Ausflüge und Schokowölkchen organisiert etc. wird auf die Leute eingehauen, die eine gute Basis, Motivation, Einsatzbereitschaft und den Willen mitbrachten, wieder auf die Beine zu kommen, nachdem sie nach Jahren der Arbeit in die Arbeitslosigkeit gerieten. Von den Anfeindungen gegen mich als Schwerbehinderte ganz abgesehen. Als Folge der Philosophie seitens der Leitung gab es in dieser Einrichtung eine hohe Personalfluktuation im Bereich der Sozialarbeiter, Pädagogen und Teamleiter. So ein Klima geht an die Substanz, erschüttert den Glauben an Gerechtigkeit bis ins Mark und macht wütend. Zumindest hat sich mein Eindruck bewahrheitet, dass die Menschen mit den besseren Grundvoraussetzungen zum größten Teil wieder beruflichen Anschluss fanden, wenn auch in berufsfremden Bereichen. Einige treffe ich nach all den Jahren heute noch und erfahre so von ihrem weiteren Werdegang.
Wegen zwei depressiven Bekannten habe ich mir ein paar Male im Rahmen des Besuchs eine psycho-soziale Tageseinrichtung von innen angesehen und kenne eine weitere im Nachbarort aus Berichten. Die Menschen erleben hier u.a., abgeschirmt von der Aussenwelt, dass sie verschüttete kreative Fähigkeiten haben, sei es die Malerei, das Basteln oder das Musizieren. Hier entwickelt sich bei einigen allerdings auch eine Abhängigkeit, weil sie mit der Welt draussen gar nicht mehr klar kommen und immer wieder die harmonische Atmosphäre dieser Kliniken suchen.
Ich selbst unterstütze ehrenamtlich die Dt. Hirntumorhilfe und bin auch in ensprechenden Internetforen aktiv.
17:31
@ Ex Gaymer: Sie sind ein gutes Beispiel dafür, dass man selbst aktiv werden muss, wenn sich eine Chance bietet. Wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.
@Elpha: Der Frisörin muss doch auch die Galle hochkommen? Viel verdient man in diesem harten Beruf nicht, ist vielleicht sogar weniger als teilweise Hartz Iver haben.
Ich kenne auch so einen Fall. Beide seit dem Studium vor 10 bzw. 15 Jahren arbeitslos. Sobald mal eine Vermittlung klappt, kriegen sie nach wenigen Tagen Depressionen und sind arbeitsunfähig.
Auch ich bin der Ansicht, dass für ältere Menschen, die viele Jahre gearbeitet haben und unverschuldet ihre Stelle verloren haben, eine bessere Regelung getroffen werden sollte.
09:35
Hab gestern beim Frisör mit meiner Frisörin ein interessantes Gespräch geführt. Diese hat 2 Schwestern, 23 und 21 jahre alt, beide ohne Ausbildung, beide mit Kind, die eine alleine, die andere mit arbeitslosem Freund. Alle unmotiviert und keinen Bock zu arbeiten. Ich habe als alleinerziehende Mutter immer gearbeitet und mir läuft wirklich die Galle über, wenn so viele junge Leute -und überwiegend die sind gemeint- keine Lust haben zu arbeiten. Und das kann es auch nicht sein. Und hier sollte man dann auch hohe Maßstäbe an die Gewährung von HartzIV stellen. Und solche Leute -und die Gruppe derer wird immer größer- sollten auch tunlichst nicht in denselben Topf mit älteren Arbeitslosen gesteckt werden, die unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten sind und davor jahrelang gearbeitet haben.