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Hannelore Kraft warnt vor einem Verfall der Werte

23.12.2012 | 19:17 Uhr
Hannelore Kraft warnt vor einem Verfall der Werte
Im Gespräch mit der Redaktion: Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) kurz vor Weihnachten in ihrem Büro.Foto: Mark Keppler

Düsseldorf.   Nordrhein-Westfalens Regierungschefin Hannelore Kraft sieht bedrohliche Tendenzen im täglichen Miteinander – in der Politik, aber auch in der gesamten Gesellschaft: „Respekt und Anstand sind verloren gegangen“. Bundespräsident Joachim Gauck ruft die Bürger in seiner ersten Weihnachtsansprache zu Mut und Zivilcourage auf.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) warnt zu Weihnachten vor einem schleichenden Werteverfall im täglichen Umgang. „Man kann überall beobachten, dass Respekt und Anstand verloren gegangen sind“, sagte sie im Interview mit der WAZ, „unser Wertesystem wird allmählich ausgehöhlt, wenn wir nicht aufpassen.“

Beispielhaft nannte sie immer mehr Angriffe auf Polizisten oder Rettungskräfte im Dienst. „Das gab es früher in diesem Maße, in dieser Brutalität nicht“, so Kraft.

Interview
Hannelore Kraft: „Der Glaube ist mein Fundament“

Die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft spricht im Interview mit der WAZ Mediengruooe über ihre Erwartungen an Weihnachten, den gesellschaftlichen Werteverfall und die Frage, was NRW aus dem Massaker an der Schule in den USA lernen kann.

Sie kritisierte auch Auswüchse im Internet. Dort nehme „die Verrohung teilweise schlimme Formen“ an. Vor allem Kindern und Jugendlichen müsse die „Wertebasis“ immer aufs Neue vermittelt werden. An den Schulen in Nordrhein-Westfalen soll es deshalb regelmäßig eine „Woche des Respekts“ geben. Auch in der Politik werde respektvoller Umgang nicht immer vorgelebt, monierte Kraft.

643 000 junge Menschen im Land leben in Armut

Soziales Auseinanderdriften bedroht nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Regierungschefin den Zusammenhalt der Gesellschaft. Wenn Reiche immer reicher würden und Arme immer ärmer, gehe das Land in eine schwierige Zukunft. Deshalb müsse alles versucht werden, um „diese Schere wieder zu schließen“. Sie halte es für richtig, „dass die starken Schultern in diesem Land mehr tragen“, um möglichst allen eine Chance zu geben.

Nach dem aktuellen Sozialbericht des Landes sind in Nordrhein-Westfalen 2,8 Millionen Menschen (15,3 Prozent) einkommensarm, darunter 643 000 Minderjährige. Das sind 200 000 von Armut bedrohte Kinder mehr als vor zwei Jahren. Als armutsgefährdet gilt, wer als Monatseinkommen weniger als 833 Euro zur Verfügung hat.

Der Präsident setzt auf engagierte Bürger

Bundespräsident Joachim Gauck hat in seiner ersten Weihnachtsansprache die Bürger zu Mut und Zivilcourage aufgerufen. „Deutschland hat die Krise bisher gut gemeistert“, sagte das Staatsoberhaupt. Verglichen mit anderen Europäern gehe es den meisten Menschen hierzulande „wirtschaftlich gut, ja sogar sehr gut“.

Gleichwohl seien viele verunsichert „angesichts eines Lebens, das schneller, unübersichtlicher, instabiler geworden ist“. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe auseinander, der Klimawandel erfordere ebenso neue Antworten wie eine alternde Gesellschaft, sagte Gauck und betonte: „Angesichts all dessen brauchen wir nicht nur tatkräftige Politiker, sondern auch engagierte Bürger.“

Theo Schumacher



Kommentare
24.12.2012
16:06
Hannelore Kraft warnt vor einem Verfall der Werte
von xxyz | #68

@66:
Was war das toll, als wir alle das Einheitstelefon hatten und als es noch den verbeamteten Postbeamten gab, der dann 2 Drähte an das Telefon anschloss und den hoheitlichen Akt der Telekommunikation vollendete. Damals, als die Gespräche noch richtig teuer waren, da war alles schön.

Die Landesbanken haben ja auch gezeigt, wie gut der Staat ist.

Wir könnten auch Vollbeschäftigung haben, wenn jeder im öffentlichen Dienst arbeiten würde und dann Däumchen dreht.

Die Globalisierung verbunden mit günstigen Transport- und Telekommunikationskosten lässt sich nur durch eine Mauer und völlige Isolation abwenden. Das möchte ich nicht. Also muss man sich dem Wettbewerb stellen.

24.12.2012
15:49
@ #65 Insbesondere durch Instrumentarien, die das Bildungspotenzial wirksam werden lassen
von PressefreiheitistVerantwortung | #67

Das Verständnis, dass Erzieher (Eltern, Lehrer) immer in Konfliktsituationen mit den ihnen Anvertrauten sind, ist fatalerweise ersetzt worden durch das Paradigma des sogenannten partnerschaftlichen Dialogs. Menschen, die aber aufgrund ihrer biologischen und moralischen Reife noch nicht von sich sagen können, das Ziel erreicht zu haben (Bildungsziel NRW: Erziehung zur Autonomie in sozialer Verantwortung) KÖNNEN nicht auf Augenhöhe gleichberechtigt über Erziehungs- und Lernziele verhandeln. Sie können auch nicht permanent mit ihren Eltern über jede Kleinigkeit diskutieren. Das widerspricht allen Naturgesetzen der Parsimonie und des Verstandes. Sie brauchen ERZIEHUNG. Und viele Eltern sollten a) in dem Wissen, dass auch sie selbst nicht immer sehr autonom sind (Stufenmodelle Piagets, Kohlbergs u.ä.) und b) akzeptierend, dass Lehrer ihren Beruf ja vielleicht doch können, EINFACH mal ein bisschen bescheidener sein und nicht überall laienhaft mitmischen. Das hat auch anarchische Züge.

24.12.2012
15:41
Hannelore Kraft warnt vor einem Verfall der Werte
von Neronimus | #66

Die auch von der SPD herbeigeführte Privatisierung (Zerschlagung) von Bundesbahn, Bundespost und Fernmeldeamt sowie die Einführung von mehr „ Wettbewerb“ in den Bereichen Strom, Gas, Wasser und die Verkäufe kommunaler Versorgungsunternehmen und Wohnungsbaugesellschaften einhergehend mit Sparmaßnahmen wie Personalabbau und Leiharbeit, haben erst zu dem geführt, was Frau Kraft unter anderem jetzt beklagt.
Die SPD und somit Frau Kraft tragen eine erhebliche Mitschuld am Verfall der Werte.

1 Antwort
Die Hauptverantwortung trägt die Bundes-FDP
von PressefreiheitistVerantwortung | #66-1

In der Regierung Kohl wurde "Privat vor Staat" gesetzlich angeleiert. Die Länder mussten das - unbeschadet der dortigen Machtverhältnisse umsetzen.
Inhaltlich haben Sie völlig recht. Infrastruktur gehört nicht in Privathand. Gewinne zu machen sind in diesem segment unethisch. Aber man hat es dem Deutschen Michel leicht gemacht, diesem Ausverkauf mehr als wohlwollend gegenüber zu stehen und hegemonial zuzustimmen: man hat seine Vorurteile bedient. es weiß doch jeder, dass ein Staatsbetrieb nicht effizient arbeiten KANN. Beamte können das nicht. Die Bahn muss besser werden. Der Segen für alle kommt durch die Marktwirtschaft - nur, dass die viel höhere Gewinnabschöpfung gar nicht nur durch produktiveres Arbeiten, sondern insbesondere auch durch hohe "Marktpreise" erreicht wird, extrem begünstigt durch Monopolstellung. Und: Sie landet selten in der Staatskasse.

24.12.2012
15:16
Hannelore Kraft warnt vor einem Verfall der Werte
von bloss-keine-Katsche | #65

Nee Kraft Regime & Beteiligter,
datt iss nur billige rechte Politik,

Probleme mit Gewalt gab es in disem Land schon zu Zeiten vor deiner Migrantenphobie.
Damals wie heute waren es die, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden/werden.
Damals waren es die Deutschen in der "Mau-Mau", heute übernehmen es die Migranten. Wenn man mal die chauvinistische Brille sieht man mehr.
Mit (mehr) Bildung könnte die Politik viel leisten, wenn sie wollte.
Deutschland wieder das Land der Dichter und Denker!
Datt wäre Werte aufbessernd!

24.12.2012
15:15
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24.12.2012
15:09
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24.12.2012
15:03
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24.12.2012
14:56
Hannelore Kraft warnt vor einem Verfall der Werte
von akaz | #61

Nicht warnen, besser machen!

24.12.2012
14:56
@ #58 Das klingt ja so, als sehnten Sie sich nach einem omnipotenten Problemlöser
von PressefreiheitistVerantwortung | #60

Die kann man natürlich bekommen, die sind auch gar nicht so teuer. Meistens kosten die nur zwei Prinzipien:
Freie Meinungsäußerung und Unschuldsvermutung.

24.12.2012
14:47
Hannelore Kraft warnt vor einem Verfall der Werte
von Beteiligter | #59

Selten so gelacht!
Hannelore Kraft mit ach sooo sorgenvollem Blick!

Eine MP,die lügt.
Eine MP,die unverantwortlich mit dem Geld der Bürger umgeht.
Eine MP,die illegal "SteuerCDs" ankauft.
Eine MP,die Geld der kommenden Generationen verwettet.
Eine MP,die einen OB aus Parteiräson aus dem Amt enrfernen lässt.
Eine MP,bei der Leistungsträger Melkkühe werden.

Frohe weihnachten.

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