Handy am Steuer soll härter bestraft werden

Angesichts des Anstiegs der Zahl der Verkehrstoten in Nordrhein-Westfalen wird die Polizei verstärkt gegen das Telefonieren am Steuer vorgehen. Die Zahl der Unfalltoten stieg im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent oder 41 Todesopfer auf 520 Menschen, berichtete NRW-Innenminister Jäger (SPD) am Montag in Düsseldorf.
Angesichts des Anstiegs der Zahl der Verkehrstoten in Nordrhein-Westfalen wird die Polizei verstärkt gegen das Telefonieren am Steuer vorgehen. Die Zahl der Unfalltoten stieg im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent oder 41 Todesopfer auf 520 Menschen, berichtete NRW-Innenminister Jäger (SPD) am Montag in Düsseldorf.
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Was wir bereits wissen
Autofahrer, die am Steuer simsen, reagieren wie Angetrunkene mit 1,1 Promille im Blut. Innenminister Jäger will die Handy-Nutzung während der Fahrt konsequent verfolgen.

Düsseldorf..  Handy-Nutzer am Steuer müssen künftig in NRW mit konsequenter Verfolgung rechnen. Bei Unfällen mit Personenschäden stellt die Polizei beim Verdacht, dass der Fahrer durch das Telefonieren abgelenkt war, das Handy sicher. Zur Beweissicherung wird geprüft, ob zum Unfallzeitpunkt eine Verbindung bestand. „Wir beobachten eine zunehmende Nutzung von Smartphones beim Fahren“, so Innenminister Ralf Jäger (SPD) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz 2014. Bei jedem zehnten Unfall spielte Ablenkung am Steuer eine Rolle. Drei Prozent aller Autofahrer telefonieren ständig illegal am Steuer.

Zu hohe Geschwindigkeit ist Killer Nr.1

Nach ersten Erfolgen mit der schärferen Verfolgung von „Handy-Sündern“ soll die Polizei-Strategie in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft landesweit Standard werden. Telefonieren am Steuer ist nach Angaben Jägers genau so gefährlich wie 0,8 Promille Alkohol im Blut, „wer simst, reagiert wie ein Fahrer mit 1,1 Promille“. 2014 gab es 144 nachgewiesene Handy-Unfälle in NRW. „Es gibt aber ein sehr großes Dunkelfeld“, so Jäger. Der Minister sprach sich für schärfere bundesweite Regelungen aus. Bisher wird das Telefonieren mit einem Punkt in Flensburg und 60 Euro Strafe geahndet. Bei Unfällen müssen Handy-Nutzer aber auch mit zivilrechtlichen Folgen und einer Teilschuld rechnen.

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten in NRW 2014 wieder gestiegen. 520 Menschen fanden den Tod auf den Straßen – 41 mehr als 2013. Gestiegen ist auch die Zahl der Schwerverletzten – um elf Prozent auf 13 490. Bei den Leichtverletzten gab es einen Anstieg um 6,5 Prozent auf 76 761 Personen. „Zu hohe Geschwindigkeit bleibt Killer Nr.1“, so Jäger. Die Fälle mit Alkohol am Steuer und Verstöße gegen die Gurtpflicht sind aber rückläufig. Jäger bedauerte, dass mehr Fußgänger (115), Radfahrer 68) und Motorradfahrer (70) im Verkehr starben.

Sorgen bereitet dem Minister dabei die Ablenkung von Autofahrern. „Wer bei Tempo 50 den Blick für zwei Sekunden von der Straße abwendet, fährt 30 Meter im Blindflug“, sagte Jäger. Auch durch die Senkung des Geschwindigkeitsniveaus um zwei Stundenkilometer könnte die Zahl der Toten und Schwerverletzten um bis zu 15 Prozent gesenkt werden.