Hält Minister Röttgen Atomausstieg-Studie zurück?
26.05.2011 | 08:55 Uhr 2011-05-26T08:55:00+0200
Berlin.Bundesumweltminister Röttgen hält nach einem Medienbericht eine Untersuchung zurück, nach der der vollständige Atomausstieg bis 2017 fast ohne Problem möglich ist. Die Studie stammt aus dem Umweltbundesamt.
Das Bundesumweltministerium hält nach Informationen der „Berliner Zeitung“ eine Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA) zurück, nach der der vollständige Atomausstieg bis 2017 fast ohne Probleme möglich ist. Aus Kreisen des Ministeriums hieß es, Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) persönlich habe sich dafür eingesetzt, das Papier nicht an die Öffentlichkeit zu bringen. In Koalition und Regierung wird derzeit von den meisten schwarz-gelben Politikern ein Atomausstieg erst nach 2020 präferiert.
In einem Interview mit der Zeitung hatte UBA-Chef Jochen Flasbarth bereits einen Ausstieg bis 2017 für technisch möglich gehalten. Es müssten allerdings womöglich zusätzliche Gaskraftwerke gebaut werden, hatte Flasbarth erklärt. Das UBA ist dem Bundesumweltministerium zugeordnet.
Bei den Grünen herrscht dem Bericht zufolge Empörung über die Regierung. Grünen-Energieexpertin Bärbel Höhn sagte: „Das Umweltministerium unterdrückt seit Wochen die Veröffentlichung einer umfangreichen Studie.“ Weder gebe es Probleme bei der Sicherung der benötigten Kapazitäten, noch würden die Strompreise im Falle eines schnellen Atomausstiegs nach oben schnellen. „Röttgen muss sich endlich zu einer Freigabe der Studie durchringen, bevor in den nächsten Tagen die Entscheidung über die Zukunft der Atomenergie fällt.“ (dapd)

20:40
Hält Minister Röttgen Atomausstieg-Studie zurück?
Wie hieß es immer schon:
Es ist halt alles eine Frage der noch zu vergeben Pöstchen oder des Geldes...
15:07
Hierzu und zu dem Thema selbst folgende Hinweise: Das Amt, an dessen Spitze Herr Flasbarth steht, ist m. W. eine Behörde im Geschäftsbereich des BMU. Daher hat der Präsident (der früher übrigens NABU-Lobbyist war) vermutlich zunächst nur Anspruch darauf, daß seine Studie gelesen wird, was ja sogar schon vor Veröffentlichung intensiv selbst durch Externe geschah. Die Frage, ob und wann eine weitergehende Veröffentlichung erfolgt, obliegt dann wohl dem Dienstherrn BMU.
Zu den Kosten alternativer Energeien: Jüngst wurden im Nordsee-Offshore-Park Windräder eingeweiht. Ein Zeitungsartikel stellte dann folgende Fakten dar: 80 Räder derzeit geplant, 17 sind fertig. Die 80 kosten 1,7 Mrd. Euro und versorgen 400.000 Verbraucher. Wie/ob industrielle Verbraucher dabei eingeplant sind, wurde nicht erwähnt.
Daraus leite ich folgende Rechnung ab: 82 Mio Einwohner benötigen 205 x 80 = 16.400 Windräder, die dann 205 x 1,7 = 348,5 Mrd. Euro kosten würden. Hinzu kommen Leitungen und Fragen wie die, ob der Bundesrepublik in der Nordsee überhaupt ein solches Areal zur Verfügung steht. Fragen wie Flugzeugabstürze und Terroranschläge aus der Luft zunächst auch hier mal ganz außen vor gelassen - dies ist aber m. E. bei einer derartigen Konzentration von Anlagen ein realistisches Risiko.
Ob die Rechnung stimmt oder evtl. verbilligende Synergien auftreten können, weiß ich als Laie - als lediglich treuer Leser und Hörer eben - nicht. Als vorsichtiger Rechner vermute ich aber mal, daß der Umstieg tüchtig Geld kostet. Das sagen die Wind-Lobbyisten uns aber wie alle anderen an irgendetwas interessierten Verbandsvertreter heute eben auch nicht.
14:48
Visionen braucht unser Land! Wir schaffen den Atom-Ausstieg in x-Jahren.
Die erneuerbaren Energien schaffen das.
Danach wenden wir und den Kohlekraftwerken zu und ersetzen auch diese. Dann kommen die Gaskraftwerke dran.
Wie? Dank Effizienzsteigerung von Verbrauchern und Erzeugern. Dabei werden wir nebenher zu der Know-how Nation #1 und verdienen uns eine goldene Nase mit der Technik! Energiekosten? Lächerlich! Bezahlt man Sonne, Wasser und Wind? Stromnetze unterhalten? Wozu? Jeder macht seine Energie selber oder zumindest vor Ort in der Region.
Spinner? Gerne! Hat man zu Daimler, Benz, Otto, Siemens, Edison, Wright, Lilienthal, Bosch und wer sonst noch auch gesagt. Nur einfach loslegen. Die Zukunft hat Gestern begonnen. Wir sind dabei gewesen!
13:03
Fakt ist, ...dass leider viele Bürger unseres Landes nicht mehr in der Lage sind visionär zu denken und es auch nicht wollen. Gemeinsam wirklich vorwärts kommen ist nicht gefragt. Statt dessen ist jeder nur bemüht, unter Einsatz der Ellenbogen, mit seinem Rektum an die Wand zu kommen. Statt Einigkeit herrscht in unserem Volk Uneinigkeit, Neid und Egoismus. Aber das sind genau die Zustände die radikaler Kapitalismus braucht damit er bestehen kann. Die kleinbürgerliche Erziehung unter dem Diktat des Kapitals trägt eindeutig Früchte. Mit Einigkeit im Volk wäre die Energiewende schon längst vollzogen und Politiker wären lediglich die Organisatoren bei der Umsetzung des Volkswillens gewesen. Außerdem gäbe es dann wohl auch kein Stromoligopol, denn die Erzeugung wäre in staatlicher Hand.
13:03
Die CDU/FDP-Regierung mit ihrer Lobbypolitik wird kaum ernsthaft auf die Idee kommen, sich gegen irgendwelche Konzerne zu wenden. Aber die Bürger durchschauen das - schlecht für die nächste Wahl. Jetzt wird eben Zeit gewonnen, indem man Pläne macht, Forderungen ausarbeitet und wieder verwirft, immer für den Ausstieg redet. Harte Fakten sind da natürlich unerwünscht und werden möglichst vertuscht.
12:54
@20 wohlzufrieden:
Wo wollen Sie denn an der Nordseeküste Pumpspeicherkraftwerke errichten? Und wie soll der Strom von dort zur Autoindustrie in Baden-Württemberg und Bayern? Etwa mit Batterien? Es fällt mir schwer, Ihre Beiträge hier ernst zu nehmen, da Sie offenbar für jede noch so schwierige Frage eine - vermeintlich - ganz leichte Anwort parat haben!
12:47
Pumpspeicherkraftwerke bringen Windenergie an jeden gewünschten Ort. Dieses Argument der Kernliebhaber ist völlig Kernlos.
12:46
Röttgen, Merkel und Co. traue ich nicht über den Weg. Das, was sie zum Wohle und Nutzen des Volkes geschworen haben, setzen sie nicht um. Darum werden die sogenannten Volksparteien zugrunde gehen. Wer will sie noch wählen???
12:43
Politiker lügen nicht, sie versprechen.
12:39
# 16 B.Schmitz
Da muss ich widersprechen.
Das Wörtchen Wahrheit lernen die Politiker gleich am Anfang ihrer Karriere, allerdings mit dem Zusatz:
Da musst du einen großen Bogen drum machen,
sonst wird das nichts mit dir.