Hacker greifen Großkonzerne an

Hagen..  Kriminelle Hacker-Angriffe auf elektronische Systeme deutscher Großkonzerne haben im Jahr 2014 massive Schäden angerichtet.

Höhepunkt war nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) der Versuch, in einem Stahlwerk einen Hochofen zu zerstören. Das Werk, dessen Name nicht genannt wird, liegt nach Informationen dieser Zeitung nicht in Nordrhein-Westfalen.

Bei „mehreren Dutzend deutscher Unternehmen“ sind durch den Einsatz einer Schadsoftware zudem betriebsinterne Produktionsdaten gestohlen worden. Hier warnt das BSI, dass die Täter diese Daten in einem nächsten Schritt zu weiteren Attacken nutzen werden. Das BKA ermittelt.

Einen größeren Erfolg meldet das Bundeskriminalamt im Kampf gegen Cyber-Kriminalität, die sich gegen private Internetanschlüsse richtet. Es hat nach eigenen Angaben einen weltweit operierenden Ring gesprengt. Dieser wurde von Hackern betrieben, die über die Infizierung mit Schadsoftware unbemerkt 11 000 Privatanschlüsse in 90 Ländern unter ihre Kontrolle gebracht, diese zu Netzen zusammengeschlossen und mit den Netzen unterschiedlichste Straftaten begangen haben. Das BKA sagt, dass mehr als die Hälfte der betroffenen Anschlüsse, also über 5500, in Deutschland liegen. Die Geschädigten seien bereits informiert worden, teilt das BKA mit.

Die Bundesregierung geht in einem internen Bericht davon aus. dass Cyber-Angriffe auf Regierungsstellen und Wirtschaftsunternehmen eine ständig steigende Gefahr darstellen. Hauptangriffsziel seien Energieversorger, Internet- und Mobilfunkanbieter und Unternehmen des Transportwesens. Die Politik reagiert deshalb mit einem IT-Sicherheitsgesetz auf die gespannte Lage. Laut Gesetzentwurf, über den der Bundestag 2015 abstimmen soll, werden die betroffenen Unternehmen verpflichtet, Sicherheitsvorfälle anonym dem BSI zu melden. Noch ist unklar, welche Vorfälle in welchen Betrieben meldepflichtig sein werden.