Guttenberg räumt Fehler bei Doktorarbeit ein
18.02.2011 | 13:31 Uhr 2011-02-18T13:31:00+0100
Berlin.Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) legt inmitten der Plagiat-Affäre seinen Doktortitel ab, räumt Fehler bei der Doktorarbeit ein und rafft sich zu einer Quasi-Entschuldigung auf - nur vor ausgewählten Journalisten.
Rücktritt kommt für Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nicht in Frage. „Vorübergehend“ will der Verteidigungsminister auf seinen Doktortitel verzichten. Seine Doktorarbeit enthalte „fraglos Fehler“, sei aber kein Plagiat. Zu keinem Zeitpunkt habe er „bewusst getäuscht“. Mit der Erklärung versucht „KT“, wie ihn seine Parteifreunde nennen, etwas Druck aus dem Kessel zu nehmen.
Ein dürres Statement, und fortan will Guttenberg eisern schweigen
Arg angefasst verlas er am Vormittag im Ministerium ein dürres Statement. Bezeichnend sein erster Satz. Was erschien ihm besonders dringlich? Was stellte er an erster Stelle klar? Dass es keiner „Aufforderung bedurft“ habe. Es trifft ihn hart, dass alle mitbekamen, wie er am Vorabend zum Rapport im Kanzleramt antreten musste. Hausherrin Angela Merkel stützt ihn, hielt aber eine Klarstellung für angebracht. Ihr Minister raffte sich am Freitag sogar zu einer Quasi-Entschuldigung auf. Sollte er jemandem geschadet haben, „tut mir das aufrichtig leid“.
Fragen ließ zu Guttenberg nicht zu. Kaum hatte er die Erklärung verlesen, machte der Mann auf dem Absatz kehrt. Mehr noch: Guttenberg will zum Vorwurf fortan eisern schweigen, sich auf sein Amt konzentrieren („kann ich auch“) und die Aufklärung der Uni Bayreuth überlassen.
Hauptstadt-Journalisten werfen Guttenberg unfaires Verhalten vor
Aus Protest gegen das Vorgehen von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) haben die Hauptstadtjournalisten den Saal der Bundespressekonferenz verlassen. Die regelmäßige Freitags-Pressekonferenz fand genau zu dem Zeitpunkt statt, als Guttenberg im gut zwei Kilometer entfernten Verteidigungsministerium seinen vorübergehenden Verzicht auf den Doktortitel erklärte. Diese Erklärung des Ministers war vom Verteidigungsministerium trotz entsprechender Nachfragen vorher nicht allgemein angekündigt worden.
Guttenbergs Sprecher Steffen Moritz sagte erst in der Regierungs-Pressekonferenz, der Minister äußere sich „jetzt, in diesem Moment, vor einigen ausgewählten Medienvertretern, die vor dem Ministerium gewartet haben“. Angaben zum Inhalt der Erklärung wollten weder Moritz noch Regierungssprecher Steffen Seibert machen. Dieses Verhalten halten wir nicht für fair“, sagte der Leiter der Bundespressekonferenz, Werner Gößling. Der Korrespondent der „Leipziger Volkszeitung“, Dieter Wonka, warf Guttenberg „Feigheit“ vor, weil er sich nicht in der Bundespressekonferenz den Fragen aller Journalisten stelle.
Reportern platzte der Kragen
Als Seibert zur Verlesung der Merkel-Termine ansetzte, platzte den Journalisten der Kragen. Es sei eine "Brüskierung sondergleichen", dass nicht einmal die Erklärung Guttenbergs verlesen werde, schimpfte Wonka. Man sei doch keine "Staffage" für Terminankündigungen. Beinahe alle Journalisten verließen genervt den Saal. Nachdem der Regierungssprecher die Termine der Kanzlerin den wenigen übriggebliebenen Zuhörern vortrug, wurde die Veranstaltung schließlich abgebrochen - nach zehn Minuten.
Grüne unzufrieden
Die Grünen nannten die Erklärung Guttenbergs unzureichend und kündigten an, den Vorgang im Bundestag zur Sprache bringen zu wollen. "Diese Angelegenheit ist nicht damit erledigt, dass bei einem möglichen Nachdruck dieses Werkes ein paar Gänsefüßchen und Fußnoten eingefügt werden", erklärte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. Vertreter von SPD und Linken erhoben erneut Rücktrittsforderungen.
Union steht zu Guttenberg
Die Unionsparteien standen dagegen weiterhin zu ihrem Minister. CSU-Chef Horst Seehofer erklärte seine "volle Solidarität und Unterstützung für Guttenberg" und nannte die Vorwürfe eine "Kampagne". Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, forderte ein Ende der "Hetzjagd gegen den Verteidigungsminister". Auch führende CDU-Vertreter verwahrten sich gegen "Vorverurteilungen".
Unterdessen berichtete die "Berliner Zeitung" (Samstagsausgabe), dass Guttenberg auch Passagen aus der Hausarbeit eines Studienanfängers übernommen hat. Demnach finden sich gleich auf mehreren Seiten in Guttenbergs Dissertation Textstellen einer Grundkurs-Hausarbeit aus dem März 2003. Der Dozent Dieter Löcherbach hatte dem Bericht zufolge die Hausarbeit anonymisiert als gelungenes Beispiel online gestellt.
(mit afp)

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04:02
ein Volk, dass sich so eine(n) Kanzler(in) wie das Merkelchen erlaubt hat auch einen Lügenbaron verdient.
21:12
Die Krähen halten ihre Reihen fest geschlossen
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg habe seinen Fehler bedauert und zugesichert, dass er bei der Aufklärung der Vorwürfe mit der Universität Bayreuth zusammenarbeiten wolle, sagte Angela Merkel (CDU) am Freitag dem Südwestrundfunk. Damit habe der CSU-Politiker gezeigt, dass er mit der Angelegenheit „sehr offensiv“ umgehe.
20:33
@#114 von derKreuzritter
Was haben sie und ihre Freunde eigentlich für ein Rechtsempfinden,da kann einen ja Angst und Bange werden.
20:27
Ohne das Verhalten von Herrn Guttenberg jetzt werten zu wollen, weil ich es mangels Information nicht werten kann, möchte ich folgendes Szenario für die nahe Zukunft aufzeigen:
1) Bis zur Aufklärung macht der Minister nichts (und alle CDU/CSUler schreien unisono Aufklärung statt Vorverurteilung.
2) In einer Woche gibt es in Berlin eine Anti-Guttenberg-Demo.
3) Eine Woche später gibt es dann an der selben Stelle eine Pro-Guttenberg-Demo
4) Ca. nach vier Wochen von heute aus gesehen weiht Herr Guttenberg eine neue Kantine in einer Bundeswehrkaserne ein.
5) Gleichzeitig erscheinen in mehreren Tageszeitungen Artikel mit dem Inhalt Herr Guttenberg auf dem Weg zurück zur Normalität
6) Woche 5 nach heute: Herr Guttenberg ist Gast in Kerners Talkshow (Zitat u.a.: Ich leide wie ein Hund). Möglicherweise plagen ihn auch gesundheitliche Probleme. Ausserdem wird die Presse nunmehr ein nachdenkliches Verhalten von Herrn Guttenberg konstatieren in Gegensatz zu früher. usw. usw.
Ich gebe zu, das alles habe ich hier frei nacherzählt (vorgelebt hat diesen Leitfaden ein gewisser Oberbürgermeister von Duisburg).
Dieser OB (der mit der Loveparade) hat den Pattex-Faktor aber dermaßen hochgetrieben, dass Herr Guttenberg noch nicht mal einen Limbo tanzen muss, um diese Messlatte überhaupt zu reissen.
20:00
#135
Wieso ist es unfair, die Wahrheit aufzudecken? Wieso ist es fair, sich mit einer fremdgeschriebenen Arbeit zu schmücken? Ein bißchen Substanz sollte ein Pro schon haben.
19:47
Sind wir doch ehrlich: Das grösste Problem von Guttenberg ist seine Beliebtheit. Im Nachkriegsdeutschland haben die Medien immer dafür gesorgt, das grundsätzlich linke Politiker die beliebtesten zu sein hatten, sei es Willy Brand (trotz unzähliger Weibergeschichten), sei es Johannes Rau, oder sei es der ehemalige CDU Mann Richard von Weizsäcker. Von Anfang an war der gleichgeschalteten Presse und der Vereinigten Linken in Deutschland ein CSU Politiker als beliebtester Politker suspekt. Noch schlimmer aus deren Sicht: Er ist jung, sieht gut aus ist vom Adel! Eine Todsünde für einen Genossen! Und genau aus diesem Grund wird seit Monaten eine Hetzjagd veranstaltet mit dem Ziel, Guttenberg unter allen Umständen zu schädigen. Für den Höhepunkt dieser Kampagne sorgt jetzt ein Doppelnamen- Professor, den die linke SZ beauftragt hat (oder geschmiert?), Guttenberg`s Doktorarbeit auseinanderzupflücken, in der Hoffnung, irgendwelche Ungereimtheiten zu finden. Das dieser Professor auch für Ypsilantie, Wowereit oder auch die Linke arbeitet, wird lieber nicht öffentlich gemacht, man könnte ja ein Schelm sein.....
Fazit: Viel Rauch um gar nichts. Man versucht verzweifelt, einen Minister zu schädigen, weil man sich mit fairen Mitteln nicht mehr helfen kann.
18:55
Das aalglatte lavieren dieses bürgerfremden Politikers regt nur noch auf. Kundus, Gorch Fock, geöffnete und geleerte Soldatenbriefe, heute wieder zwei tote Soldaten und dazu schwerverletzte Soldaten. Keine Antworten. Keine Konsequenzen. Die Menschen wollen den Irrsinn nicht mehr.
18:54
...Skandalgeilen Journalisten ist man keine Rechenschaft schuldig.