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Verteidigung

Guttenberg macht in den USA klare Ansagen

20.11.2009 | 10:55 Uhr
Guttenberg macht in den USA klare Ansagen

Washington. Der Transatlantiker Karl-Theodor zu Guttenberg ist auf US-Reise. Vor Ort macht er klare Ansagen zur Bundeswehr, denn er will Auslandseinsätze zur Selbstverständlichkeit machen. Damit hat der Verteidigungsminister seinen Claim abgesteckt.

Das hat die Bundesrepublik schon lange nicht mehr erlebt: Ihr Verteidigungsminister hält in Washington, dem Machtzentrum der westlichen Welt, eine Rede auf englisch. Und er wird dabei auch noch grundsätzlich. Man muss sich schon an Helmut Schmidt erinnern, um noch ein Beispiel dafür zu finden.

Doch ist es kein Wunder. Es war auch schon lange mehr kein bekennender Transatlantiker mehr im Amt des Inhabers der Kommando- und Befehlsgewalt über die deutschen Streitkräfte. Genau so einer ist Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Ort seiner Ansprache machte sie zum Heimspiel: Die Hanns-Seidel-Stiftung, die die Veranstaltung am Donnerstag organisierte, steht seiner CSU nahe. Der Saal im Zentrum für internationale und strategische Studien (CSIS) in Washington ist ein Hort für Transatlantiker, also Diplomaten, Politiker und Wissenschaftler, die in einer Handels-, Rüstungs- und Politikgemeinschaft Europas und Nordamerikas die Welt in sicheren Händen sehen.

Es gilt einen Claim abzustecken

Auch der Tag war mit Bedacht gewählt. Es war der Tag, an dem der zweite neue für internationale Beziehungen zuständige Minister, Außenamtschef Guido Westerwelle, der Amtseinführung von Hamid Karsai ins Präsidentenamt Afghanistans beiwohnte. Da gilt es für Guttenberg einen Claim abzustecken. Ob er deshalb seine Rede nahezu frei auf englisch hielt, muss hier offenbleiben.

Fast vier Jahre vor der nächsten Bundestagswahl setzt K-T, wie ihn seine Freunde nennen, sich zwar im Bundestag einer scharfen Debatte aus, aber Wählerstimmen werden vorerst nicht verloren gehen. Vielmehr wird es ihm Punkte bei der Truppe bringen, wenn er sagt: «Ich habe auf meiner ersten Auslandsreise im Amt bewusst erst die Soldaten und dann die Verbündeten besucht.»

Und dass die Freude über 20 Jahre Wiedervereinigung nicht ohne Dankbarkeit gegenüber eben diesen Verbündeten denkbar ist, damit ist er sich bei allen Wettläufen um außenpolitische Deutungshoheiten mit Kanzlerin Angela Merkel und Westerwelle völlig einig. Aber er besteht eben auch selbstbewusst darauf, dass ein Engagement nicht zu allen Bedingungen geht, sondern nur zu solchen, die für Deutschland akzeptabel sind. Dazu gehört, dass etwa in Afghanistan eben nicht nur militärisch vorgegangen wird, sondern auch der Wiederaufbauaspekt berücksichtigt wird, wenn nicht sogar Priorität hat.

Schwere Kost

Und weil er gerade bei der schweren Kost ist, räumt Guttenberg auch gleich mit einer Illusion auf: Wenn es klare, messbare Zielvorgaben für eine Abzugsstrategie geben soll - und das wollen sie ja alle -, dann gehört sicher nicht die Etablierung einer Demokratie nach westlichem Muster in Afghanistan dazu. Wichtiger sei es, das Konfliktpotenzial am Hindukusch so einzugrenzen, dass die Terrorgefahr für die gesamte Staatengemeinschaft eingedämmt werde. Und nicht nur am Hindukusch, sondern auch in den angrenzenden Ländern.

Guttenberg war im CSIS in seinem Element. Viel mehr denn als Wirtschaftsminister. «Ich bin von General Motors zu richtigen Generälen und richtigen Motoren gewechselt», sagte er freudig. Von einer vom Opel-Problem dominierten Reise im Frühjahr abgesehen, habe er viel zu wenig Gelegenheit gehabt, nach Amerika zu kommen. Jetzt gehe das sicher öfter. Den alten Job habe er an seinen geschätzten Kollegen Rainer Brüderle abgegeben, fuhr er mit einer von-sich-weg-schiebenden Bewegung fort. «Und der scheint glücklich zu sein, ihn zu haben.» (ap)

DerWesten

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Kommentare
22.11.2009
11:01
Guttenberg macht in den USA klare Ansagen
von Der einzig wahre weise Rüdiger | #31

Guttenberg for Emperor!!!

20.11.2009
22:14
Guttenberg macht in den USA klare Ansagen
von combo59 | #30

Auslandseinsätze Selbstverständlich? Hoffentlich steigt die Zahl der Zivis um 500% !!!

20.11.2009
21:32
Guttenberg macht in den USA klare Ansagen
von dasKollektiv | #29

Der arme Leichtmatrose von der fdp, jetzt nehmen ihm Frau Merkel und Guttenberg in englischer Sprache alle Tätigkeiten als Außenminister ab..!

20.11.2009
16:12
Guttenberg macht in den USA klare Ansagen
von Dr.Dr. | #28

Ääähhhh, wo sind jetzt die deutlichen Worte? Das sind doch alles nur Selbstverständlichkeiten oder schon längst bekannte Worthülsen. Wenn einer deutlich gegenüber den USA war, dann doch wohl Joschka Fischer mit seinem I´m not convinced...

20.11.2009
15:56
Guttenberg macht in den USA klare Ansagen
von hamicha | #27

Als Uffz d.R. (Quelle:Wikipedia) hat er natürlich jegliche strategische Kompetenz im militärischem Bereich. Hab ich als Ex-Gefreiter ( W 18) auch.
Ich sollte sogar noch kurz vor Wehrdienstende zum U-Lehrgang abkommandiert werden. Hätte ich früher gewußt,daß ich auch Verteidigungsminister hätte werden können,hätte ich dem Spies ( einem ursparsamen Schwaben) nicht abgesagt.Die folgenden - durchaus ertragbaren Repressalien eines damals noch sehr fitten Fschjg-ers habe ich gern in Kauf genommen.
Wenn Du erst Gefreiter bist,wirst Du auch...............
Er ist eben auch nur ein Show-Man ,der sein Repertoire beherrscht. Lasst Euch nicht blenden.
Angie (mit Kohl´scher Protektion ) hat ihn nicht umsonst auf das Schild gehievt.
Eben ein großer Stratege.
Wie geht nochmal der Taxifahrerwitz : egal wo Sie mioch hinfahren,ich werde überall gebraucht !

20.11.2009
15:42
Guttenberg macht in den USA klare Ansagen
von rumpelpilzchen | #26

Élysée-Palast
Meine kurze Frage ist: Wo finde ich eine KLARE ANSAGE im obigen Artikel...
Ich habe ihn 2 x gelesen - finde aber nichts, nur:

a) ein Engagement nicht zu allen Bedingungen geht, sondern nur zu solchen, die für Deutschland akzeptabel sind...
Was ist für Deutschland akzeptabel ?? Was ist das für eine Aussage ??
b) in Afghanistan soll eben nicht nur militärisch vorgegangen wird, sondern auch der Wiederaufbauaspekt berücksichtigt wird, wenn nicht sogar Priorität hat ??
Also Bundeswehr-Abzug und THW an die Front ??

Wo sind hier klare Ansagen ??

Weiterhin passt das Bildmaterial überhaupt nicht zum Artikel, den das Bild zeigt den Empfang vor dem Elysee-Palast in Paris.
Gehört Frankreich bereits staatsrechtlich zu den USA ??

20.11.2009
15:20
Guttenberg macht in den USA klare Ansagen
von HERTIE | #25

hoffentlich geht sein nächste Reise nach Somalia Herr Rühe hat das in guter Erinnerung!

20.11.2009
15:15
Guttenberg macht in den USA klare Ansagen
von rote rosa | #24

Ist das die Pressemitteilung des Bundeskriegsministerium, oder was? Und by the way, warum kriegen alle Journalisten glänzende Augen, wenn jemand frei in englisch reden kann? Ich kann mich nur noch wundern....

20.11.2009
15:05
Blockierter Kommentar.
von udo.michel | #23

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.11.2009
15:04
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #22

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