Guttenberg erntet Kritik wegen Entlassung eines Generals
23.04.2010 | 02:00 Uhr 2010-04-23T02:00:00+0200
Berlin. Über den „mündigen Bürger in Uniform“ hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) noch in jeder seiner Reden ein Plätzchen gefunden. Aber wie mündig darf der Soldat von heute sein? Hennig Hars hat Zweifel. Der General erhielt Ende vergangener Woche seine Entlassungsurkunde.
Ein Brief, den er im Zusammenhang mit der Affäre um den Luftschlag von Kundus an Guttenberg geschrieben hatte, wurde dem achtfachen Vater zum Verhängnis. Über den Inhalt ist nur so viel bekannt: Hars äußerte dem Vernehmen nach massive Kritik am Umgang des Ministers mit Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert. Beide waren von Guttenberg entlassen worden, weil sie ihm angeblich wichtige Informationen zum Luftschlag vom September 2009 in Nordafghanistan vorenthalten haben sollen, den Bundeswehroberst Georg Klein zu verantworten hat. Schneiderhan und Wichert bestreiten das.
Schneiderhan und Wichert
sagen vor Ausschuss aus
Oppositionspolitiker von SPD, Linkspartei und Grünen halten den erneuten Fall von rabiater Personalpolitik an der Spitze des Verteidigungsministeriums für „sehr bedenklich“, zumal am kommenden Donnerstag Schneiderhan und Wichert im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Bundestages als Zeugen gehört werden. Erhärten sie, was allgemein erwartet wird, den Eindruck, Guttenberg habe sie als Bauernopfer in der Affäre benutzt, geriete der Verteidigungsminister abermals ins Kreuzfeuer.
Zur Erinnerung: Der Minister, dessen Vernehmung im Ausschuss nicht vor Ende April geplant ist, hatte im Fall Kundus selbst für die größten Irritationen gesorgt. Eine Woche nach Amtsantritt bezeichnete er den Angriff, bei dem über 140 Menschen starben, darunter auch Zivilisten, als militärisch angemessen und fügte hinzu, die Bombardierung der Tanklaster hätte trotz begangener Verfahrensfehler angeordnet werden müssen. Eine Woche nach der Entlassung Schneiderhans und Wicherts Ende November 2009 korrigierte Guttenberg seine Meinung grundlegend und nannte den Einsatz unangemessen.
Die Entlassung von General Hars kommt für Guttenberg zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Am Dienstag wird der ausscheidende Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), seinen jährlichen Bericht vorlegen. Darin werden nicht nur die jüngsten Fälle von bizarren Missbrauchs-Ritualen in einzelnen Kasernen aufgelistet. Robbe, der von dem FDP-Politiker Hellmut Königshaus abgelöst wird, hat jetzt der Zeitung „Das Parlament“ gesagt, dass die neue Afghanistan-Strategie der Bundesregierung für die Bundeswehr deutlich größere Risiken berge.
Die „dritte Front“: Die
Wehrdienst-Verkürzung
„Die Gefahr wächst, dass Soldaten verwundet und sogar getötet werden“, so Robbe mit Blick auf die vereinbarte engere Zusammenarbeit deutscher und amerikanischer Streitkräfte am Hindukusch. Außerdem machte Robbe die politische Führung der Bundeswehr für den eklatanten Ärztemangel innerhalb der Truppe verantwortlich. Hier sei es „fünf Minuten nach zwölf“.
Guttenberg steht noch an einer „dritten Front“ unter Druck. In dieser Woche geht den Fraktionen des Bundestages der Entwurf zur Reform des Grundwehrdienstes zu. Zentrale Bestandteile: die Verkürzung von neun auf sechs Monate und eine Lockerung der Einberufungskriterien. Beides ist innerhalb des Parlaments umstritten.

04:52
Nach dem Motto mit Schwung und Feuer kommt
ein Neuer, aber bitte erst das Gehirn einschalten,
Herr von auf und zu.
Es wird Zeit für Ihn zu packen.
20:07
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19:18
8-facher Vater und General?
Richtig, Herr Karl-Theodor zu Guttenberg, der Mann kann keine Kriegserfahrung haben, der muss weg!
Sie haben bereits blutige Grabenkämpfe in den Reihen der CSU geführt, als Herr Schneiderhans noch eine Träne im Auge seines Vaters gewesen ist, nicht wahr?
Peter-Prinzip.
10:11
...und westerwelle,merkel,rösler usw...kann er gleich mitnehmen
10:08
gutten berg sollte sich lieber selber in den ruhestand schicken.
07:45
Gestern lief eine Dokumentation von Frontal21 im ZDF zu dem Thema, egal wie man zur Bundeswehr oder dem Einsatz in Afghanistan steht - was das Verhalten unserer Politiker in dieser Beziehung angeht ( und damit meine ich ALLE Parteien, die seit Jahren die Jungs dahin schicken und immer wieder das Mandat kritiklos verlängern ! ), kann man nur sagen : Die Politiker handeln absolut gewissenlos, menschenverachtend und geradezu verbrecherisch !
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/996900/Sterben-fuer-Afghanistan#/beitrag/video/996900/Sterben-fuer-Afghanistan
14:54
Noch so ein Tanklastzug, und uns werden die Generaele knapp. Und da wundert sich der Generalinspekteur der BW, dass der Rueckhalt fuer die Truppe so mager ausfaellt. Vielleicht sollte der Verteidigungsminister mal mit gutem Beispiel voran gehen.
10:18
So ist das nun einmal, wenn Herr Stabsunteroffizier zu Guttenberg meint, dass er mehr Ahnung von der Bundeswehr hat als ein General.
Wenn ein General nicht seine Meinung äußern darf, wie sieht es dann bei einen Gefreiten aus.
Herr zu Guttenberg hat jede Woche eine andere Meinung und muss weg!
09:49
Wer sieht eigentlich die Berichte durch, bevor sie veröffentlicht werden? Jetzt werden aus den - vieleicht als geschmacklos zu bewertenden - Trinkspielen bei den Gebrigsjägern in Mittenwald hier plötzlich bizarre Missbrauchs-Rituale!? Werkt Ihr eigentlich noch, was ihr da durcheinander bringt? Oder war der sog. Hochgebirgszug zuvor geschlossen in Ettal und wurde dort von pädophilen Priestern drangsaliert? Mir fällt es zunehmend schwer, die Veröffentlichungen hier ernst zu nehmen.
09:17
Anstatt selbst seinen Hut zu nehmen, lässt der ehrenwerte Herr Von und Zu andere, die sein Handeln kritisieren, über die Klinge springen. Freie Meinungsäußerung im demokratischen Rechtsstaat?
Kann ich nicht mehr nachvollziehen.