Zeit für die Kinder

Gute Väter – auch ohne Elternzeit

Warum nehmen in Bayern und Sachsen so viele Väter Elternzeit - und warum sind es in Duisburg so wenige? Es gibt viele Gründe. Das Berufsklima spielt eine wichtige Rolle: Wo die Arbeitsplätze sicher sind und die Betriebe sich Familienfreundlichkeit leisten können, haben es die Väter leichter, ihre Auszeit durchzusetzen.

Dazu kommt der Schneeballeffekt: Wo viele Väter Elternzeit nehmen, kommt eine Bewegung in Gang, die auch die Zögerlichen mitnimmt. Weil sie unter Kollegen und Freunden nicht als Sonderlinge dastehen, sondern Teil einer neuen Normalität sind.

Grundfalsch wäre es, wenn man den Vätern in Duisburg unterstellen würde, sie interessierten sich weniger für ihre Kinder als die Väter in Bayern und Sachsen. Man muss keine Vätermonate nehmen, um ein guter, aufmerksamer, partnerschaftlicher Vater zu sein. Wer, statt Elternzeit zu nehmen, seinen Jahresurlaub nimmt, um sein Kind in die Kita einzugewöhnen, zeigt: Viele Väter wollen sich kümmern. Sie suchen sich bloß ihre eigenen Wege.

Die Politik kann den Familien Angebote machen. Die Unternehmen müssen beweglicher werden. Am Ende aber sind es die Paare, die untereinander aushandeln müssen, wer welche Aufgaben übernimmt. Partnerschaftlichkeit muss nicht heißen, dass Väter und Mütter alles exakt teilen. Es gibt etliche Paare, die sich wohlfühlen mit dem traditionellen Modell. Das muss man nicht gut finden, aber es verdient Respekt.

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