Gurke darf nach 20 Jahren wieder krumm sein
01.07.2009 | 11:58 Uhr 2009-07-01T11:58:00+0200
Brüssel. "Ein guter Tag für die krumme Gurke" steht laut EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel an: Ab sofort darf das grüne Gemüse wieder krumm sein. Mit dem 1. Juli wird der 20 Jahre alte Gurken-Paragraph endgültig aus den Amtsbüchern gestrichen.
Für EU-Spötter war sie stets ein Leckerbissen: die Gurkenkrümmungs-Norm. Zum 1. Juli wird der 20 Jahre alte Gurken-Paragraph nun endgültig aus den Amtsbüchern gestrichen. Von einem «guten Tag für die krumme Gurke» spricht EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel. Sie boxte die neue Freiheit für knubbeliges Obst und Gemüse vor einem guten halben Jahr gegen die EU-Staaten durch.
Keine krummen Dinger im Supermarkt
Die Gurkenkrümmungs-Norm verbarg sich bisher hinter der Ordnungsnummer 1677/88. Nach der Verordnung von 1988 mussten Gurken der Extra-Klasse bisher «gut geformt und praktisch gerade sein». Als «maximale Krümmung» wurden gerade mal zehn Millimeter auf zehn Zentimeter Gurkenlänge akzeptiert. Die Folge: Keine krummen Dinger in Supermärkten und Gemüseläden. Was nicht der EU-Norm entsprach, wurde aussortiert und in vielen Fällen weggeworfen.
Mit dieser Verschwendung solle ab Mittwoch Schluss sein, verspricht die EU-Kommission. Denn nicht nur die Gurkenkrümmungs-Norm wird ersatzlos gestrichen. Auch knubbelige Karotten und kleinwüchsige Kirschen haben künftig wieder eine Chance. Neben der Gurken-Norm fallen auch die Schönheitsvorschriften für 25 andere Obst- und Gemüsesorten. Darunter sind beliebte Früchte wie Aprikosen, Kirschen, Melonen und Pflaumen und gut gehendes Grünzeug wie Möhren, Kohl und Spargel.
Handel schätzt bessere Stapelbarkeit
Gut für die Verbraucher, sagt die Kommission. Zwar sehe Obst und Gemüse dann oft nicht mehr so appetitlich aus. Aber je weniger in Konserven und auf dem Müll lande, desto stärker dürften die Preise sinken. Allerdings hat die Behörde die Rechnung ohne die Supermärkte und Discounter gemacht. Welche Lebensmittel den Kunden vorgesetzt werden, bestimmen Aldi, Lidl, Rewe und Co. maßgeblich mit. Dem Handel ist die Streichung der Normen ein Dorn im Auge. Denn sie sorgten für eine bessere Vergleich- und Stapelbarkeit.
Für Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ist das Aus für die Gurken-Verordnung «ein weiterer Schritt zur Vereinfachung und Entbürokratisierung». Die Ministerin hat aber noch weitergehende Pläne: Aigner will auch die EU-Normen für die zehn wichtigsten Obst- und Gemüsesorten abschaffen, die vorerst weiter gelten. Damit hätten dann auch angeschlagene Äpfel und nicht ganz tadellose Tomaten eine Chance. Aigner droht deshalb ein heftiger Streit mit den Bauern: Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält die Abschaffung der Obst- und Gemüsenormen für «unverständlich und nicht nachvollziehbar» und warnt vor einer «Wühlkiste» im Supermarkt.
Selbst wenn der Apfel-Paragraph unter deutschem Druck fallen sollte, müssen EU-Kritiker sich keine Sorgen machen. Denn in Europa gibt es weiter viele Regeln, über die sich trefflich spotten lässt - von der Traktorensitz-Richtlinie bis zur Leiter-Vorschrift. (afp)

12:15
Es gibt immer zwei Seiten, Wie Phil Collings sang: Always look on both side of stories ;)
08:04
Wisst ihr eigtl was ihr ohne EU machen würdet? Ne Wellblechhütte bauen und unseren jetzigen Standard vermissen. Dann is nix mehr mit tollem Export. Wer von euch weiß denn, dass seit der EU gerade Frankreich größter Abnehmer von Deutschland ist?
EU weg = Geld weg.
Und nun kommt nicht mit ,,wir zahlen aber am meisten ein in die EU!. NACHDENKEN!!! Man schaue sich die Einwohnerzahlen der EU-Länder an, dort liegt Deutschland auf Platz 1. Klar das wir da am meisten blechen. In der GESAMTSUMME. Pro Kopf allerdings sieht das wieder anders aus, da liegen wir auf Platz 7 oder 8.
Liebe Politik, es ist viel mehr Aufklärung zur EU notwendig!
20:07
Naja, überflüssig würde ich nicht sagen. Gerade kam z.B. in de Nachrichten, dass die EU-Roaming-Gebühren reduziert wurden. :)
19:58
Gurke darf nach 20 Jahren wieder krumm sein
Na, Gott sei Dank, das die Politiker in EU-Land nach 20 Jahren endlich wachgeworden sind....
IRONIE AUS
Wer erst nach 20 Jahren wach wird, der hat wirklich verpennt.
Und deswegen ist die EU mehr als flüssig, nämlich ÜBERFLÜSSIG...
15:40
Da erkennt man doch sofort die Bedeutung und Wichtigkeit der EU. Hochbezahlte Politiker und Funktionäre erkennen nach nur 20 Jahren, dass die Gurke krumm sein darf. Ohhauhahauhaha.
EU NEIN DANKE!!!!
10:39
Jop Bernie. An den Aspekt habe ich gar nicht gedacht... Wie viel Geld wohl die Gurkenvermesser-Beamten gemacht haben...? ;)
10:10
Möchte mal wissen, was die ganze Sache den Steuerzahler gekostet hat. Vom Referentenentwurf über die ganzen Gremien und Minister bis zur Verordnung. Dann die Überwachung der Verordnung durch neue Gremien und hochbezahlte Beamte, und dann die Abschaffung, natürlich mit jahrelangen Vorlauf durch die verschiedenen Etappen der Bürokratie. Über eine hohe zweistellige Millionensumme wäre ich nicht verwundert. Reine ABM für teure Bürokraten.
10:00
#18: um das nochmal deutlich zu machen: die EU hat diese Verordnung auf Drängen der nationalen Verbände beschlossen; und die wollten die Abschaffung gar nicht. Insofern ist diese Verordung ein schlechtes Beispiel für EU-Bürokratismus (für den es sicher genug gibt).
09:53
Bin mal gespannt, ab wann es nur noch gerade Bananen in der EU gibt.
Sonst haben wir ja keine Probleme.
09:43
In was für einer Welt leben wir eigentlich, dass wir jetzt schon Gemüse vorschreiben, wie es zu wachsen hat?!
Mal ehrlich, haben die Spinner im EU-Parlament nix zu tun? Dann sollen die sich lieber ein gescheites Buch nehmen und lesen und uns mit so nem Müll verschonen.
In Afrika verhungern täglich Kinder, aber hauptsache wir schmeißen krumme Gurken in den Müll, oder meint ihr etwa, dass die irgendwo zum Verzehr angeboten wurden?! So langsam geht mit dieser EU-Qautsch richtig derbe auf den Keks.