Grünen-Fraktion stellt Weichen für Priggen-Nachfolger

Reiner Priggen stellt sich nicht mehr zur Wahl zum  Landtagsfraktions-Vorsitzenden der Grünen.
Reiner Priggen stellt sich nicht mehr zur Wahl zum Landtagsfraktions-Vorsitzenden der Grünen.
Foto: F. Gambarini/Archiv
Was wir bereits wissen
Die Landtagswahl 2017 wirft erste Schatten voraus: Grünen-Urgestein Reiner Priggen will nicht mehr Chef sein – die Partei will die Weichen stellen.

Düsseldorf.. Nach rund 20 Jahren in Spitzenämtern der nordrhein-westfälischen Grünen zieht sich Landtagsfraktionschef Reiner Priggen aus der ersten Reihe zurück. Das gab der 62-Jährige am Dienstag vor der Grünen-Landtagsfraktion in Düsseldorf bekannt.

Priggen macht damit den Weg frei für eine rechtzeitige Weichenstellung lange vor der Landtagswahl 2017. "Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es sinnvoll ist, an dieser Stelle zu übergeben an diejenigen, die nach der Landtagswahl für mögliche Koalitionsverhandlungen zur Verfügung stehen", sagte er er Deutschen Presse-Agentur.

Priggen tritt kommende Woche nicht mehr an

Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen in der kommenden Woche in Nettetal will Priggen nicht mehr antreten. Bei der zweitägigen Klausur wollen stattdessen zwei Bewerber ihren Hut in den Ring werfen: die frühere Landesparteichefin und Innenpolitikerin Monika Düker (51) sowie der Haushalts- und Finanzexperte Mehrdad Mostofizadeh (45).

NRW-Grüne Eine Empfehlung will Priggen seiner Fraktion nicht geben. "Auf keinen Fall. Das gehört sich nicht", sagte er der dpa. "Das sind zwei respektable Persönlichkeiten mit großen Erfahrungen. Das ist demokratischer Wettbewerb." Sein Abgeordneten-Mandat für den Wahlkreis Aachen wird Priggen bis zur nächsten Landtagswahl behalten.

Seit Jahren ist der gebürtige Niedersachse einer der einflussreichsten Landespolitiker seiner Partei und Mitbegründer aller rot-grünen Fraktionen, die in NRW seit 1995 geschmiedet worden sind. Über Parteigrenzen anerkannt ist vor allem seine Kompetenz in energiepolitischen Fragen.

Kraft: "Sein Wort gilt. Ich schätze ihn sehr."

Zu seinem Rückzug aus der Führungsspitze zollten ihm politische Weggefährten aus allen Lagern Respekt. Die Regierungs- und SPD-Landeschefin Hannelore Kraft sagte der dpa: "Er steht für Kompetenz, Vertrauen und Verlässlichkeit. Sein Wort gilt. Ich schätze ihn sehr." CDU-Oppositionsführer Armin Laschet bezeichnete Priggen als "ehrlichen und liebenswerten Menschen". (dpa)