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Plastiktüten

Grüne wollen Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte

10.03.2013 | 15:36 Uhr
Grüne wollen Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte
Kampf dem Plastikmüll! Grüne Spitzenpolitiker fordern eine Steuer auf Plastiktüten.Foto: Jens Schlueter/dapd

Berlin  Spitzenpolitiker der Partei machen sich dafür stark, den Verbrauch des Mülls zu senken - der vor allem zu einer Belastung der Weltmeere geworden ist. Der Handelsverband warnt: Damit kämen auf die Kunden Kosten von 1,2 Milliarden Euro zu. Und es gebe auch keinen Handlungsbedarf.

Zwei führende Grünen-Politiker machen sich für die Einführung einer Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte stark. Die umweltpolitische Sprecherin im Bundestag, Dorothea Steiner, und die Fraktionsvorsitzende im EU-Parlament, Rebecca Harms, forderten in der "Bild"-Zeitung eine solche Abgabe. Der Handel kritisierte am Wochenende, die Verbraucher würde dies 1,2 Milliarden Euro im Jahr kosten.

Doch Steiner und Harms erklärten, Deutschland solle Vorreiter für die von der EU-Kommission geplanten Vorhaben zur Verringerung des Plastikmülls sein. Die Verwendung erdölbasierter Kunststoffe müsse dringend eingeschränkt werden, sagte Steiner. "Mit einer Abgabe von 22 Cent pro Plastiktüte könnte die Erforschung biologisch abbaubarer Kunststoffe finanziert werden."

Harms sagte: "Einweg-Plastiktüten, die zu Tausenden im Meer landen, bedrohen das Meeresleben immer mehr. Es ist allerhöchste Zeit diese Verschwendung und die schlimmen Folgen zu stoppen." Sie unterstütze deshalb Umweltabgaben, auch wenn diese nicht von der EU, sondern von den Mitgliedsstaaten eingeführt werden müssten.

EU-Umweltkommissar Janez Potocnik hatte am Donnerstag ein Diskussionspapier zur Verringerung des Plastikmülls vorgestellt. Darin werden auch "marktbasierte Instrumente" vorgeschlagen, um den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern.

Verbraucherministerium: Forschung läuft bereits

Das Bundesverbraucherministerium erklärte, die von den Grünen geforderten Forschungsprojekte gebe es längst. Die Bundesregierung investiere mit ihrer Nationalen Forschungsstrategie "Bio-Ökonomie 2030" allein von 2010 bis 2016 insgesamt 2,4 Milliarden Euro in Forschungsprojekte für den Strukturwandel hin zu einer biobasierten Industrie. Im Vordergrund der Forschungsaktivitäten stünden er Verzicht auf fossile Stoffe wie Erdöl und der verstärkte Einsatz nachwachsender umweltfreundlicher Rohstoffe.

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Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht keinen Bedarf für eine Neuregelung. "Die vorgeschlagene Abgabe von 22 Cent würde bei einem jährlichen Verbrauch von 5,3 Milliarden Tüten den Verbrauchern rund 1,2 Milliarden Euro zusätzlich aufbürden", erklärte HDE-Geschäftsführer Kai Falk. Dabei seien die Deutschen längst Weltmeister im umweltbewussten Umgang mit Plastiktüten.

65 Plastiktüten pro Verbraucher und Jahr

Jeder Verbraucher verwende hierzulande im Schnitt etwa 65 Plastiktüten pro Jahr, Italiener beispielsweise das Sechsfache. Die Zahl der verbrauchten Plastiktüten in Deutschland sei vergleichsweise niedrig, weil die Kunden bei Einkäufen im Supermarkt regelmäßig ihre eigene Tragetasche mitbringen.

"Plastiktüten sind kein Wegwerf-Produkt", sagte Falk. "Die Verbraucher nutzen hierzulande ihre Tüten im Schnitt vier- bis fünfmal, bevor sie entsorgt werden." Darüber hinaus würden Plastiktüten von der Verpackungsverordnung und dem Dualen System erfasst, so dass sie eingesammelt würden und nicht in der Landschaft landeten. (dapd)


Kommentare
12.03.2013
19:55
Grüne wollen Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte
von scouti | #99

Wer eine Plastiktüte kauft, zahlt doch m. W. auch hierauf Umsatzsteuer? Steuern sind übrigens nicht Zweckgebunden. Es müsste wenn eine Abgabe für die Umwelt sein. Wenn wohlgemerkt. Wie sieht es denn in unseren Nachbarländern mit der Umwelt aus. Sind dort alle Vorgaben der EU zumindest eingeführt? Gibt es Kontrollen? Oder wird dort nur über Deutschland gelacht? Die Stoffe in der Umwelt machen am Schlagbaum natürlich kehrt. Sind die bisherigen Stimmen für diese Partei evtl. nur Leihstimmen der SPD?

12.03.2013
08:45
Grüne wollen Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte
von R.Gras | #98

Die Grünen könne doch gerne 22 Cent bezahlen. Warum führen wir nicht eine Grünensteuer auf jeden Grünen ein. Wie war das noch mit Stuttgart 21. Wer für ja gestimmt hat, der soll auch zahlen.

12.03.2013
01:54
Was soll der Blödsinn?
von Seraquael | #97

Eine Sondersteuer auf Plastiktüten aus erdölbasierenden Kunsstoff um die Einführung von anderen Tütenarten zu finanzieren. Das ist doch Humbug.

Es gibt seit 20 Jahren Plastik das sich unter UV-Strahlung in unbedenkliche Stoffe auflöst, seit fünf Jahren ist Plastik aus Maisstärke marktreif. Ach ja und Papiertüten, Körbe und Jutetaschen gibt es sogar schon länger als Plastiktüten, alles hundert Prozent recyclebar.

Wie wäre es wenn die Bundesregierung einfach mal aufhört der Erdöllobby den Hintern zu lecken und ganz einfach Plastiktüten aus konventionellen Kunsstoff verbietet, Es gibt genügend umweltschonende Alternativen, das Probelem wäre gelöst und wir wären beileibe nich das erste Land mit so einem Verbot.

Und wenn wir schon mal dabei sind. Lebensmittelplastikverpackungen aus erdölbasierenden Kunsstoff sind nicht nur umwelt- sondern auch gesundheitsschädlich, die könnten wir dann gleich mit verbieten und wären ein ganzes Stück wieter.

12.03.2013
01:06
Grüne wollen Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte
von schRuessler | #96

Die Sache ist eigentlich ganz einfach. Wenn Plastiktüten teurer werden, werden weniger gekauft. Und das ist ja auch der Sinn der Sache.
Allerdings dürften die 22 Cent nicht ausreichen, um eine spürbare Reduzierung zu erreichen.


11.03.2013
16:44
Grüne wollen Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte
von Eifelzebra | #95

@93,

Zu kurz gedacht. Irgendwo muss es anfangen, und 22 Cent sind ungefähr 5€ zu wenig

11.03.2013
10:18
Grüne wollen Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte
von FilouDuisburg | #94

Was ist nur aus Den Grünen geworden?!
Besonders vor Wahlen äußern sie sich gerne opportunistisch zu ganz unterschiedlichen Themen. Ernsthaft verfolgt und umgesetzt wird so gut wie nichts.
Plastik in unserer Umwelt ist sicher ein sehr wichtiges Thema, aber ich erwarte z.B. noch vor den Bundestagswahlen klare Worte dieser Partei zum brisanten Thema „Fracking“, um mich dann an der Wahlurne zu entscheiden.

Heinz-W. Geisenberger

11.03.2013
09:42
Weg mit den grünen
von wolfgang123 | #93

Haben die nichts besseres zu tun, als ständig mit dem erhobenen Zeigefinger da zu stehen? Dies darf man nicht und das sollst Du nicht!

So ein Schwachsinn! Unsere Plastiktüten landen nach mehrfachem Gebrauch in der Müllverbrennung und nicht im Müllstrudel im Pazifik!

11.03.2013
09:42
Plastikmüll ist großes Problem - Fracking noch viel größer!
von FilouDuisburg | #92

Was ist nur aus Den Grünen geworden?!
Besonders vor Wahlen äußern sie sich gerne opportunistisch zu ganz unterschiedlichen Themen. Ernsthaft verfolgt und umgesetzt wird so gut wie nichts.
Plastik in unserer Umwelt ist sicher ein sehr wichtiges Thema, aber ich erwarte z.B. noch vor den Bundestagswahlen klare Worte dieser Partei zum brisanten Thema „Fracking“, um mich dann an der Wahlurne zu entscheiden.

Heinz-W. Geisenberger

11.03.2013
09:28
Grüne wollen Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte
von no0b | #91

Prinzipiell ist es schon sehr wichtig, dass plastik weitestgehend verschwinden soll. Zumindest sollte es aber biologisch abbaubar sein. So sieht es eine zeitlang blöd aus, würde aber vor sich hinrotten.

Die lösung könnte - ähnlich wie in Florida - sein, auf wiederverwertete Papiertüten auszuweichen. Schont die Umwelt.

11.03.2013
09:10
Grüne wollen Steuer von 22 Cent pro Plastiktüte
von donerwin | #90

Wieso Steuern auf Plastiktüten?
Erstmal 22 Cent Steuern auf Kaffeebecher to go, Mc Donalds Pappverpackungen u.s.w.
Diese Sachen fliegen überall herum und müssen mit großem Personalaufwand eingesammelt werden, bzw. sie verrotten in den Ecken der5 Stadt.

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