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Grüne trainieren Basisdemokratie in Bochum

30.09.2012 | 18:21 Uhr
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Bochum   Die Grünen wollen ihre Spitzenkandidaten in einer Urwahl bestimmen. Die Bewerber präsentierten sich am Sonntag in Bochum. Neben Trittin, Künast, Roth und Göring-Eckardt treten auch zehn Außenseiter an, was schlimme Folgen für das Wirtschaftswachstum in München haben könnte.

Franz Spitzenberger aus Sonthofen, Buchhaltungsleiter, weiß, wie das künftige rot-grüne Bundeskabinett aussehen muss. Er, Spitzenberger, wird dort Finanzminister. „Und du, Jürgen“, sagt Spitzenberger, „willst ja auch Bundesfinanzminister werden. Aber du musst erst mal die Energiewende zu Ende bringen.“

So erfährt Jürgen Trittin, wie es beruflich mit ihm weiter gehen könnte nach einem rot-grünen Wahlsieg 2013. Im Bochumer Jahrhunderthaus haben sich die NRW-Grünen an diesem Sonntag in Basisdemokratie fortgebildet. Vierzehn Grüne kandidieren für die Positionen der beiden Spitzenkandidaten der nächsten Bundestagswahl . Sie haben sich hier vorgestellt. 60 000 Parteimitglieder sollen am Ende darüber abstimmen. Bewerben konnte sich jeder. „Ein bisher einmaliges Vorhaben in der deutschen Parteiengeschichte“, sagt der Bundesvorstand stolz.

Klar, am Ende werden es die Schwergewichte

Natürlich wird es am Ende absehbar zwischen den vier Schwergewichten entschieden: Renate Künast, Claudia Roth, Katrin Göring-Eckardt und eben Trittin. Aber zehn andere Unbekannte nutzen die Chance, um sich bekannter zu machen, obwohl Kandidat Thomas Austermann, Altenpfleger aus Essen, einräumt: „Ich will mir nicht anmaßen, den alten Häsinnen und Hasen das Wasser reichen zu können.“ Übrigens: Sollte Thomas Austermann es schaffen, will er vor allem mit unguten Erbschaften der grünen Vergangenheit aufräumen, wozu der Pazifist vor allem die Beteiligung am Kosovo-Krieg zählt.

Video
Berlin, 03.09.12: Als erste der im Bundestag vertretenen Parteien werden die Grünen ihre Spitzenkandidaten für den Bundestagswahlkampf 2013 per Urwahl durch alle Mitglieder bestimmen. Die besten Chancen werden derzeit Jürgen Trittin eingeräumt.

Andere sind, wie der Autor, Grafiker und Berater Werner Winkler und „Roger“, Handwerksmeister vom Sternzeichen Wassermann, eher von der veganischen Richtung oder „stehen hier aus purer Verzweiflung an der grünen Politik“. So deprimiert sagt das Alfred Mayer aus München, der ultimativ verlangt, dass in der bayerischen Hauptstadt „das Wirtschaftswachstum beendet wird“.

„Meine Kandidatur ist absurd“

Einsichtig nennt Mayer seine Kandidatur dann aber selbst „absurd“. So haben auch einige in der grünen Bundesspitze über das ganze innovative Auswahlverfahren gedacht, bei dem die vierzehn Anwärter auf die doppelköpfige Wahlkampfführung eng und wie auf einer Stange beisammen hocken müssen. Jeder hatte in Bochum wie auch in den noch folgenden sieben Urwahl-Vorstellungen drei Minuten Zeit, seine wichtigsten Vorstellungen zu erläutern, worauf eine Fragerunde aus dem Saal folgte und eine per Internet.

Bundestagswahl
Basisgrüner aus Essen tritt gegen Trittin, Roth und Co. an

Der Kandidat rechnet sich selbst keine Chancen aus: Als Basis-Grüner tritt der Essener Thomas Austermann zur Wahl um die Spitzenkandidatur der Partei...

Es geht heute, anders als in den Gründungsjahren, bei Grünens also sehr diszipliniert zu. Man tauscht regional effektive Freundlichkeiten aus – die Ostdeutsche Göring-Eckardt hält Gelsenkirchen für Westdeutschlands schönste Stadt – und streitet sich auch um schwierige Dinge wie die Bewältigung der Euro-Krise. Die Frage der Griechenland-Hilfe spaltet auch die grüne Partei.

Alle eint die Steinbrück-Skepsis

Nur in einem scheinen sie sich einig: In der Skepsis gegenüber dem frisch gekürten Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten, Peer Steinbrück. Die Schwergewichte unter den grünen Kandidaten sagen das („lieber Peer“) mahnend-diplomatisch und pochen für den Fall der Fälle auf klare Koalitionsabsprachen.

Kandidat Markus Meister aus dem Kreisverband Kassel-Stadt redet freier: Einen „Genossen der Bosse 2.0“? Den wolle er nicht.

Dietmar Seher

Kommentare
01.10.2012
09:34
Grüne trainieren Basisdemokratie in Bochum
von herb630 | #9

"Die Grünen sind als Bevormundungspartei sowieso unwählbar"
Und die SPD wegen ihrer a.... kriecherei bei den selbigen auch nicht.
Und was nun?

1 Antwort
Kriecherei???
von Klug99 | #9-1

Man kann es auch als gesunden Drang zu "Macht und Geld" bezeichnen!

01.10.2012
09:34
Grüne trainieren Basisdemokratie in Bochum
von Pit01 | #8

Nein, das sind nicht mehr "die" Grünen. Davon sind diese Unterhaltungskünstler weit entfernt.

30.09.2012
22:28
"Meine Kandidatur ist absurd"
von Klug99 | #7

Nein, sie zeigt das die Grünen ganz weit weg von ihren ursprünglichen Werten sind, wenn die machtgeilen Sesselkleber nicht aus den Sesseln gehoben werden!

30.09.2012
22:24
Grüne trainieren Basisdemokratie in Bochum
von tagesschau | #6

So eine Art Comedy-Show mit Polit-Einlagen und Klamauk.
Ernst nehmen kann man das nicht.

Die Grünen sind als Bevormundungspartei sowieso unwählbar.

30.09.2012
22:02
Grüne trainieren Basisdemokratie in Bochum
von knueppeljunge | #5

10 Vertreter aus der Basis bewerben sich - so sieht also die Basis der Grünen aus? Und mit denen will Peer gemeinsame Sache machen.

:-D :-D

Die WAZ darf aber gerne den Artikel noch einmal Korrektur lesen. Wenn schon die Berufsangaben der Kandidaten nicht stimmen, was dann sonst nicht? Schließlich haben sich die Kandidaten in den letzten Tagen schon in anderen Städten vorgestellt - vielleicht mal bei der Konkurrenz recherchieren. ;-)

30.09.2012
21:47
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.09.2012
20:59
oops austermann
von trickflyer | #3

der sollte erst mal abspecken.sein bmi ist ja genauso hoch,wie die punkte vom bvb in der letzten saison.

30.09.2012
19:39
Grüne trainieren Basisdemokratie in Bochum
von Haschpapa | #2

lol ha ha

Werner Winkler ist nun auch noch Tierarzt :-)))

WWW Werner Winkler wählen !

siehe auch wernerwinkler.de
da steht, war er wikrlich macht :-))

30.09.2012
19:34
Lasset wohl beleibte Männer um mich sein...
von wohlzufrieden | #1

Der Herr ganz rechts im Foto läuft wohl Reklame für Bio-Nahrung, oder?

1 Antwort
Grüne trainieren Basisdemokratie in Bochum
von Broncezeit | #1-1

Und der ganz links ist ein Erzkommunist im Schafspelz.

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